Merz: Robert Walser gehört uns allen
publiziert: Montag, 25. Dez 2006 / 16:57 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Dez 2006 / 17:46 Uhr

Herisau - Die Robert Walser Gesellschaft hat zum 50. Todestag des Dichters Robert Walser zu einem Spaziergang durch Herisau eingeladen. Bundesrat Hans-Rudolf Merz hielt anschliessend die Gedenkrede.

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Einer, der Robert Walser zu Lebzeiten begegnete, seine Bücher las, aber nie mit ihm sprach, ist der in Herisau aufgewachsene Bundesrat Hans-Rudolf Merz. In der psychiatrischen Klinik verbrachte der Wanderdichter Robert Walser die letzten Lebensjahre. Auf dem Friedhof in Herisau liegt er schliesslich begraben.

In der Herisauer Friedhofskappelle stellte Merz exakt fünfzig Jahre nach dem Ableben von Walser die Frage, wem der Dichter gehöre. Robert Walser habe sich in Herisau um sein eigenes Werk nicht mehr gekümmert und innerhalb des Anstaltsbetriebs keine eigentliche Privatsphäre gepflegt, hielt Merz im Rückblick fest.

Spuren eines Rastlosen, Wurzellosen

Die wechselnden Wohn- und Arbeitsorte seien zudem Spuren eines Rastlosen, Wurzellosen, die darauf hindeuten, dass Walser niemandem gehöre, sagte Merz weiter. Anders ist es mit dem Werk Robert Walsers.

Als Fazit hielt Merz fest: Das Werk gehört dem, der es sucht, der es geniesst, der es liebt, der damit spielt, der es zergliedert, vergleicht, vielleicht sogar ablehnt. Es gebe eine Walsersche Freiheit, mit Walsers Werk umzugehen.

Am 25. Dezember 1956 starb Robert Walser auf einem seiner unzähligen Spaziergänge durch Herisau. Die Robert Walser Gesellschaft lud die Öffentlichkeit an dessen 50. Todestag dazu ein, symbolisch auf einen letzten Spaziergang zu gehen.

(fest/sda)

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