Miami ist ein sonniger Ort für zwielichtige Persönlichkeiten
publiziert: Dienstag, 25. Nov 2008 / 10:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Feb 2009 / 15:05 Uhr

Das CNN Städte Special «My City, My Life» kann für seine Miami-Ausgabe mit einem besonderen Gastgeber aufwarten: Iggy Pop. Der Stooges-Sänger, erfolgreiche Solo-Künstler, Punk-Wegbereiter und Schauspieler zeigte einem TV-Team seine neue Heimatstadt.

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Eigentlich liebte der aus Michigan stammende Iggy Pop immer das schnelle Leben, doch seit den 1990ern hat sich der Godfather of Punk in Miami niedergelassen. Lesen Sie hier das exklusive CNN-Interview.

CNN: Wenn Miami eine Person wäre, wer würde es sein?

Iggy Pop: Rudolf Valentino, weil die Stadt etwas Dunkles und Launisches hat mit einer schillernden und sinnlichen Seite. Sie beflügelt die Fantasie der westlichen Welt im hohen Masse.

Wie würden Sie den Charakter Miamis beschreiben?

Iggy Pop: Miami ist eine verdammt gute Stadt, um eine Banane zu essen!

Was mögen Sie am liebsten an Miami?

Iggy Pop: Ich mag das, was vor all den Leuten hier war: die Schleierwolken, das versöhnlich stimmende Licht, die wiederbelebende Luftbrise, die nach Freiheit und Meer schmeckt.

Wenn Sie Immobilienmakler wären, wie würden Sie Miami am besten verkaufen?

Iggy Pop: Ich würde sagen: «Sie haben ihre Zeit im Norden verbracht, sich ihre Orden verdient, jetzt sollten Sie nach Miami kommen, sich heilen.»

Ist Miami Ihnen ähnlich?

Iggy Pop: Miami ist absolut nicht wie ich. Deshalb muss ich auch hier sein – sie ist genau das Gegenteil. Ich bin sehr praktisch wobei dieser Ort launisch ist. Ich bin vom Wesen her eher stur, wobei es hier einen gewissen Feinsinn gibt. Ausserdem bin ich in einer Art materialistisch wo Miami absolut spirituell ist – die Stadt hat etwas von Quecksilber.

Wenn Sie versuchen würden, Leute von Miami abzubringen, was würden sie erzählen?

Iggy Pop: Ich würde denen sagen: «Schauen sie jetzt nicht hin, der Typ da versucht gerade ihr Mietauto aufzubrechen!»

Ist Miami das arme Stiefkind von New York oder L.A.?

Iggy Pop: Miami ist keinesfalls ein ärmeres Stiefkind. Diese Stadt weckt die Sehnsucht, in ihr zu leben, aber nicht um gross rauszukommen, wie in manch anderen grossen Städten, sondern um seiner selbst Willen.

Was ist Miamis Stereotyp und ist was dran?

Iggy Pop: Dies Stadt verändert sich schnell, aber am meisten assoziiert wird sie wohl immer noch mit Rentnern und Trägheit.

Wie sind Sie von den Veränderungen in Miami betroffen?

Iggy Pop: Miami wächst und das ist immer eine schwierige Sache. Eigentlich bin ich einer dieser Typen, die es mögen, dort rumzuhängen, wo nicht zu viele Menschen sind. Deshalb haben mich die Menschenmassen immer mehr an den Rand der Stadt gedrängt, ein bisschen wie einen Indianerstamm. Das ist ok und kein Problem.

Wie hat Miami Sie als Künstler beeinflusst?

Iggy Pop: Ich hatte bis jetzt elf gute Jahre hier und die Stadt gibt mir immer wieder die nötige Energie und schafft es, dass ich meinen Humor insofern beibehalte, dass ich in meinem Business erfolgreich sein kann. Aber es ist nicht unbedingt ein Ort für gute Ideen, eher um Fische zu fangen.

Was machen Sie, wenn Sie Inspiration für ihre Songtexte brauchen?

Iggy Pop: Ich muss mich gut fühlen. Als ich 20, 21 war, hiess das drei oder vier Joints rauchen und dann konnte es losgehen. Jetzt passiert das eher, nachdem ich Sport gemacht habe oder in der Natur war, manchmal auch der Einfluss einer Frau oder einer Stadt – oder von einem guten Song oder einem guten Buch.

Wie ist die Musik in Miami?

Iggy Pop: Es ist eine sehr musikalische Stadt und hier sind einige der besten Musiker sämtlicher musikalischer Richtungen zu finden – Soul, Kum Baya, Pop, Salsa und es gibt da auch verdammt gute Rock-Musiker. Es gibt auch ein paar richtig gute kleine Punkbands – kleine Punker mit der richtigen Einstellung.

Wie würden sie Miami in einem Satz beschreiben?

Iggy Pop: Miami ist ein sonniger Ort für zwielichtige Persönlichkeiten!

«My City My Life» mit Iggy Pop auf CNN International:
Donnerstag, 4. Dezember 10.30 Uhr
Freitag, 5. Dezember 05.00 Uhr
Samstag, 6. Dezember 10.30 und 19.00 Uhr
Sonntag, 7. Dezember 00.30 und 16.30 Uhr
Montag, 8. Dezember 04.30 Uhr

(CNN-Interview)

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