Merz schmuggelte Freund über Eisernen Vorhang
publiziert: Samstag, 27. Jun 2009 / 16:51 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Jun 2009 / 04:03 Uhr

Budapest - Politiker aus ganz Europa sind in Budapest zusammengekommen, um an den Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren zu erinnern. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat den Protagonisten für ihren Mut und ihre Voraussicht gedankt.

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An dem Festakt nahmen sechs europäische Staatsoberhäupter teil: Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und der österreichischen Bundespräsident Heinz Fischer, Bundesrat Hans-Rudolf Merz, sowie Ministerpräsidenten und drei Parlamentspräsidenten.

Auch Akteure von damals erinnerten an die dramatischen Entwicklungen des Wendejahres, unter ihnen der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklos Nemeth.

Am 27. Juni 1989 hatten die damaligen Aussenminister Ungarns und Österreichs, Gyula Horn und Alois Mock, symbolisch an der Grenze zwischen beiden Ländern gemeinsam den Stacheldraht durchgeschnitten und damit das Ende der Teilung Europas eingeleitet.

Erinnerung an Aufstand 1956

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz sagte in Budapest: «Heute können sich unsere Kinder und Enkel kaum mehr vorstellen, was diese Grenzöffnung bedeutet hat». Schliesslich müsse man innerhalb Europas nicht einmal mehr einen Pass zeigen.

Merz schilderte den Zuhörern zudem seine Erinnerungen an den ungarischen Volksaufstand von 1956 und die tausenden ungarischen Flüchtlinge, die in der Schweiz wie Helden begrüsst worden seien.

Freund geschmuggelt

Während des Prager Frühlings, als russische Truppen in die Hauptstadt der damaligen Tschechoslowakei einrückten, habe er einen slowakischen Freund in den Westen geschmuggelt, erzählte Merz weiter. Die Wende habe ihn deshalb besonders berührt.

Die politischen Kräfte hätten 1989 veranschaulicht, zu welchen Zielen menschlicher Wille führen könne, sagte Merz. «Heute wünsche ich mir ein Stück dieser Aufbruchstimmung angesichts der heutigen Finanz- und Wirtschaftskrise zurück.»

(ht/sda)

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