Mexikos Gefängnisse in den Händen von Verbrechern
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 11:37 Uhr
In den vergangenen zwei Jahren flohen insgesamt 521 Insassen bei 14 Ausbrüchen aus mexikanischen Gefängnissen.
In den vergangenen zwei Jahren flohen insgesamt 521 Insassen bei 14 Ausbrüchen aus mexikanischen Gefängnissen.

Mexiko-Stadt - Mehr als die Hälfte der mexikanischen Gefängnisse sind laut einem Bericht in der Hand des organisierten Verbrechens. Der Vorsitzende der nationalen Menschenrechtskommission (CNDH), Raúl Plascencia, sagte, in 60 von 100 besuchten Gefängnissen habe die Kommission eine Selbstverwaltung festgestellt.

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Die Insassen seien dort im Besitz der Zellenschlüssel, ordneten Strafen an und verkauften alle möglichen Dinge, darunter Lebensmittel und Mobiltelefone, sagte Plascencia am Montag (Ortszeit) bei der Vorstellung eines Berichts über die Lage im mexikanischen Strafvollzug.

Die Verschlechterung des mexikanischen Strafvollzugs in den vergangenen Jahren zeige sich in der hohen Zahl der Ausbrüche, der Auseinandersetzungen, der Gewalt gegen Gefängnismitarbeiter und der Selbstverwaltung, sagte Plascencia weiter. Oftmals fehle es an Sicherheitsvorkehrungen.

Den CNDH-Mitarbeitern sei in vielen Fällen der Zugang verweigert worden. Dies sei etwa der Fall gewesen im Gefängnis von Piedras Negras, aus dem vergangene Woche 131 Insassen geflohen waren.

In den vergangenen zwei Jahren flohen den Angaben zufolge insgesamt 521 Insassen bei 14 Ausbrüchen aus mexikanischen Gefängnissen. Im gleichen Zeitraum wurden in den Haftanstalten 352 Morde registriert. Dem Bericht zufolge gelingt es den Behörden nicht, Meutereien, Gewalt zwischen Gefangenen, Übergriffe auf das Personal und Selbstmorde zu verhindern.

Bei der Überprüfung sei die Präsenz von Waffen und Drogen festgestellt worden sowie Prostitution und die Machtausübung durch gewalttätige Gruppen. Nach offiziellen Angaben sind die 419 Gefängnisse in Mexiko überbelegt: Für die rund 237'600 Gefangenen gibt es nur 188'000 Plätze.

(bert/sda)

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