Zika-Infektion
Mehr Fehlbildungen in Brasilien bestätigt
publiziert: Mittwoch, 2. Mrz 2016 / 19:41 Uhr
Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. (Archivbild)
Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. (Archivbild)

Rio De Janeiro/Havanna/Bratislava - Die bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infizierten, haben sich in Brasilien innerhalb von zwei Wochen verdoppelt.

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In 82 von 641 eindeutigen Mikrozephalie-Fällen sei bei den Müttern eine Ansteckung nachgewiesen worden, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Dienstag (Ortszeit) mit. Vor zwei Wochen waren es noch 41 gewesen. Nach Ansicht der Behörden könnte für die meisten Mikrozephalie-Fälle eine Zika-Infektion der Mutter verantwortlich sein. Weitere 4222 Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen werden untersucht.

Zika ist bisher in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden, Brasilien ist am stärksten betroffen. Auch auf der Karibikinsel Kuba ist jetzt der erste Fall einer Zika-Infektion registriert worden.

Das Virus sei von einer venezolanischen Medizin-Studentin eingeschleppt worden, die am 21. Februar nach Kuba einreiste, teilte das Gesundheitsministerium in Havanna mit. Die 28-Jährige habe die typischen Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlag gezeigt. Eine Laboruntersuchung habe die Infektion bestätigt. Nach Angaben der Frau waren bereits ihr Ehemann und ihr Schwager an Zika erkrankt.

Nach Kuba nun auch die Slowakei betroffen

Und auch die Slowakei hat ihren ersten bestätigten Zika-Fall. Gesundheitsminister Viliam Cislak teilte am Mittwoch mit, bei einer in der vergangenen Woche ins Krankenhaus Presov eingelieferten Frau habe sich der Verdacht einer Infektion bestätigt.

Die Frau hatte sich während einer Südamerika-Reise angesteckt. Sie sei bereits entlassen, ihr gehe es gut. Man habe ihr empfohlen, in nächster Zeit nicht schwanger zu werden und Vorsichtsmassnahmen in ihrem Sexualleben zu treffen. Auch Blut spenden solle sie nicht.

Der Zika-Erreger steht im Verdacht, durch eine Infektion von Schwangeren bei deren Babys Fehlbildungen zu verursachen. Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt, was meist zu geistiger Behinderung führt. Eine solche Mikrozephalie kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Medikamente.

Bisher kein Impfstoff

Das Virus wird vor allem von Stechmücken übertragen, tauchte vor Jahrzehnten erstmals in Afrika auf und breitet sich seit einigen Monaten rasant in Lateinamerika aus. Die weitaus meisten Zika-Infektionen sind mit keinen oder nur schwachen, grippeähnlichen Symptomen verbunden. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Eine am Dienstag veröffentlichte Studie lieferte den bisher klarsten Beleg dafür, dass das Zika-Virus auch das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) auslösen kann.

Ein Team des Pariser Institut Pasteur analysierte Blutproben von 42 Patienten aus Französisch-Polynesien, die vor etwa zwei Jahren während einer Zika-Epidemie die Autoimmun-Erkrankung entwickelt hatten. Bei allen fanden die Forscher Hinweise auf eine vorherige Zika-Infektion.

Das Syndrom verursacht lebensbedrohliche Lähmungen, oft gibt es Langzeitfolgen. Die von der aktuellen Zika-Epidemie betroffenen Länder sollten sich auf eine Welle von GBS-Patienten in den kommenden Monaten einstellen, mahnen die Forscher im Fachblatt «The Lancet».

(bert/sda)

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