Mehr Rentner beziehen Ergänzungsleistungen
publiziert: Freitag, 29. Jun 2012 / 11:19 Uhr
179'100 AHV-Rentner erhielten Ende 2011 eine Ergänzungsleistung.
179'100 AHV-Rentner erhielten Ende 2011 eine Ergänzungsleistung.

Bern - Immer mehr AHV- und IV-Rentner sind auf Ergänzungsleistungen (EL) angewiesen. Ende 2011 bezogen 287'000 Personen eine Ergänzungsleistung. Dies sind 10'500 Personen mehr als im Vorjahr, was einem Plus von 3,8 Prozent entspricht.

Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
9 Meldungen im Zusammenhang
Der Bestand der Personen mit Ergänzungsleistungen sei im vergangenen Jahr etwas stärker gewachsen als in den letzten Jahren, schreibt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in der am Freitag veröffentlichten Statistik.

Ein wichtiger Grund dafür sei die Erhöhung der Vermögensfreibeträge, die für den Anspruch auf EL entscheidend sind. Ergänzungsleistungen werden an Personen mit einer AHV- oder IV-Rente ausgerichtet, wenn deren Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken kann.

Hoher Anteil bei IV-Rentnern

Bei den IV-Rentnern ist der Anteil der EL-Bezüger viel höher als bei den AHV-Rentnern. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der IV-Rentner, die EL beziehen, um 1,6 Prozentpunkte auf 40 Prozent. Bei den AHV-Rentnern liegt der Anteil der EL-Bezüger seit 10 Jahren bei rund 12 Prozent.

Ob ein IV-Rentner EL benötigt oder nicht, ist laut BSV stark vom Alter abhängig. Von den jungen Personen mit einer IV-Rente benötigen zwischen 60 und 70 Prozent eine EL. Bei den 50-Jährigen sind es 39 Prozent. Grund dafür ist, dass jüngere invalide Personen nicht oder nur kurz erwerbstätig waren und somit über kleine Renten verfügen.

Eine umgekehrte Tendenz zeigt sich in der Altersversicherung. Während von den neuen AHV-Rentnern nur 7 Prozent eine EL beanspruchen, sind es bei den 90-Jährigen 25 Prozent. Die EL-Quote steigt also mit dem Alter: Je älter, umso eher EL. Diese Tendenz hänge mit der steigenden Wahrscheinlichkeit eines Heimeintritts und den damit verbundenen Kosten zusammen, schreibt das BSV.

Kosten von rund 2 Milliarden

Insgesamt 179'100 AHV-Rentner und 108'500 IV-Rentner erhielten Ende 2011 eine EL. Bei den AHV-Rentnern waren dies 7600 mehr als im Vorjahr, bei den IV-Rentnern 2900.

Die Kosten für die existenzsichernden Ergänzungsleistungen betrugen im Jahr 2011 rund 2 Milliarden Franken, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zunahme ist laut BSV einerseits auf die grössere Zahl der EL-Beziehenden zurückzuführen und andererseits auf die Erhöhung der Vermögensfreibeträge per 1. Januar 2011.

Die Vermögensfreibeträge waren nach fast zwanzig Jahren angehoben worden. Bei einer alleinstehenden Person wird nun ein Vermögen berücksichtigt, das 37'500 Franken übersteigt. Vorher galt ein Freibetrag von 25'000 Franken.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK) pocht bei der IV-Revision auf Sparmassnahmen. ... mehr lesen
Eine volle IV-Rente soll künftig nur noch erhalten, wer zu mindestens 80 Prozent invalid ist.
Bern - Der Vorstand des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) will die AHV stärken und zu diesem Zweck eine ... mehr lesen 6
Die monatlichen Renten sollen um 10 Prozent oder rund 200 Franken steigen, fordert Paul Rechsteiner. (Archivbild)
Bern - Laut dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) muss man sich um die Finanzierung der AHV bis gegen 2020 noch keine grossen Sorgen machen. Ab dann wird eine Reform aber nötig sein. Unter anderem wird eine schrittweise Erhöhung des Rentenalters für beide Geschlechter bis 2040 auf 67 vorgeschlagen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Luzern - Behinderte Menschen haben keinen grundrechtlichen Anspruch auf unbegrenzte Ergänzungsleistungen für Pflege ... mehr lesen
Kein Anspruch auf unbegrenzte Ergänzungsleistungen für Behinderte.
Kantone müssen sich bei IV-Rentnern an Spitalkosten beteiligen.
Bern - Die Kantone müssen weiterhin für einen Teil der Spitalbehandlungen von IV-Rentnerinnen und -Rentnern aufkommen. ... mehr lesen
Bern - Die AHV-Jahresrechnung hat 2011 mit einem Überschuss von einer Milliarde Franken abgeschlossen. Die Invalidenversicherung (IV) schrieb eine «rote Null». mehr lesen 
Bern - Die Ausgaben für Verbilligungen der Krankenkassenprämien, Ergänzungsleistungen zu AHV und IV sowie für Sozialhilfe ... mehr lesen 1
Die Ausgaben für die Prämienverbilligungen sind am stärksten angestiegen.
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für benachteiligte Kinder und deren Familien stark macht.
Herzogin Kate.
Herzogin Kate.
Monarchie  Norwich - Den kleinen Babybauch mit Handtasche oder einem Strauss Blumen verdeckend, hat die britische Herzogin Kate am Dienstag eine Spendenaktion zum Bau eines Kinderhospizes eröffnet. 
Malene Birger: Fan von Herzogin Kate Malene Birger ist stolz, dass ihre Designs auch bei Stars so gut ankommen.
Herzogin Catherine.
Afghanische Grossfamilie  Lausanne - Eine achtköpfige Familie aus Afghanistan erhält in der Schweiz zu Recht nur Nothilfe. Das hat ...  
Der Entscheid im Bundesgericht ist gefallen. (Symbolbild)
Eine Mutter mit ihren Kindern flüchtet aus Kenia.
Wegen Gewalt  Nairobi - Angesichts der jüngsten Gewalt im Norden Kenias haben mehrere Gewerkschaften ...   2
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1067
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 49
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1067
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 49
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1521
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1067
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1067
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
  • LinusLuchs aus Basel 49
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Christian Schaffner ist Executive Director vom Energy Science Center (ESC) an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Chancen und Risiken im Energiesektor Mit der Energiestrategie 2050 will der Bund das ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 5°C 6°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 5°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 6°C 7°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 8°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 8°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 8°C 12°C leicht bewölkt stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen
Lugano 9°C 12°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten