Nach Gefängnisausbruch
Mexikos Drogenboss wieder gefasst
publiziert: Freitag, 8. Jan 2016 / 21:16 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Jan 2016 / 00:03 Uhr

Mexiko-Stadt - Ein halbes Jahr lang narrte der Chef des Sinaloa-Kartells Militär und Polizei. Jetzt ist «El Chapo», der mächtigste Drogenhändler der Welt, den Sicherheitskräften erneut ins Netz gegangen. Ihm droht nun die Auslieferung in die USA.

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"Mission erfüllt. Wir haben ihn. Ich möchte den Mexikanern mitteilen, dass Joaquín Guzmán Loera festgenommen wurde", schrieb Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag auf Twitter. "Meine Anerkennung gilt dem Sicherheitskabinett der Regierung für diesen wichtigen Erfolg für den mexikanischen Rechtsstaat."

Joaquín "El Chapo" Guzmán Loera gilt als der mächtigste Drogenhändler der Welt. Der Chef des Sinaloa-Kartells sei bei einem Einsatz in Los Mochis im Bundesstaat Sinaloa im Westen des Landes gefasst worden, berichtete die Zeitung "Milenio" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Soldaten der Marineinfanterie hatten sich am Morgen in der Stadt eine Schiesserei mit mutmasslichen Bandenmitgliedern geliefert. Dabei seien fünf Angreifer getötet und sechs weitere festgenommen worden, teilte das Marineministerium mit.

Mexikanischen Medien zufolge wurde "El Chapo" in einem Motel gestellt. Auf Fotos war zu sehen, wie er in einem schmutzigen Unterhemd auf einem Bett sass. Andere Bilder zeigten ihn auf der Rückbank eines Autos. Im Fernsehen war zu sehen, wie schwer bewaffnete Soldaten "El Chapo" von einem Geländewagen zu einem Flugzeug brachten, um ihn nach Mexiko-Stadt zu fliegen.

Nur 17 Monate hinter Gitter

Die USA begrüssten die Festnahme. "Die DEA ist sehr erfreut über die Festnahme von Chapo Guzmán. Wir gratulieren der mexikanischen Regierung und verneigen uns vor dem Mut, der zu seiner Festnahme beigetragen hat", schrieb die US-Antidrogenbehörde DEA auf Twitter.

Der Chef des Sinaloa-Kartells war vor einem halben Jahr aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Zentrum von Mexiko getürmt und seitdem auf der Flucht. Er hatte durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel entkommen können.

"El Chapo" verbrachte vor dem Gefängnisausbruch lediglich 17 Monate hinter Gittern, erst im Februar 2014 hatten Fahnder ihn nach 13 Jahren auf der Flucht gefasst.

Die Festnahme Guzmáns ist für die Regierung von Präsident Peña Nieto eine grosse Erleichterung. Der Ausbruch im Juli war als Versagen der Behörden wahrgenommen worden. Seither wurden mehr als ein Dutzend Verantwortliche des Justizvollzugs und der Bundespolizei entlassen.

Im Oktober knapp entkommen

Mitte Oktober war das Militär dem Drogenbaron schon einmal dicht auf den Fersen. Im so genannten Goldenen Dreieck zwischen den Bundesstaaten Sinaloa, Durango und Chihuahua feuerten Marineinfanteristen von Helikoptern aus auf sein Versteck in einer Ranch.

Doch die Leibwächter des Kartellbosses konnten den Angriff zunächst zurückschlagen. Zwar verletzte sich Guzmán bei der Flucht, doch die Sicherheitskräfte verloren offenbar seine Spur.

"El Chapo" könnte jetzt zügig an die USA ausgeliefert werden, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen. Ein mexikanischer Bundesrichter hat die Überstellung des Kartellchefs an die Vereinigten Staaten bereits genehmigt.

Guzmán war bereits 1993 in Guatemala festgenommen worden. 2001 gelang ihm aber die Flucht aus einem Gefängnis im Westen Mexikos. 2014 ging er den mexikanischen Behörden nach 13-jähriger Fahndung erneut ins Netz. Nach der Flucht im Juli nahmen die Behörden bereits mehr als ein Dutzend Verdächtige fest, die ihm beim Ausbruch geholfen haben sollen.

(bg/sda)

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"Chef des Sinaloa-Kartells"
J. Guzman kann froh sein, dass er dem Militär/Polizei in die Hände gefallen ist. Denn die Feinde des Sinaloa-Kartells pflegen den gleichen Umgang mit ihren Feinden wie der Daesh (IS).

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