Mehr Evidenz in der Medizin - das Denkfest zeigt wie
publiziert: Freitag, 5. Sep 2014 / 14:29 Uhr / aktualisiert: Freitag, 5. Sep 2014 / 18:33 Uhr
Denkfest, der Unterhaltungsteil: Günther «Gunkl» Paal wird am Donnerstag auftreten. Chance auf Gratistickets in der Kolumne...
Denkfest, der Unterhaltungsteil: Günther «Gunkl» Paal wird am Donnerstag auftreten. Chance auf Gratistickets in der Kolumne...

Die Lebenserwartung der Schweizerinnen und Schweizer nimmt stetig zu. 2012 betrug sie mit 82.7 Jahren bemerkenswerte 11.5 Jahre mehr als ein halbes Jahrhundert zuvor. Wesentlich dazu beigetragen hat der medizinische Fortschritt. Parallel dazu hat sich auch der Gesundheitsmarkt entwickelt. Allein von 1997 bis 2011 erhöhten sich die Gesundheitskosten pro Kopf von 5388 auf 8160 Franken.

Weiterführende Links zur Meldung:

Denkfest
Homepage der Denkfest mit allen wichtigen Infos.
denkfest.ch

Klar, dass möglichst viele in diesem Milliardenmarkt mitverdienen wollen. Und viele Anbieter tragen in der Tat wesentlich dazu bei, dass uns zahlreiche Leiden nichts mehr oder nur noch wenig anhaben können. Doch selbstredend versuchen auch viele, mit unredlichen Angeboten Geld zu verdienen. Da sind zum einen Quacksalber wie Homöopathen, die mit nachweislich unwirksamem Voodoo Patienten falsche Hoffnungen machen und diese oftmals sogar davon abhalten, sich einer wirksamen Behandlung zu unterziehen. Doch auch Hersteller von Pharmazeutika spielen oft mit unlauteren Mitteln: Ergebnisse von Studien, bei denen nicht die erhofften Wirkungen auftraten, werden unter Verschluss gehalten oder neue Präparate werden alleine gegen Placebo statt gegen die aktuell wirksamsten getestet, um mit scheinbar beeindruckenden Ergebnissen brillieren zu können.

Das Wissensfestival Denkfest bietet am Freitag, 12. September beste Gelegenheit zu erfahren und zu erleben, was seriöse von fragwürdiger Forschung unterscheidet, wie die Wirksamkeit von Heilmitteln und Therapien überprüft werden kann - aber auch wann eine Objektivierung von Ergebnissen tatsächlich besonders herausfordernd ist. Zum Auftakt wird das Theaterprogramm «Livestudie» aufgeführt. In ihm wird im Schnellzugtempo von der Datenerhebung bis zur Auswertung das Wesen einer klinische Studie aufgezeigt. Das Besondere: Die Zuschauer sind - selbstredend anonym - zugleich Studienteilnehmer, auch ihre Daten, zum Beispiel über Kaffeekonsum, fliessen in die Analysen ein. Und sie können live erleben, wie einfach es ist, gewünschte Effekte zu erzielen oder die absurdesten Korrelationen von Daten bedeutungsvoll erscheinen zu lassen.

Danach wird über den Stand der Krebsforschung berichtet, kontrovers über die Frage debattiert, ob Massenbeschneidungen ein adäquates Mittel im Einsatz gegen Aids in Afrika sind und von einem Physiotherapeuten und einer Medizinerin erzählt, wie sich Langzeitschmerzen behandeln lassen und was die Herausforderungen an evidenzbasierte Studien sind. Zum Schluss erzählt ein Vertreter der internationalen AllTrials-Kampagne, wieso es wichtig ist, dass sämtliche klinische Studien vorangemeldet werden und Studienresultate und Untersuchungsmethoden offengelegt werden.

Das Denkfest ist ein von den Freidenkern initiiertes, viertägiges Wissensfestival. Zum Auftakt gibt's am Donnerstag 11. September zweimal Kabarett: Um 18.15 Uhr tritt Timandra Harkness mit ihrem englischsprachigen Programm «Brainsex», um 20.15 der Österreicher Gunkl mit «Die grossen Kränkungen der Menschheit» auf. Von Freitag bis Sonntag gibt es Ganztagesprogramme mit Referaten und Diskussionen zu den Themen Medizin und Methode, Evolution und Ethik fürs 21. Jahrhundert. Bekanntester Gastredner ist der Evolutionsbiologe Richard Dawkins. Am Freitagabend steht das Conference Dinner mit Science Slam auf dem Programm und am Samstagabend führen zwei Solisten, der Chor TonAnTon und das Orchestre Evolutionnaire et Fantastique das Oratorium «Die Evolution» auf. 


news.ch verlost fünf Tickets für den Denkfest-Kabarettabend!

Einfach hier anmelden und uns Deine Postadresse schicken. Die ersten fünf Einsender werden am 11. September was zu lachen haben.

(Andreas Kyriacou/news.ch)

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