'Mein Lebensretter starb in meinen Armen'
publiziert: Samstag, 5. Mrz 2005 / 19:16 Uhr / aktualisiert: Samstag, 5. Mrz 2005 / 19:50 Uhr

Rom - Freude und Trauer in Italien: Nach einem Monat Geiselhaft im Irak ist die Journalistin Giuliana Sgrena wieder in ihrer Heimat. Sgrenas Auto war nach ihrer Freilassung von US-Soldaten beschossen worden; ein italienischer Geheimdienstbeamter starb.

Erst befreit und dann beschossen: Giuliana Sgrena. Bild: Archiv.
Erst befreit und dann beschossen: Giuliana Sgrena. Bild: Archiv.
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Die 56-jährige Journalistin war auf dem Weg zum Bagdader Flughafen an der Schulter verletzt worden. Sgrena zeigte sich erschüttert über den Tod des Geheimdienstbeamten Nicola Calipari.

"Der schlimmste Moment war, als der Mann, der mir das Leben rettete, in meinen Armen starb", sagte sie. Der 51-Jährige hatte sich schützend vor sie geworfen. Zwei weitere Geheimdienstler wurden im Kugelhagel verletzt, einer davon war am Samstag in kritischem Zustand.

Kollegen, Politiker und Angehörige empfingen die Journalistin der linken Tageszeitung Il Manifesto und der deutschen Wochenzeitung Die Zeit. Berlusconi, ein enger Verbündeter von US-Präsident George W. Bush im Irak, begrüsste die erklärte Irak-Kriegs-Gegnerin.

Staatsbegräbnis für Calipari

Auf zwei Begleiter gestützt, darunter ihr Lebensgefährte Pier Scolari, stieg Sgrena auf dem römischen Flughafen Ciampino aus einer Regierungsmaschine. Einen Arm trug sie in einer Schlinge. Sie wurde in ein Spital gebracht.

Nach Angaben des Il Manifesto-Chefredaktors Gabriele Polo wurde bereits in Bagdad eine Kugel aus Sgrenas Körper entfernt. "Es war vielleicht dasselbe Projektil, das Nicola Calipari tötete", sagte Polo. Calipari soll am Montag bei einem Staatsbegräbnis in Rom beigesetzt werden.

Kugelhagel der US-Truppen

Sgrena sagte nach ihrer Ankunft, ihre Entführer hätten sie nie schlecht behandelt. Den US-Beschuss beschrieb sie als Kugelhagel. Scolari beschuldigte die Amerikaner, sie hätten das Auto seiner Lebensgefährtin absichtlich beschossen. Giuliana hatte Informationen, wonach die US-Militärs sie töten wollten, sagte er.

Er forderte die Behörden Italiens auf, nicht an die US-Berichte zu glauben. "Entweder müssen die Amerikaner zugeben, dass ihre eingeschüchternen Soldaten auf jeden schiessen, oder es handelt sich um eine Aktion anderer Art", fügte Scolari hinzu. Die USA versprachen, den Vorfall aufzuklären.

(mo/sda)

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