Menschliches Erbgut entschlüsselt
publiziert: Montag, 14. Apr 2003 / 23:13 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Apr 2003 / 23:32 Uhr

Paris - 50 Jahre nach der Entdeckung der DNA-Struktur ist das menschliche Erbgut entschlüsselt. Nach Angaben der Wissenschaftler ist die öffentlich zugängliche Gen-Karte zu 99,99 Prozent genau.

Menschliches Erbgut zu 99,99 Prozent entschlüsselt.
Menschliches Erbgut zu 99,99 Prozent entschlüsselt.
Wissenschaftler aus Deutschland, China, den USA, Frankreich, Grossbritannien und Japan hätten die entscheidende Sequenzierung von 3 Milliarden DNA-Basenpaaren des menschlichen Genoms abgeschlossen, gaben die Staats- und Regierungschefs dieser Länder am Montag bekannt.

Es handle sich um einen Meilenstein in der Geschichte der Wissenschaft und Technik und der Geschichte der Menschheit, hiess es in der Mitteilung der Staats- und Regierungschefs weiter. Nun seien alle Abschnitte im Bauplan des menschlichen Lebens decodiert.

Schlüssel zum Verständnis

Durch die Fortschritte der Gentechnik seien revolutionäre Fortschritte in Biomedizin, Gesundheit und zum Wohle der Menschheit zu erwarten. Die genetische Sequenz gebe dem Menschen den Schlüssel zum Verständnis unserer selbst in die Hand, hiess es weiter.

Der Mit-Entdecker der menschlichen DNA von 1953, James Dewey Watson, zeigte sich überwältigt: Er hätte sich nie träumen lassen, dass sein Forscherleben ihn von der Doppel-Helix der DNA zu den drei Milliarden Stufen des Humangenoms führen werde, sagte Watson.

Der US-Biochemiker hatte im April 1953 zusammen mit seinem britischen Kollegen Francis Crick ihren Bahn brechenden Artikel zum Aufbau der DNA veröffentlicht. 1962 erhielten sie dafür den Medizin-Nobelpreis.

Neue Wege in der Medizin

Dass das menschliche Buch des Lebens nun entschlüsselt ist, soll unter anderem neue Therapien gegen Krebs, Zuckerkrankheit, Alzheimer und Parkinson ermöglichen. Vor Beginn des Humangenom-Projekts 1990 waren weniger als hundert krank machende Gene beim Menschen bekannt; inzwischen sind es bereits mehr als 1400.

Noch nicht entschlüsselt sind 400 Sequenzen, die nicht mit der derzeitigen Technik dechiffriert werden können. Mit der Zeit soll auch dies gelingen; nach Einschätzung der Experten dürften die verbleibenden DNA-Basenpaare aber keine Überraschungen bergen.

(bert/sda)

 
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