Microsoft gegen Google
publiziert: Sonntag, 18. Sep 2005 / 11:16 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 18. Sep 2005 / 22:51 Uhr

Los Angeles - Im Kampf um den lukrativen Markt der Internet-Suchmaschinen legen die Rivalen Microsoft und Google eine schärfere Gangart ein.

Bill Gates spöttelte über die nicht enden wollende Anfangseuphorie Googles.
Bill Gates spöttelte über die nicht enden wollende Anfangseuphorie Googles.
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Nach dem Teilerfolg vor Gericht um einen abtrünnigen Microsoft-Manager stockte der weltgrösste Suchmaschinenbetreiber in dieser Woche mit einem Aktienverkauf seine Barmittel weiter auf.

Damit will Google im aufstrebenden Markt in China verstärkt investieren und der Konkurrenz zuvor kommen.

Image angekratzt

Doch das Image des einstigen Internet-Lieblings und jüngsten Börsenstars der New Economy bröckelt unterdessen rapide weiter.

In einem Interview spöttelte Microsofts Chef-Entwickler Bill Gates über die nicht enden wollende «Anfangseuphorie» des weltgrössten Suchmaschinenbetreibers.

«Daher denken die Leute, dass Google einfach zu allem fähig ist», sagte Gates dem Online-Fachmagazin «c-net».

Auch Microsoft habe zwischen 1985 und 1995 euphorische «Flitterwochen» gehabt.

«Ich würde aber sagen, dass Google in mancher Beziehung die grösste Anfangseuphorie zeigt, die ich jemals gesehen habe.» Sorgen bereite ihm der Erfolg des Rivalen allerdings nicht, denn Microsoft sei technologisch überlegen.

Umstrittener Artikel

Für den breiten Raum zur öffentlichen Kritik am Konkurrenten kann sich Microsoft vermutlich bei Google selbst bedanken.

Schliesslich hatte das einstige Vorzeige-Start-up erst kürzlich bekannt gegeben, dass es dem Online-Magazin als Revanche zu einem unliebsamen Artikel ein Jahr lang keine Presseinformationen mehr zukommen lassen will.

Der Grund: Eine Redakteurin hatte einen Artikel über Finanzchef Eric Schmidt verfasst und dabei auch private Einzelheiten erwähnt - zusammen getragen durch eine halbstündige Google-Recherche.

Image-Wandel

Derzeit scheint sich ohnehin ein fundamentaler Image-Wandel beider Unternehmen abzuzeichnen. Das Geschäftsgebaren von Microsoft, dessen Betriebssystem Windows auf nahezu 95 Prozent aller PCs weltweit läuft, wurde immer wieder von Kartellrechtswächtern kritisiert.

Die von den zwei damaligen Studenten Sergej Brin und Larry Page gegründete Suchmaschinenfirma Google hatte dagegen fast den Ruf einer quasi gemeinnützigen Organisation zur Beschaffung von Informationen im Internet.

Doch spätestens nach Googles spektakulärem Börsengang im Sommer dieses Jahres und mehrfachen Einwänden von Seiten der Datenschützern sind diese Zeiten vorbei. Und im Silicon Valley ist die Arroganz von Google inzwischen Legende.

Mit dem durch den Börsengang eingespielten Geld versucht das Unternehmen derzeit, Software-Entwickler und Experten anderer Firmen wie auf einem Raubzug abzuwerben.

Teilniederlage für Microsoft

Unterdessen hat Microsoft vor Gericht eine Teilniederlage hinnehmen müssen.

Der von Google abgeworbene ehemalige Microsoft-Top-Manager Kai-Fu Lee darf nach einer jüngsten Gerichtsentscheidung aus Seattle trotz einer Sperrklausel in seinem Arbeitsvertrag für den Suchmaschinenbetreiber tätig werden.

Allerdings wurden seine Aufgabenbereiche begrenzt. Das Gericht verfügte, dass Lee dem Unternehmen zwar seine begehrten Kenntnisse über den chinesischen Markt zur Verfügung stellen, aber nicht als Experte für Suchtechnologien tätig werden darf.

Der Internet-Firma scheint die Entscheidung allerdings genügend Auftrieb für den weiteren Expansionstrieb gegeben zu haben.

Den begehrten Markt in China, in dem Google bereits nach einem lokalen Anbieter die Nummer 2 unter den Suchmaschinenbetreibern ist, will das Unternehmen jetzt massiv angehen.

(Renate Grimming, dpa/sda)

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