Menschen in Bam immer noch unter Schock
publiziert: Sonntag, 4. Jul 2004 / 09:11 Uhr

Bam - Mahmud ist nur 35 Jahre alt, sieht aber mit seinem weissen Haar und Bart um zehn Jahre älter aus. Sie hätten mich vor dem Beben sehen sollen, ich war ein lebensfroher Mensch, fühlte mich jung und hatte ein gutes Leben, sagt Mahmud.

Tausende starben bei dem Erdbeben der Stärke 6,3 in Bam.
Tausende starben bei dem Erdbeben der Stärke 6,3 in Bam.
Er teilt sich mit seinen Freunden in der iranischen Stadt Bam einen Bus. Nach dem verheerenden Erdbeben hat er nicht nur sein Haus verloren, sondern auch mehr als 20 seiner engsten Verwandten. Wir haben uns noch nicht erholt, weder finanziell noch mental und werden es wohl auch in naher Zukunft nicht schaffen, sagt Mahmud.

Die Kleinstadt Bam im Südosten Irans war am 26. Dezember letzten Jahres von einem Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala verwüstet worden. Dabei kamen nach amtlichen Angaben über 26 000 Menschen ums Leben, die Einwohner von Bam sprechen sogar von mindestens 60 000.

30 000 Totenscheine

Wir haben seit dem Beben knapp über 30 000 Totenscheine ausgestellt, sagt der Gouverneur der Provinz Kerman, Mohammad-Ali Karimi. Dass es mehr Tote gegeben hat, mag er nicht ausschliessen, weil bei dem Chaos nach dem Erdbeben viele Leichen von ihren Verwandten einfach so begraben wurden.

Gouverneur Karimi sieht eine positive Entwicklung in Bam. Nach seiner Darstellung sind fast alle Obdachlosen in mehr als 30 000 Fertighäusern untergebracht worden. Das Geschäftsleben floriert wieder, und die Menschen fangen wieder an zu leben.

Die nach der Katastrophe versprochene staatliche Hilfe entspricht nicht den Erwartungen der Menschen. Besonders die ausländische Hilfe soll nicht gerecht verteilt worden sein. Nicht alles war optimal, aber man sollte auch die Proportionen nicht vergessen, sagt Gouverneur Karimi.

(rp/sda)

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