Microsoft einigt sich mit RealNetworks
publiziert: Donnerstag, 13. Okt 2005 / 12:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Okt 2005 / 12:31 Uhr

Redmond/Seattle - Microsoft hat das letzte grosse Kriegsbeil mit einem Konkurrenten begraben und entschädigt RealNetworks mit 761 Mio. Dollar.

Der realplayer ist das Medium für Musik-Streaming im Internet.
Der realplayer ist das Medium für Musik-Streaming im Internet.
9 Meldungen im Zusammenhang
Das Unternehmen hatte Microsoft die Bevorzugung des eigenen MediaPlayers in Windows vorgeworfen.

Die beiden ehemaligen Erzrivalen wollen mit der friedlichen Einigung in ihrem Kartellrechtsstreit künftig auch enge Partner im Multimedia-Geschäft werden. Bislang war das Software-Unternehmen des einstmaligen Microsoft-Mitarbeiters Rob Glaser eines der lautstärksten Kritiker der Geschäftsgepflogenheiten von Microsoft.

«Heute schliessen wir ein Kapitel und schlagen ein neues auf in unserer Beziehung zu Microsoft», sagte Glaser, Gründer und Chef von RealNetworks beim Handschlag mit Microsoft-Gründer Bill Gates am Dienstagabend (Ortszeit) in Seattle im US-Bundesstaat Washington.

Vorwurf: Marktmacht rechtswidrig ausgenutzt

RealNetworks hatte dem Software-Riesen wiederholt vorgeworfen, mit der engen Kopplung seines eigenen MediaPlayers an das Windows-Betriebssystem seine Marktmacht rechtswidrig gegen Konkurrenzprodukte wie den RealPlayer ausgespielt zu haben.

Im Zuge der Einigung wird RealNetworks den Streit vor dem Federal Court in San Jose beilegen und sich auch aus den Kartellverfahren gegen Microsoft bei der EU-Kommission und in Korea zurückziehen.

Saftige Entschädigung

Von dem weltgrössten Softwarekonzern erhält der Multimedia-Spezialist 460 Mio. Dollar sowie Service-Leistungen zur Unterstützung seines Online-Musik-Services Rhapsody im Wert von 301 Mio. Dollar. Für die Einigung mit Microsoft hätten die Unternehmen vor rund einem Jahr ihre Gespräche aufgenommen, sagte Glauser.

In seinem Online-Dienst MSN will Microsoft künftig für Reals Musik- und Spiele-Service werben und dem einstigen Rivalen damit Zugang zu deutlich mehr Kunden bieten. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen auch bei der Entwicklung neuer Technologien und Angebote zusammenarbeiten.

Die Ruhe an der Gerichtsfront hat sich Microsoft in den vergangenen rund zwei Jahren mit der jüngsten Einigung etwa 5 Mrd. Dollar kosten lassen. Neben Vergleichen in Höhe von 750 und 775 Mio. Dollar mit AOL Time Warner und dem IT-Konzern IBM zahlte Microsoft zuletzt an seinen Konkurrenten Sun Microsystems 1,95 Mrd. Dollar.

Unter Beobachtung

Die EU-Kommission teilte unterdessen mit, die Einigung habe keinen Einfluss auf den Brüsseler Microsoft-Wettbewerbsfall. «Wir müssen sicherstellen, dass Microsoft sich vollständig an die Kommissionsentscheidung vom März 2004 hält», sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

Die Kommission hatte damals Microsoft zur Öffnung des Betriebssystems Windows in bestimmten Bereichen aufgefordert, um für mehr Wettbewerb im Softwaremarkt zu sorgen.

(Renate Grimming/dpa)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die EU-Kommission droht ... mehr lesen
Bill Gates hat mit Microsoft gegen die Auflagen beim Luxemburger EU-Gericht geklagt.
Bill Gates wird mit Microsoft tief in die Tasche greifen müssen, wenn er die Auflagen nicht erfüllt.
Brüssel/Redmond - Der Streit ... mehr lesen
Seoul - Nach der EU hat auch die südkoreanische Wettbewerbsbehörde eine millionenschwere Kartellstrafe gegen Microsoft verhängt. Der Softwarekonzern muss nun sein Betriebssystem für Konkurrenzunternehmen öffnen. mehr lesen 
Früher waren die Geräte von Palm top.
Die Geschäftsführung hat die ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Nachdem Microsoft und Intel ... mehr lesen
Hat Unterstützung von Microsoft und Intel verloren: blu-ray - ein nächstes DVD-Format.
Los Angeles - Im Kampf um den lukrativen Markt der Internet-Suchmaschinen legen die Rivalen Microsoft und Google eine schärfere ... mehr lesen
Bill Gates spöttelte über die nicht enden wollende Anfangseuphorie Googles.
Headset: Unverzichtbar bei VoIP-Diensten.
Der Softwaregigant Microsoft ... mehr lesen
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 7°C 16°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel freundlich
Basel 6°C 17°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
St. Gallen 6°C 14°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel freundlich
Bern 6°C 16°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Luzern 8°C 14°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Genf 9°C 17°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 9°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten