Mehr Guantánamo-Häftlinge im Hungerstreik
publiziert: Dienstag, 30. Mai 2006 / 07:03 Uhr

Guantánamo - Im Gefangenenlager des US-Marinestützpunkts Guantánamo auf Kuba haben sich einem Pressebericht zufolge Dutzende von Häftlingen drei Hungerstreikern angeschlossen. Diese werden seit August 2005 zwangsernährt.

Die Streikenden würden «human» Zwangsernährt.
Die Streikenden würden «human» Zwangsernährt.
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Wie die Zeitung «The Miami Herald» am Montag unter Berufung auf den US-Fregattenkapitän Robert Durand schrieb, sind mittlerweile insgesamt 78 Gefangene im Hungerstreik. Keiner von ihnen ist laut Durand unmittelbar gefährdet.

«Die Hungerstreiktechnik steht im Einklang mit der Praxis von El Kaida», sagte der Marinesoldat.

Das Weisse Haus in Washington hatte vor einigen Wochen auf Nachfrage nach dem System der Zwangsernährung in Guantánamo geantwortet, die Gefangenen dort würden «human» behandelt.

Keine Kriegsgefangene

Die meisten der rund 460 Gefangenen wurden nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan im Herbst 2001 festgenommen. Ihnen werden Verbindungen zu den Taliban und zum El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden vorgeworfen.

Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen; die meisten von ihnen haben keinerlei Rechtsbeistand.

Viele der zum grössten Teil seit vier Jahren ohne Anklage Inhaftierten leiden laut dem Bericht einer Delegation von Anwälten an Depressionen.

Schliessung verlangt

Ausser der UNO und Menschenrechtsorganisationen verlangt auch der britische Generalstaatsanwalt und Rechtsberater der Regierung von Tony Blair, Peter Goldsmith, die Schliessung des Gefangenenlagers Guantánamo.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Januar gesagt, eine Einrichtung wie Guantánamo «kann und darf auf Dauer so nicht existieren».

(rr/sda)

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