McAfee macht Front gegen Microsoft
publiziert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 21:15 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Okt 2006 / 00:42 Uhr

Das Sicherheitsunternehmen McAfee hat in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige in der Financial Times den Software-Hersteller Microsoft scharf angegriffen.

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Microsoft verwehre bei seinem neuen Betriebssystem Vista den Zugriff auf Informationen, die für die Hersteller von Sicherheits-Software von zentraler Bedeutung für das effektive Funktionieren ihrer Produkte unter der neuen Betriebssystem-Umgebung Voraussetzung seien: «Microsoft scheint nicht nur die Vision einer Welt zu haben, in der ein gigantisches Unternehmen das System kontrolliert, mit dem weltweit die meisten Computer arbeiten. Sie wollen auch die Sicherheits-Systeme kontrollieren, die diese Computer vor Viren und anderen Online-Bedrohungen schützt», klagt McAfee. «Ein einziger Ansatz, der uns alle schützen soll. Wenn er versagt, versagen 97 Prozent der Desktops weltweit.»

McAfee habe Microsoft mehrere Vorschläge unterbreitet, wie Sicherheits-Produkte von Drittherstellern in Vista integriert werden könnten. Microsoft habe diese Angebote rundum abgelehnt, weshalb McAfee nun keine andere Wahl geblieben sei, als seine Beschwerden öffentlich zu machen. Microsoft wies die Vorwürfe McAfees zurück und erklärte, schon seit Jahren mit Software-Unternehmen an der Integration von Sicherheitslösungen in Vista zu arbeiten. «Partner stehen im Zentrum von Microsofts Geschäftsmodell. Wir haben mit unseren Sicherheits-Partnern während der gesamten Entwicklungszeit von Vista eng zusammen gearbeitet und werden das auch weiterhin tun», liess Microsoft verlautbaren. Microsoft nimmt die Vorwürfe gelassen

Microsoft verwehrt Zugriff

Stein des Anstosses ist unter anderem der von Microsoft verwehrte Zugriff auf den Vista-Kernel, der Drittanbietern die nahtlose Integration ihrer Produkte in das neue Betriebssystem erlauben würde. Vista soll durch einen besser abgeschotteten Kernel erhöhte Sicherheit gegenüber Angriffen von aussen gewährleisten, verspricht Microsoft. «Microsoft ist komplett unrealistisch in der Annahme, durch die Verweigerung des Kernel-Zugriffs durch Sicherheitsunternehmen, Hacker davon abhalten zu können, den Vista-Kernel zu knacken,» kritisiert dagegen McAfee. «Es scheint so, als wolle Microsoft nicht nur die bösen Jungs ausschliessen, sondern auch die Guten, die seit Jahren für die Sicherheit des Microsoft-Betriebsystems gesorgt haben.»

Microsoft nimmt die Vorwürfe gelassen. «Wir versuchen, so offen wie möglich mit den Bedenken unserer Partner umzugehen, müssen aber auch die Sicherheitsinteressen unsere Kunden abwägen», kommentierte eine Microsoft-Sprecherin. Man wisse zwar, dass - indem Sicherheitsunternehmen wie McAfee keinen Zugriff auf den 64-Bit-Vista-Kernel erhalten - diese überdenken müssten, wie sie ihre Interface-Technologien zum Betriebssystem ausgestalten. Dies sei aber notwendig, um für die Kunden eine sichere Betriebssystem-Umgebung bereitstellen zu können.

Microsoft droht mit verzögertem Vista-Start in der EU

McAfee bezweifelt, unter diesen Voraussetzungen effektiv arbeitende Schutzprodukte anbieten zu können. Das Sicherheitsunternehmen sieht seine Felle davonschwimmen: Die Nutzer würden durch die neuen Sicherheitsfunktionen in Vista - wie dem Windows Security Center, das als Warnzentrale für Angriffe und nötige Updates dienen soll, und dem PatchGuard, der den Kernel-Zugriff kontrollieren soll - den Eindruck gewinnen, weitere Sicherheitsprodukte seien nicht mehr von Nöten.

Bislang hat McAfee noch keine formale Beschwerde bei den Wettbewerbs-Behörden eingelegt. Auch die EU-Kommision hat bislang noch keine rechtlichen Schritte eingeleitet. Man stehe im Dialog mit Microsoft: «Nicht wir müssen Microsoft das Grüne Licht geben.» Es wäre vielmehr die Pflicht von Microsoft, die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission. Für den Fall von Auflagen, hat Microsoft vorsorglich angedroht, könne sich der Marktstart von Vista in der Europäischen Union verzögern. Das Unternehmen hatte gerade gestern gegen einen millionenschweren Zwangsgeldbescheid aus Brüssel Einspruch eingelegt.

(Christian Horn/teltarif.ch)

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