Michael Phelps Auftakt zum Gold-Rush
publiziert: Samstag, 9. Aug 2008 / 01:02 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Aug 2008 / 02:13 Uhr

Mit dem Vorlauf über 400 m Lagen nimmt der amerikanische Superstar Michael Phelps (23) heute in Peking Anlauf zum Gewinn von acht Goldmedaillen innert einer Woche. An Olympischen Spielen hat noch kein Athlet so etwas vollbracht.

Michael Phelps will in China an bis zu 20 Rennen in neun Tagen starten.
Michael Phelps will in China an bis zu 20 Rennen in neun Tagen starten.
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Im Bestreben, den Rekord von Mark Spitz von sieben Olympia-Goldmedaillen zu brechen, hat Michael Phelps einen grossen Fürsprecher - Spitz selbst.

«Michael Phelps kann in Peking eine Erfolgsstory für die Ewigkeit schreiben», glaubt Spitz, der 1972 in München der Star war. «Er könnte vor Peking seinen Arm brechen. So lange die Zeit reicht, ihm den Arm wieder halbwegs zusammenzuflicken und er schwimmen kann, wird Michael auch gewinnen», so der mittlerweile 58-jährige Spitz.

Einer, der hingegen Phelps´ Scheitern an der herkulischen Aufgabe prophezeit, ist Ian Thorpe. «Ich wünsche Michael alles Gute. Doch ich glaube nicht daran, dass er die Marke von Spitz erreicht», sagte der vor zwei Jahren zurückgetretene Ausnahmeschwimmer aus Australien, der selber fünfmal Olympiagold gewann. Die Konkurrenz sei zu stark, ausserdem müsse Phelps im Gegensatz zu Spitz vor 36 Jahren nicht nur Vorläufe und Finals, sondern auch Halbfinals bestreiten.

Zweiter Anlauf

Tatsächlich hat sich Michael Phelps ein Mammutprogramm aufgehalst. Läuft alles nach Plan, ist der 23-Jährige aus Baltimore an 13 der 15 Wettkampfsessionen am Morgen (Finals) und Abend (Vorläufe) engagiert. Bis zu 20 Starts (falls er auch in den Staffelvorläufen antreten sollte) in neun Tagen in acht Disziplinen, so lauten die Eckdaten.

Bei seinem ersten Anlauf vor vier Jahren in Athen - als er das identische Programm absolvierte - war Phelps nur verhältnismässig knapp gescheitert: Neben sechsmal Gold (über 100 und 200 m Delfin, 200 und 400 m Lagen, 4x200 m Crawl und 4x100 m Lagen) gewann der wohl kompletteste Schwimmer der Geschichte auch noch zweimal Bronze (200 m Crawl, 4x100 m Crawl).

Er wolle keine Worte darüber verlieren, was er in Peking erreichen wolle und könne, sagte Phelps. «Ich spreche öffentlich nicht über Rekorde und Goldmedaillen. Meine Ziele kennen nur mein Trainer (Bob Bowman - Red.) und ich. In gut einer Woche wissen wir alle mehr», so Phelps.

Konkurrenz aus dem eigenen Land

Über 400 m Lagen ist Phelps seit Jahren ungeschlagen. Der einzige Konkurrent, der nicht von Vornherein geschlagen scheint, kommt aus dem eigenen Lager. Ryan Lochte forderte den Superstar Anfang Juli an den US-Trials (fast) bis zum Letzten, trieb diesen zum Weltrekord und musste sich schliesslich um weniger als eine Sekunde geschlagen geben.

Wie über 400 m Lagen ist Phelps auch über 200 m Delfin und Lagen jeweils Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordhalter. Über 200 m Crawl ist er seit den Weltmeisterschaften im letzten Jahr Titelträger und Rekordhalter. Einzig über 100 m Delfin ist er zwar Olympiasieger, Weltmeister und Jahresschnellster, aber hinter seinem in Peking ebenfalls präsenten Landsmann Ian Crocker nur die Nummer 2 in der ewigen Bestenliste.

Bis London 2012?

Falls Phelps in Peking scheitern und «nur» fünf-, sechs- oder siebenmal Gold gewinnen sollte, ist noch nicht aller Tage Abend. Der Amerikaner hat auch schon angekündigt, dass er 2012 in London zum vierten und letzten Mal an Olympischen Spielen zu starten gedenkt. Als 27-Jähriger wäre er immer noch im besten Schwimmalter.

(von Valentin Oetterli, Peking/Si)

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