Michelle und die starken Männer
publiziert: Mittwoch, 6. Sep 2006 / 14:28 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Sep 2006 / 15:09 Uhr

Der Star auf Europas Golftour der Männer ist eine Frau. Zumindest in dieser Woche.

Michelle Wie.
Michelle Wie.
Michelle Wie, noch nicht ganz 17-jährige Golferin mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten, misst sich ab heute Donnerstag mit Sergio Garcia und Co am European Masters in Crans-Montana.

Michelle Wies erster Start überhaupt auf dem europäischen Männercircuit dürfte an den ersten zwei Turniertagen Golffans in noch nie registrierter Zahl auf das Walliser Hochplateau locken. Am Donnerstag und am Freitag kann die Hawaiianerin in jedem Fall bestaunt werden; ob sie am Wochenende auch noch spielen wird, ist indessen fraglich.

In neun Turnieren, in denen sie sich auf verschiedenen Männertours versucht hat, so auch auf der hochdotierten US PGA Tour, ist sie achtmal am Cut gescheitert. Ihre einzigen Finalrunden spielte sie diesen Frühling an einem bestenfalls drittklassig besetzten Turnier der Asien-Tour in Seoul.

Trainingsrunde vor ein paar hundert Zuschauern

Michelle Wie und der männliche Stargast in Crans, Vorjahressieger Sergio Garcia, absolvierten am Dienstagmorgen gemeinsam eine Trainingsrunde, begleitet von ein paar hundert Zuschauern, diversen Kamerateams und zahlreichen Fotografen.

Wenn beide mit dem längsten Schläger, dem Driver, abschlugen, flog der Ball des Spaniers jeweils nur rund 20 Meter weiter als jener der Amerikanerin. Michelle Wie bringt es dank Athletik und erstaunlicher Schnellkraft ohne weiteres auf 300 Yards (270 Meter) oder mehr. Ihr kurzes Spiel (Chips, Putts) dagegen ist noch längst nicht ausgereift. An dieser Schwäche, die zu beheben sie noch viele Jahre Zeit hat, könnte sie auch in dieser Woche scheitern.

Um den Ausdruck «schwierig» zu vermeiden, bezeichnete Michelle Wie die welligen Greens des Par-71-Platzes als «interessant». Es sei für sie ein harter Test, sagte sie an der gestrigen Medienkonferenz. Beeindruckt war sie während der Trainingsrunden von der Schönheit der hochalpinen Landschaft. «Ich musste immer wieder um mich blicken.»

Sponsor Omega landet einmaligen Coup

Der Schweizer Uhrenhersteller Omega, noch bis 2010 als Turnier-Titelsponsor engagiert, landet mit der Präsentation seiner Werbebotschafter Wie und Garcia einen bislang einmaligen Coup. Das Schweizer Turnier, punkto Preisgeld auch nach der Anhebung von 1,7 auf 2 Millionen Euro nur im breiten Mittelfeld der PGA European Tour klassiert, wird nebst dem British Open und dem Ryder Cup der meistbeachtete Golfanlass des Jahres in Europa sein -- vor allem dank Michelle Wie, die ihre männlichen Kollegen in den Schatten stellt.

Hinter Wie und Garcia ist die Qualität des Teilnehmerfeldes schwächer als in den letzten Jahren. Von den zwölf besten Europäern, die in zwei Wochen am Ryder Cup in Irland gegen die US-Stars um Tiger Woods antreten werden, ist nur gerade Garcia am Start. Die bekanntesten Namen sind Miguel Angel Jimenez, Jean van de Velde, Jarmo Sandelin, der frühere US-Masters- und British-Open-Champion Sandy Lyle sowie die ehemaligen Crans-Sieger Eduardo Romero, Ricardo Gonzalez, Costantino Rocca, Sven Strüver und Jamie Spence.

Die meisten von ihnen zählen weniger zum Kreis der Favoriten als junge, aufsteigende Professionals wie der Südafrikaner Charl Schwartzel, der Spanier Alejandro Canizares, der Nordire Graeme McDowell oder der nicht mit Eduardo Romero verwandte Argentinier Andres Romero.

Zehn Schweizer am Start

Für jeden der jeweils fünf Schweizer Profis und Amateure wäre das Überstehen des Cuts ein Erfolg. Nachdem 2001 und 2002 alle Schweizer am Freitag ausgeschieden waren, brachten es in den letzten zwei Jahren immerhin jeweils zwei von ihnen in die Finalrunden (2004 Marc Chatelain 46., Nicolas Sulzer 69.; 2005 André Bossert 56., Marcus Knight 77.). In den letzten zehn Jahren erreichten nur die mittlerweile vom Spitzensport zurückgetretenen Christophe Bovet (1998 als 18.) und Paolo Quirici (2000 als 13.) Klassierungen unter den besten 20.

Auch heuer ist André Bossert mit bald 43 Jahren die Nummer 1 unter den Schweizern. Der Genfer Nicolas Sulzer, der heuer schon verschiedene gute Leistungen gezeigt hat, tritt in Crans erstmals als Profi an.

(Peter Lerch, Crans-Montana/Si)

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