Michael Schumacher - der rote Nimmersatt
publiziert: Sonntag, 29. Aug 2004 / 22:49 Uhr

Michael Schumacher (35) fuhr seinen Gegnern auch in diesem Jahr fast immer um die Ohren. Den siebenten Titel verdankt er neben seiner fahrerischen, physischen und psychischen Stärke auch der technischen Überlegenheit und der frappanten Zuverlässigkeit des Ferrari.

Michael Schumacher ist eine Klasse für sich.
Michael Schumacher ist eine Klasse für sich.
Schon zu Beginn der Saison hatte sich abgezeichnet, dass die Konkurrenz gegen die Traumkombination Schumacher-Ferrari abermals gegen Windmühlen anlaufen werde. Der Deutsche reihte Sieg an Sieg und führte das Zwischenklassement von Beginn weg ununterbrochen an.

Nach dem Grand Prix der USA, dem neunten von 18 Rennen, besass er schon fast doppelt so viele Punkte wie der Zweite (80:44). Materialmässige Unzulänglichkeiten, individuelle Fehler und Pech warfen Schumachers Widersacher immer weiter ins Hintertreffen, während der unersättliche Klassenprimus seine und des Wagens Qualitäten laufend ausspielte.

Bester Fahrer im Feld

Schumacher wird auch von seinen Gegnern als bester Fahrer anerkannt, wenngleich ein Teil von ihnen den Champion langezeit als ungeliebte Reizfigur betrachtete oder es noch immer tut. Hill, Villeneuve, Frentzen, Coulthard und Montoya, zuweilen sogar sein Bruder Ralf kamen sich (teilweise zu Recht) als Opfer der Rücksichtslosigkeit des Ehrgeizlings vor.

In diesem Jahr leistete sich "Schumi" allerdings nur einen groben Fehler: Während einer Safety-Car-Phase in Monaco bremste er im Tunnel als Leader so brüsk ab, dass der hinter ihm her fahrende Montoya die Kollision nicht vermeiden konnte. Schumacher schied aus. Danach gewann er (wie vorher schon) sämtliche Rennen mit Ausnahme des letzten in Belgien.

Turnaround bei Ferrari

Anno 2000 war die allmählich zum Albtraum gewordene Durststrecke des berühmtesten Formel-1-Rennstalls zu Ende gegangen. Das magische Ferrari-Quartett mit dem französischen Teamprinzipal Jean Todt, dem Technischen Direktor und gewieften Rennstrategen Ross Brawn aus England, dem irischen Designer Rory Byrne und Schumacher brach den Bann nach fünfjährigen Anstrengungen. Der Deutsche wurde als erster Ferrari-Fahrer seit dem Südafrikaner Jody Scheckter (1979) Weltmeister. Seither folgten vier weitere Titel gleichsam im Handumdrehn.

Wenn man aus der 700 Mann starken Belegschaft der Scuderia Ferrari einige weitere Personen herauspicken wollte, die an den Erfolgen massgeblich beteiligt waren, müsste man Paolo Martinelli als Chef der Motorenabteilung sowie die im Bedarfsfall ihre eigenen Chancen zu Gunsten Schumachers opfernden Nummer-2-Fahrer Eddie Irvine (bis 1999) und Rubens Barrichello nennen.

Sporen abverdient

Mit Ausnahme des ersten Halbjahrs 1994 hatte der im Herbst 1991 in die Formel 1 gekommene Schumacher bis Ende 1998 stets mit leicht unterlegenem Material Vorlieb nehmen müssen -- zunächst gegen die Williams- und später gegen die McLaren-Fahrer.

Wenn er in dieser Zeit trotzdem zweimal Weltmeister wurde, dazu 1996 Dritter, 1997 Zweiter (bis zur Disqualifikation wegen einer unfairen Aktion gegen Villeneuve in Jerez), 1998 Zweiter und 1999 Fünfter (trotz eines Beinbruchs, der ihn von sechs Grands Prix fernhielt), dann war dies nicht zuletzt Schumachers persönliches Verdienst.

Mehr als 100 Mio. Dollar pro Jahr

Das diesjährige Gesamteinkommen des in kleinbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsenen Rheinländers wird auf weit über 100 Millionen Dollar geschätzt -- nicht zuletzt dank des tüchtigen Managers Willi Weber, der sich auch um Ralf Schumacher kümmert. Bei Ferrari verdient Schumi, dessen erstes Privatauto ein roter Fiat 500 war, rund 45 Millionen pro Jahr als Bestandteil des bis Ende 2006 laufenden Vertrags.

Im Sommer 1996 verlegte Schumacher sein Domizil von Monte Carlo an den Genfersee nach Vufflens-le-Château bei Morges. Im Frühjahr 2002 scheiterte der Versuch, sich im Appenzellerland niederzulassen, an den Einsprachen umweltschützerischer Kreise. Später erwarb er eine feudale Liegenschaft in Gland am Genfersee, die zur Zeit umgebaut wird und demnächst bezugsbereit ist.

(rp/Si)

 
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