Medien-Hype um Obama frustriert McCain
publiziert: Donnerstag, 24. Jul 2008 / 19:31 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 24. Jul 2008 / 22:42 Uhr

Washington - Der republikanische Hoffnungsträger für die kommende US-Präsidentschaftswahl, John McCain, lässt seinem Unmut über die Medien in den USA freien Lauf. Ihm und seinem Wahlkampf werde bei weitem nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wie seinem demokratischen Gegenüber, Barack Obama, so der Vorwurf.

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Einem Bericht des britischen Guardian zufolge habe vor allem die ausgiebige Berichterstattung über dessen derzeitige Reisen nach Europa und in den Mittleren Osten für einige Frustration bei McCain gesorgt.

Um die Öffentlichkeit auf das einseitige Interesse der Medien an den beiden Kandidaten aufmerksam zu machen, hat der «Benachteiligte» deshalb extra einen neuen Werbespot für das US-Fernsehen zusammenstellen lassen.

Darin finden sich zusammengeschnittene Szenen, in denen Journalisten und Moderatoren ihrer Vorliebe für Obama Ausdruck verleihen und mehr oder weniger ganz offen zugeben, dass dieser von den Medien bevorzugt wird.

Obama als Medien-Star

«Obama hat sich im aktuellen US-Präsidentschaftswahlkampf als Medien-Star profilieren können», erklärt Hans-Georg Wehling, Professor für Politikwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Dass der demokratische Kandidat ein wahres PR-Talent sei, habe sich auch in Deutschland bereits deutlich gezeigt.

«Die deutsche Medienberichterstattung sieht Obama sehr positiv, einige haben ihn sogar schon als zweiten Kennedy bezeichnet», stellt Wehling fest. Doch auch in den US-amerikanischen Medien zeichne sich diesbezüglich ein positives Bild.

«Obama hat es geschafft, sich deutlich von George W. Bush und dessen Politik, die von der US-Bevölkerung als nicht sonderlich gelungen angesehen wird, abheben zu können», erläutert Wehling. Der Demokrat habe sich durchwegs als «charismatische Persönlichkeit präsentiert, die für einen politischen Neuanfang steht».

Wunsch nach politischer Trendwende

«Die Berichterstattung der US-Medien ist in diesem Sinne auch Ausdruck des zunehmenden Wunsches der dortigen Bevölkerung nach einer politischen Trendwende», ergänzt Wehling. Die vorherrschende Aufbruchsstimmung in den USA sei Obama in dieser Hinsicht eindeutig entgegen gekommen. Dieser habe es geschafft, sich als «Erlöser» zu präsentieren, der das Land aus der gegenwärtigen Misere herausführen will.

«Die Art der Medienberichterstattung alleine entscheidet aber noch lange nicht über den schlussendlichen Ausgang der Wahl», betont Wehling.

Die Reaktion von McCain auf die mediale Übermacht Obamas sei strategisch gesehen jedenfalls kein besonders geglückter Schachzug. «Wenn man sich auf diese Art und Weise mit seinen politischen Gegnern auseinandersetzt, hat man zumeist schlechte Karten», meint Wehling. Stimmung aus der Defensive heraus zu machen, sei in der Politik generell eher kontraproduktiv.

«Eine defensive Haltung suggeriert den Menschen, dass derjenige sich womöglich selbst schon als Verlierer sieht. McCain sollte sich viel eher darum bemühen, positive Signale in der Öffentlichkeit zu setzen. Wenn er seine Kritik an den Medien nicht einfühlsam genug vorbringt, könnte sich diese Strategie auch gegen ihn selbst wenden», so Wehling abschliessend.

(dl/pte)

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