Merkel warnt vor Folgen der Erderwärmung
publiziert: Montag, 16. Jul 2012 / 18:06 Uhr
Angela Merkel forderte ein verbindliches Regelwerk zum Schutz des Klimas. (Archivbild)
Angela Merkel forderte ein verbindliches Regelwerk zum Schutz des Klimas. (Archivbild)

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einer dramatischen Erderwärmung um bis zu vier Grad gewarnt, wenn sich die Welt nicht rasch auf verbindliche Klimaschutzzusagen einigt.

7 Meldungen im Zusammenhang
«Es bringt nichts, auf Zeit zu spielen», sagte Merkel am Montag anlässlich des 3. Petersberger Klimadialogs in Berlin, an dem 35 Staaten - darunter auch die Schweiz - teilnehmen.

Bleibe es bei den bisherigen freiwilligen Zusagen zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstosses sei das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht zu halten. Dann drohe eine Erwärmung um drei bis vier Grad mit verheerenden Folgen für die Menschen und die Ökosysteme.

Sie sorge sich besonders über eine mögliche Klimaschutzlücke. Das Kyoto-Protokoll als bisher einziges verbindliches Instrument zur Reduktion der CO2-Emissionen läuft Ende des Jahres aus. Bei der nächsten UNO-Klimakonferenz in Katar muss geklärt werden, ob es für eine Übergangszeit eine 2. Verpflichtungsperiode geben wird.

Kyoto-Protokoll der Minderheit

Allerdings umfasst das Protokoll ohnehin nur noch Staaten, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausmachen. Unter ihnen sind die EU-Länder. Bis 2015 soll ein globales Klimaschutzabkommen ausgehandelt werden, das aber erst ab 2020 gelten soll.

Merkel, die als deutsche Umweltministerin das Kyoto-Protokoll mitausgehandelt hatte, betonte: «Ein verbindliches Regelwerk, das sage ich ganz offen, klingt wie Musik in meinen Ohren.»

Katars Vizepremierminister Abdullah bin Hamad al-Attiyah sprach von schwierigen Verhandlungen, um - wie beim UNO-Klimagipfel im südafrikanischen Durban beschlossen - bis 2015 das geplante bindende Weltklimaabkommen zu schaffen.

Klimasünder Katar nächster Gastgeber

Katar, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoss der Welt, richtet Ende des Jahres den nächsten UNO-Klimagipfel aus.

«Wie können wir ein Ergebnis erzielen, das für alle Verhandlungspartner akzeptabel ist?» fragte Al-Attiyah mit Blick auf die unterschiedlich ambitionierten Klimaziele der 193 UNO-Staaten. Für das öl- und gasreiche Land kündigte er eine Initiative für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien an.

Der deutsche Umweltminister Peter Altmaier nannte als Hauptthemen des zweitägigen Klimadialogs die Probleme, das Zwei-Grad-Ziel noch zu schaffen und die Finanzzusagen für besonders vom Klimawandel betroffene Länder zu treffen.

Dazu soll ein grüner Klimafonds geschaffen werden, der ab 2020 mit bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich gefüllt wird. Über den Sitz soll in Katar entschieden werden.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die Weltklimakonferenz in Doha soll die EU-Staaten und die anderen Länder dazu anspornen, mehr politischen Willen zur Eindämmung der globalen ... mehr lesen
Es soll mehr Interesse für den Klimaschutz geweckt werden.
Gefahr der Korallenbleiche.
Potsdam - Korallenriffe sind auch dann ... mehr lesen
Bern - Bundesrätin Doris Leuthard erwartet von der Wirtschaft eine kritische und ... mehr lesen
Leuthard erwartet von der Wirtschaft eine kritische und konstruktive Begleitung der bundesrätlichen Energiestrategie. (Archivbild)
Bern/Berlin - Um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, ist mehr Einsatz nötig. Darin waren sich die ... mehr lesen
Um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, ist mehr Einsatz nötig.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Andreas Fischlin ist Professor für Systemökologie an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Was haben die Klimaverhandlungen von Durban gebracht? Viele Stimmen - insbesondere Umweltverbände - lamentierten vor ... mehr lesen
Toronto - Kanada hat als erstes Land seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll erklärt. Das Abkommen sei eher ein ... mehr lesen 2
Kanada zieht sich als erstes Land aus dem Klimaschutzabkommen zurück.
Bundesrätin Doris Leuthard. (Archivbild)
Bundesrätin Doris Leuthard. (Archivbild)
Klima  Bern - Bundesrätin Doris Leuthard sieht die Schweizer Klimaschutzziele durch den kürzlich veröffentlichten Weltklimabericht bestätigt. Sie kündigte an, mit «ambitiösen Zielen» in die internationalen Verhandlungen für ein verbindliches Klimaabkommen einzusteigen. 
Klima  Kopenhagen - Der Weltklimarat (IPCC) ...
Erderwärmung: Die Forscher stellten klar, dass der Temperaturanstieg mit globalem Einsatz noch gebremst werden kann.
In den USA dürfte die Zahl der Blitze deutlich zunehmen.
Klimawandel lässt es häufiger blitzen Washington/Berkeley - 25 Millionen Blitze gibt es pro Jahr in den USA - eine Hauptursache für Waldbrände. Die Zahl der Blitze wird ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... gestern 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 48
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... gestern 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 48
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1521
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
  • LinusLuchs aus Basel 48
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Christian Schaffner ist Executive Director vom Energy Science Center (ESC) an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Chancen und Risiken im Energiesektor Mit der Energiestrategie 2050 will der Bund das ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 7°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 4°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 7°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 2°C 10°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 4°C 9°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten