Nach 20 Jahren
Mexiko: Zapatisten-Chef gibt die Führung ab
publiziert: Montag, 26. Mai 2014 / 15:22 Uhr
Subcomandante Marcos «existiert nicht länger».(Archivbild)
Subcomandante Marcos «existiert nicht länger».(Archivbild)

Comitan - Der geheimnisumwitterte Subcomandante Marcos, Anführer der Zapatisten-Guerilla im Süden Mexikos, hat nach 20 Jahren seinen Rückzug von der Spitze der Organisation verkündet.

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Subcomandante Marcos «existiert nicht länger», erklärte er in einem schriftlichen Statement. Marcos bestritt, dass sein Rückzug gesundheitliche Gründe habe und nannte nur vage «interne Veränderungen» in der Bewegung als Grund.

Am Samstag war der bisherige Chef des Zapatistischen Befreiungsheers (EZLN) erstmals seit fünf Jahren wieder in der Öffentlichkeit gesehen worden. Er nahm nach Medienberichten im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas an der Beerdigung eines Kameraden teil. Wegen seiner langen Abwesenheit hatte es Gerüchte gegeben, er sei schwer krank.

Marcos war seit Gründung des EZLN dessen Sprachrohr. In der Öffentlichkeit zeigte er sich stets maskiert und oft mit einer Pfeife im Mund. Der geheimnisvolle Guerilla-Führer wurde rasch nach Beginn des Zapatisten-Aufstandes am Neujahrstag 1994 zur weltweiten Berühmtheit - viele verglichen ihn mit dem legendären argentischen Guerillero Ernesto «Che» Guevara.

Marcos gab seine Identität nie preis, wurde aber von den mexikanischen Behörden als der 1957 geborene Rafael Sebastián Guillén identifiziert. Guillén stammt demnach aus dem nördlichen Staat Tamaulipas und lehrte Philosophie an der Nationalen Autonomen Universität in Mexiko-Stadt, bevor er spurlos verschwand.

Kampf für Rechte der indianischen Bevölkerung

Unter der Führung von Marcos zog der EZLN im bitterarmen Chiapas in den bewaffneten Kampf gegen die Regierung, um sich für die Rechte der indianischen Bevölkerung einsetzen. In den zwölftägigen Kämpfen nach Beginn des Aufstands am 1. Januar 1994 wurden dutzende Menschen getötet.

Zwei Jahre später unterzeichnete der EZLN ein Friedensabkommen mit der Regierung. Die Bewegung kritisierte später aber, dass ihre Forderungen nach Land und Arbeit für die indigende Bevölkerung sowie nach Ausbau der Bildungs- und Gesundheitsversorgung nie erfüllt worden seien.

Die Zapatisten schufen daraufhin in Chiapas «autonome Zonen» mit selbstverwaltetem Justiz-, Gesundheits- und Bildungswesen, zu denen 30 indigene Gemeinden gehören. Die Bewegung hat nie ihre Waffen niedergelegt, seit dem Abkommen aber auch keine bewaffneten Aktionen mehr ausgeführt.

Wie es nun nach dem Rückzug von Marcos mit ihr weitergeht, ist unklar. Als seinen Nachfolger nannte Marcos am Sonntag einen «Subcomandante» namens Moisés.

(ig/sda)

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