Kriegsähnliche Zustände
Mexikos Drogenkrieg fordert 100 Tote in zwei Tagen
publiziert: Sonntag, 12. Aug 2012 / 16:00 Uhr
Im Dezember 2006 hatte Präsident Felipe Calderón der organisierten Kriminalität den Kampf angesagt.
Im Dezember 2006 hatte Präsident Felipe Calderón der organisierten Kriminalität den Kampf angesagt.

Mexiko-Stadt - Im mexikanischen Drogenkrieg sind binnen zwei Tagen rund 100 Menschen getötet wurden. Insgesamt kam es in 20 der 31 Bundesstaaten zu tödlichen Zwischenfällen mit Morden und Entführungen sowie zu Gefechten zwischen den Verbrecherkartellen und Sicherheitskräften.

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Dies berichtete die Zeitung «Reforma» in ihrer Samstagsausgabe. In den vergangenen Wochen seien in 20 Staaten Mexikos 283 Menschen getötet worden. Eines der Zentren der Kämpfe war demnach Michoacán mit den Ortschaften Holanda, Nueva Italia und Apatzingán in der sogenannten Tierra Caliente («Heisses Land»), wo die Regierung eine Grossoffensive begann.

Die Banden versperrten Strassen mit zum Teil in Brand gesetzten Autos, Lastwagen und Bussen, um den unter anderem von Helikoptern begleiteten Vormarsch der Sicherheitskräfte in das Gebiet zu behindern. Zeitungsberichten zufolge kamen hier fünf mutmassliche Kriminelle ums Leben, fünf Polizisten seien verletzt worden.

Staat ohne Hoheit

Die Tierra Caliente unweit des Pazifiks gehört zu den Regionen in Mexiko, in denen der Staat die Oberhoheit verloren hat. Dort war 2006 das Kartell «La Familia Michoacana» entstanden. Nach dem Tod des Gründers schufen seine Anhänger die Bande «Caballeros Templarios» (Tempelritter). Diese kontrollieren seitdem die schwer zugängliche Region.

In anderen Gebieten kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Drogenbanden, aber auch mit Sicherheitskräften: Im Bundesstaat San Luis Potosí starben 19 Menschen, in Zacatecas wurden in einem Kleintransporter die Leichen von zwölf Männern entdeckt. In der mexikanischen Hauptstadt wurde die zerteilte Leiche eines Menschen gefunden.

Im Dezember 2006 hatte Präsident Felipe Calderón der organisierten Kriminalität den Kampf angesagt. Er schickte unter anderem 40'000 Soldaten aus. Seither sind über 50'000 Menschen im sogenannten Drogenkrieg gestorben.

(bert/sda)

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