Meister der metaphysischen Trostlosigkeit
publiziert: Dienstag, 31. Jul 2007 / 08:31 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 31. Jul 2007 / 10:21 Uhr

Stockholm - Der schwedische Film- und Theaterregisseur Ingmar Bergman ist am Montagmorgen im Alter von 89 Jahren in seinem Haus auf der Ostseeinsel Frö gestorben. Das teilte seine Tochter Eva Bergman der Nachrichtenagentur TT in Stockholm mit.

«Das Schweigen» wurde mit zahlreichen Aufführungsverboten belegt.
«Das Schweigen» wurde mit zahlreichen Aufführungsverboten belegt.
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Bergman galt als einer der bedeutendsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts. 1997 erhielt er beim 50. Filmfestival in Cannes für seine Gesamtleistung die «Palme der Palmen», die höchste jemals dort vergebene Auszeichnung. Den Oscar für sein Lebenwerk hatte er bereits 1970 erhalten.

Ingmar Bergman wurde am 14. Juli 1918 in Uppsala als Pfarrerssohn geboren und streng religiös erzogen. Mit 19 Jahren verliess er sein Elternhaus und begann ein Studium der Literaturgeschichte, das er aber nicht beendete.

Preisregen in Cannes und Hollywood

Während des Studiums schloss er sich einer Studentengruppe an und begann als Regieassistent am Theater. Ausserdem entwickelte er eine starke Begeisterung für die Stummfilme seiner Heimat.

1946 kam sein erster eigener Film «Krise» heraus. Der Durchbruch gelang ihm 1955 mit «Das Lächeln einer Sommernacht», der im Jahr darauf bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet wurde. «Das siebente Siegel» brachte ihm 1957 in Cannes den Spezialpreis der Jury und 1958 erhielt «Nahe dem Leben» den Regiepreis ebendort.

Ausser dem Lebenswerk-Oscar erhielt er Oscars in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für «Die Jungfrauenquelle» 1961, «Wie in einem Spiegel» 1962 und «Fanny und Alexander» 1984.

Persönliche Dämonen

Anfang der sechziger Jahre machte er international Schlagzeilen mit damals als gewagt eingestuften Darstellungen von Sexualität. So wurde sein Film «Das Schweigen» aus dem Jahr 1962 mit zahlreichen Aufführungsverboten belegt.

Als ein Meilenstein galten die als TV-Serie sowie als Kinofilm veröffentlichten «Szenen einer Ehe» 1973 mit Bergmans zeitweiliger norwegischer Lebensgefährtin Liv Ullmann und seinem Landsmann Erland Josephson in den Hauptrollen.

Seine Werke waren stets von Melancholie geprägt, im Hintergrund stand meist die Frage nach dem Sinn des Lebens. In einem Interview sagte er 2001 der Nachrichtenagentur Reuters, zeit seines Lebens hätten ihn persönliche Dämonen getrieben - sie hätten ihn sowohl gepeinigt als auch inspiriert.

Epilog nach 20 Jahren Abstinenz

Bergman beendete nach «Fanny und Alexander» (1981) seine Filmarbeit, inszenierte aber weiter am schwedischen Nationaltheater Dramaten in Stockholm. 2003 drehte er ebenfalls mit Ullmann und Josephson noch einmal eine Fortsetzung von «Szenen einer Ehe» unter dem Titel «Sarabande».

Bergman war fünfmal verheiratet und hat neun Kinder. Von 1965 bis 1970 lebte er unverheiratet mit Liv Ullmann zusammen, mit der er eine Tochter hat. Zwischen 1976 und 1981 lebte und arbeitete er in München, nachdem er in Schweden zu Unrecht wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden war.

(ht/sda)

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