Mehr Verdachtsfälle von Internetkriminalität
publiziert: Sonntag, 18. Feb 2007 / 12:45 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 18. Feb 2007 / 13:39 Uhr

Bern - Die Bundesbehörden haben im vergangenen Jahr 350 Verdachtsfälle von Internetkriminalität entdeckt. Das sind 60 mehr als 2005. Meist ging es um Kinderpornographie.

Erfahrungsgemäss geht es bei den meisten Dossiers um illegale Pornographie, meist Kinderpornographie.
Erfahrungsgemäss geht es bei den meisten Dossiers um illegale Pornographie, meist Kinderpornographie.
Die Zunahme um rund 20 Prozent deute nicht unbedingt auf eine Zunahme der Zahl der Pädophilen in der Schweiz hin, bestätigte Guido Balmer, Sprecher beim Bundesamt für Polizei (fedpol), einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Sie liege im Bereich der normalen Schwankungen.

Die 350 Verdachtsdossiers wurden von der Koordinationsstelle für Internetkriminalität (Kobik) an die Schweizer Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. In etwa neun von zehn Fällen nahmen die Kantonspolizeien aufgrund dieser Hinweise Hausdurchsuchungen vor und beschlagnahmte Filme oder Bilder.

Meistens Pornografie

Erfahrungsgemäss geht es bei den Dossiers laut Balmer in der Regel um illegale Pornographie, meist Kinderpornographie. Die genaue Auswertung der Daten vom letzten Jahr sei aber noch nicht erfolgt.

Zurückgegangen ist 2006 die Anzahl Meldungen aus der Bevölkerung an die Kobik. Über ein Formular wurden 6618 Hinweise gemeldet, 2005 waren es noch 7345 gewesen. Die Kobik überprüft diese, und stellt daraus eventuell ein Verdachtsdossier zusammen. Rund 200 Dossiers ohne Schweizer Bezug werden zudem jedes Jahr an Interpol weitergegeben.

Laut Balmer konnte die Qualität der Dossiers im vergangenen Jahr dank der Aufstockung der Kobik um eine Stelle gesteigert werden. Die neue Stelle konnte geschaffen werden, nachdem als letzter Kanton auch Zürich beschlossen hatte, sich finanziell an der dem fedpol angegliederten Kobik zu beteiligen.

(fest/sda)

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