Mehrere Tote bei Protesten gegen Schmäh-Film
publiziert: Freitag, 14. Sep 2012 / 15:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Sep 2012 / 22:40 Uhr

Teheran - Die wütenden Proteste gegen einen islamfeindlichen US-Film in der islamischen Welt reissen nicht ab. Mehrere Personen wurden getötet. In Tunis stürmten Demonstranten die US-Botschaft. Im Sudan richtete sich die Wut der Menge auch gegen die Vertretungen Deutschlands und Grossbritanniens.

15 Meldungen im Zusammenhang
Tausende Demonstranten steckten am Freitag die deutsche Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum in Brand. Einige Demonstranten rissen auf dem Gebäude zudem die deutsche Flagge herunter und hissten eine islamistische Fahne. Botschaftspersonal kam nicht zu Schaden.

Auch die nahe gelegene britische Botschaft in Khartum wurde angegriffen. Danach zogen mehrere hundert Demonstranten zur US-Botschaft.

Dort kam es zu schweren Zusammenstössen mit Sicherheitskräften, die Warnschüsse abfeuerten. Ein Demonstrant starb, als ein Polizeifahrzeug ihn überfuhr. Ein weiterer Mann kam unter ungeklärten Umständen ums Leben.

Beim Sturm der US-Vertretung in der tunesischen Hauptstadt Tunis starben am Freitag laut Angaben der tunesischen Nachrichtenagentur TAP mindestens drei Menschen. 28 Menschen wurden demnach verletzt.

Fahrzeuge in Brand gesetzt

Mehrere Demonstranten waren über eine der Botschaftsmauern geklettert. Nachdem die Menge Molotowcocktails auf das Gelände geworfen hatte, brannten mehrere Fahrzeuge. Die Polizei setzte zunächst Tränengas ein. Später schossen die Sicherheitskräfte.

Zu gewaltsamen Ausschreitungen kam es auch in Libanon, wo Papst Benedikt XVI. sich zu einem Besuch aufhielt. Etwa 300 Islamisten zündeten ein US-Schnellrestaurant in Tripolis an. Bei Zusammenstössen mit Sicherheitskräften wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Demonstrant erschossen, 25 weitere Menschen wurden verletzt.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo versammelten sich zehntausende Menschen vor der US-Botschaft. Randalierer warfen Steine auf die Polizei. Laut Augenzeugen warfen die Polizisten die Steine zurück und vertrieben die Protestierenden mit Tränengas.

Ohne Zwischenfälle verliefen die von den Muslimbrüdern organisierten Proteste vor den Moscheen des Landes. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte zuvor erklärt, es sei zwar legitim, gegen den Mohammed-Schmähfilm zu protestieren. Dabei dürfe man jedoch keine Gewalt anwenden.

USA schicken Spezialeinheit in den Jemen

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa feuerten Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und Tränengas, als etwa 2000 Menschen zur US-Botschaft marschieren wollten. Am Donnerstag waren vier Menschen bei Protesten vor der US-Botschaft in Sanaa getötet worden.

Die USA entsandten zum Schutz ihrer Botschaften je eine Spezialeinheit der US-Marineinfanterie in den Jemen und nach Libyen. Zu heftigen Protesten nach dem Freitagsgebet kam es unter anderem auch in Bangladesch, Afghanistan, Iran und in den palästinensischen Gebieten.

Auslöser der Proteste waren die auf Youtube veröffentlichten Sequenzen von «Innocence of Muslims» («Unschuld der Muslime»). Darin wird der Prophet Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dargestellt. YouTube hat den Zugang zu dem umstrittenen Video in Libyen, Ägypten, Indien und Indonesien zeitweise gesperrt.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Dhaka - In Bangladesch hat es am Freitag erneut Zusammenstösse wegen des Todesurteils gegen einen Islamistenführer gegeben. Auf einem Markt in Gaibandha gingen hunderte ... mehr lesen
Unruhen in Bangladesch.
New York - Nach den weltweiten Protesten gegen den islamfeindlichen Film «Die Unschuld der Muslime» haben die Aussenminister von 57 islamischen Staaten Gesetze zum Schutz der Religion gefordert. Die Weltgemeinschaft müsse «nötige Massnahmen» gegen «religiösen Hass, Diskriminierung und Gewalt» ergreifen. mehr lesen 
Paris - Die USA haben das Kopfgeld scharf verurteilt, das ein pakistanischer Minister auf den Macher des islamfeindlichen Films ... mehr lesen 1
Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf distanzierte sich am Sonntag nach Worten eines Sprechers «vollständig» von dem Mordaufruf.
Islamabad - Der pakistanische Premier Raja Pervez Ashraf hat sich vom Mord-Aufruf eines Kabinettsmitglieds gegen den Macher des Mohammed-Schmähvideos distanziert. Seine Regierung habe mit dem von Eisenbahnminister Ghulam Ahmad Bilour ausgesetzten Kopfgeld nichts zu tun, sagte der Regierungschef am Sonntag. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Berlin - Die deutsche Regierung will gegen den anti-islamischen Film «Die Unschuld ... mehr lesen 1
Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich vorstellen, dass es gute Gründe für ein Verbot gibt.
Scheich Hassan Nasrallah hat zu Protesten aufgerufen.
Karachi - In Afghanistan ist es nach mehreren friedlichen Protesten gegen ein einen islamfeindlichen Film aus den USA ... mehr lesen 2
Dhaka/Kabul - Die Regierung von Bangladesch hat sich für das Verbot eines in den USA privat hergestellten antiislamischen Schmähvideos ausgesprochen. Kein Muslim könne eine Verunglimpfung des Propheten Mohammed tolerieren, sagte Ministerpräsidentin Sheikh Hasina am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka. mehr lesen 
Beirut - Papst Benedikt XVI. hat sich bei seinem Besuch im Libanon für eine Friedenskultur der Religionen im Nahen Osten und ein ... mehr lesen
Papst Benedikt XVI. fordert eine Erziehung zum Frieden.
Der UNO-Sicherheitsrat ist beunruhigt über die Lage. (Archivbild)
Sydney - Die Welle der Gewalt radikaler Muslime wegen eines islamfeindlichen ... mehr lesen
CNN-News Nach dem tödlichen Anschlag auf US-Diplomaten in Libyen, dem Angriff auf die US-Botschaft in Ägypten und den besänftigenden ... mehr lesen
John Kerry äussert sich wenig zurückhaltend über Romneys Äusserungen.
Wenn Fanatiker Fanatiker fanatisieren (Symbolbild)
Etschmayer Die Proteste gegen den kontroversen und von fast niemandem in seiner Gänze gesehenen Mohammed-Film werden noch einige ... mehr lesen 2
Washington - Die USA erwarten kein rasches Ende der Protestwelle gegen ihre Einrichtungen in der islamischen Welt, die ein von ... mehr lesen 4
Trotz einer Reihe von Affären hat US-Präsident Barack Obama bislang nichts an Popularität eingebüsst.
Trotz einer Reihe von Affären hat US-Präsident Barack ...
USA  Washington - Trotz einer Reihe von Affären hat US-Präsident Barack Obama bislang nichts an Popularität eingebüsst. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders CNN gaben 53 Prozent der Teilnehmer an, sie stimmten der Art und Weise zu, wie Obama seinen Job erledige. 
Tunesien  Tunis - Anhänger der islamisch-fundamentalistischen Salafisten-Bewegung Ansar al-Scharia haben sich am Sonntag in Tunesien ...  
In Tunesien haben sich Anhänger der Salafisten-Bewegung Ansar Asharia und Sicherheitskräfte am Sonntag gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert. (Symbolbild)
Neue Regierung in Tunesien Tunis - Eine neue Regierung mit unabhängigen Experten soll Tunesien aus der schweren politischen Krise führen. Nach ...
Das Kabinett solle am Freitag vorgestellt werden, sagte Larayedh am Donnerstagabend.
Wasserkraftwerk der Superlative  Paris/Kinshasa - Ab 2015 will die Demokratische Republik Kongo zusammen mit Südafrika das grösste Wasserkraftwerk der Welt bauen. Den Starttermin für das Projekt am Kongofluss legten beide Länder bei einem Treffen am Samstag in Paris fest, wie am Sonntag bekanntgegeben wurde.  
Titel Forum Teaser
  • jorian aus Gretzenbach 1173
    Luxemburg Warum wird nicht über Luxemburg ... Sa, 18.05.13 17:56
  • jorian aus Gretzenbach 1173
    Syrien Der Assad muss weg, damit die Islambrüder an die Macht kommen. So ... Fr, 17.05.13 08:11
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1554
    Krass... was da abgeht unter dem Namen "Allahs". Allerdings neigen nicht nur ... Do, 16.05.13 14:46
  • jorian aus Gretzenbach 1173
    EURO! Der € sollte, die europäischen Völker zusammenschweissen. Das Gegenteil ... Di, 14.05.13 12:11
  • mariesuisse aus Bern 200
    Guatemala es vergehen immer viel zu viele Jahre, bis Diktatoren, die ... Di, 14.05.13 10:48
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1554
    Heuchler "Iran warnt vor Einsatz von Giftgas" ... und liefert Waffen nach Syrien ... Sa, 11.05.13 13:45
  • keinschaf aus Henau 1513
    under-agent Eine eigentlich überflüssige Antwort auf eine überflüssige ... Sa, 11.05.13 11:49
  • HeinrichFrei aus Zürich 223
    "Wir" Bürger die sich an Gesetze und Verordnungen halten Unter "Wir" verstehe ich Bürger wie Sie und mich die Steuern zahlen, ... Sa, 11.05.13 07:35
Senator Orrin Hatch: «So etwas habe ich in der Vergangenheit noch nicht erlebt − ausser damals unter Nixon.»
CNN-News Dreifacher Trouble für den Präsidenten Das Weisse Haus muss in diesen Tagen an mehreren ...
Wettbewerb
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 6°C 9°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 6°C 10°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 9°C 12°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Bern 7°C 15°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 10°C 16°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Genf 8°C 15°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 10°C 16°C leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten