Ägypten
Mehr als drei Dutzend Tote bei Demonstrationen in Ägypten
publiziert: Sonntag, 6. Okt 2013 / 17:44 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 6. Okt 2013 / 22:31 Uhr
Tausende Islamisten hatten sich in mehreren Städten an den Protesten beteiligt. (Archivbild)
Tausende Islamisten hatten sich in mehreren Städten an den Protesten beteiligt. (Archivbild)

Kairo - Der Machtkampf in Ägypten ist am Sonntag erneut eskaliert: Laut amtlichen Angaben wurden 38 Menschen getötet und mindestens 200 weitere verletzt, als Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi und dessen Gegner gleichzeitig in Kairo und anderen Städten auf die Strasse gingen.

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Bei den Protesten gab es immer wieder Zusammenstösse zwischen Islamisten und ihren Gegnern. Auch die Sicherheitskräfte gingen massiv gegen Unterstützer der Muslimbruderschaft vor.

Die Polizei feuerte in der Umgebung des zentralen Tahrir-Platzes in Kairo mit Schrot, Tränengas und Gummigeschossen, um die Anhänger des vom Militär gestürzten demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zurückzudrängen.

Auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz demonstrierten derweil Anhänger der derzeitigen Staatsführung. Die Mursi-Anhänger wurden durch den Polizeieinsatz in das Stadtviertel Dokki auf der anderen Seite des Nils zurückgedrängt.

Polizisten fassten Demonstranten und schlugen auf sie ein, bevor sie diese in Handschellen abführten, während Anwohner Beifall klatschten. In einem anderen Stadtviertel sprangen Demonstranten in den Nil, als sie von Polizisten verfolgt wurden.

Ägypten feiert angeblichen Sieg gegen Israel

Das Militär war vor den Grossdemonstrationen in Kairo am Sonntag mit zahlreichen gepanzerten Fahrzeugen aufmarschiert. Zum 40. Jahrestag des Yom-Kippur-Kriegs mit Israel mobilisierten die verfeindeten politischen Lager ihre Anhänger.

Tausende Anhänger der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung versammelten sich auf dem Tahrir-Platz, während Kampfflugzeuge über die ägyptische Hauptstadt flogen, um an den israelisch-arabischen Krieg im Jahr 1973 zu erinnern.

Ägypten, der damalige Angreifer am höchsten jüdischen Feiertag, sieht sich als Sieger des Waffenganges. Dieser Einschätzung widersprechen aber die Fakten - nicht zuletzt die Tatsache, dass die israelische Armee den Suez-Kanal überschritt und kurze Zeit später lediglich gut 50 Kilometer vor den Toren Kairos stand. Sie konnte erst auf Druck der UNO von einem weiteren Vormarsch abgehalten werden.

 

(fest/sda)

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