Positive Ernährungsgewohnheiten schnell weg
Migration in die USA macht Kinder dick
publiziert: Donnerstag, 14. Jan 2016 / 12:08 Uhr
Kinder ernähren sich in den USA oft nicht gesund.
Kinder ernähren sich in den USA oft nicht gesund.

University Park - Einwanderer-Eltern schaffen es nicht, ihre gesunden Ernährungsgewohnheiten weiterzugeben. Das haben Expertinnen der Penn State University in Bezug auf mexikanische Immigranten in Amerika festgestellt.

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Während die Mütter sich gesund ernähren, steigen die Kinder schon bald auf die fettige, salzige und kalorienreiche amerikanische Kost um. Diese Erkenntnis passt auch gut zu vorangegangenen Studien, die mexikanischen Migrantenkindern ein hohes Risiko für Übergewicht und Adipositas nachsagen.

Umstellung durch Migration

«Kinder in Immigrantenfamilien wachsen in ganz anderen Ernährungs- und sozialen Umgebungen auf als ihre Eltern», ist Forscherin Molly Dondero überzeugt. «Mexikanische Ernährung umfasst zum Beispiel viel weniger industriell verarbeitete Lebensmittel, obwohl auch das im Wandel begriffen ist.» Industriell verarbeitete Lebensmittel und Fast Food sind für die amerikanische Ernährung typisch - und tragen viel zum Übergewichtsproblem bei.

Eltern sind ein wichtiger Schlüssel zur kindlichen Ernährung. «Es gibt im Wesentlichen zwei Wege, auf denen Eltern die Ernährung ihres Kindes beeinflussen», erklärt Dondero. «Der erste ist die Vorbildwirkung - die Kinder sehen, was die Eltern essen und machen es ihnen nach - und der zweite ist durch Kontrolle, was einschliessen kann, was die Eltern kochen oder ihren Kinder erlauben zu essen, sowie was sie für den Haushalt kaufen.»

Essen stiftet eigene Identität

Bei der vorliegenden Problematik scheinen die Eltern aber den Einfluss auf ihre Kinder zu verlieren - womöglich, weil die Kinder ihre Herkunftsidentität zurücklassen wollen. «Essen ist ein wichtiger Marker für Identität, möglicherweise fühlen die Kinder von Immigranten einen Druck, sich anzupassen», meint Dondero.

«Herauszufinden, warum Kinder sich anders ernähren als ihre Eltern, wird der nächste Schritt in der Forschung sein.» Ausserdem bestehte die Notwendigkeit, sich bei Gesundheitsinitiativen nicht nur an die Eltern, sondern auch an die Kinder zu wenden, um Übergewichtigkeit vorzubeugen.

(bg/pte)

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