Mehrere hungerstreikende Häftlinge in Türkei in Lebensgefahr
publiziert: Freitag, 8. Dez 2000 / 10:27 Uhr

Istanbul - Das Leben mehrerer türkischer Häftlinge, die sich seit Ende Oktober einem «Todesfasten» angeschlossen haben, hängt an einem Faden. «Nun kann es jeden Moment Tote geben», sagte Metin Bakkalci von der Türkischen Ärztevereinigung am Freitag der Zeitung «Radikal».

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Die Hungerstreikenden protestieren gegen eine geplante Gefängnisreform, mit der ein Zellensystem nach westlichem Standard eingeführt werden soll. Bisher werden bis zu 100 Häftlinge in grossen Räumen festgehalten. Menschenrechtsgruppen befürchten, dass die Häftlinge durch das neue System isoliert werden und Übergriffen von Aufsehern ausgesetzt sein könnten.

Dem «Todesfasten» haben sich bisher rund 200 Inhaftierte in mehreren Gefängnissen angeschlossen. Einige von ihnen sollen Fernsehberichten zufolge bereits bis zu 25 Kilogramm an Gewicht verloren haben. Obwohl sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert, verweigern sie jede medizinische Hilfe.

(la/sda)

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