Steigende Asylzahlen
Migrationsdruck stellt Schulen vor Herausforderungen
publiziert: Samstag, 3. Okt 2015 / 15:54 Uhr / aktualisiert: Samstag, 3. Okt 2015 / 16:12 Uhr
Unbegleitete Teenager seien viel schwieriger einzuschulen als Kinder in Flüchtlingsfamilien. (Symbolbild)
Unbegleitete Teenager seien viel schwieriger einzuschulen als Kinder in Flüchtlingsfamilien. (Symbolbild)

Bern - Angesichts der Flüchtlingsströme in Europa hat der Bund die Kantone angehalten, sich auch hierzulande auf steigende Asylzahlen einzustellen. Die Thematik dürfte auch die Schulen beschäftigen. Der Berner Lehrerverband LEBE fordert nun Unterstützung bei der Integration.

3 Meldungen im Zusammenhang
Der Verband Lehrerinnen und Lehrer Bern (LEBE) bezog Ende September Position in dieser Frage, wie die «Berner Zeitung» in ihrer Samstagsausgabe berichtet.

In einem auf der Verbandshomepage aufgeschalteten Papier fordert LEBE, dass Kinder und Jugendliche vor der Integration in Regelklassen im Kanton Bern als erste Integrationsmassnahme flächendeckend in der deutschen Sprache unterrichtet werden müssen. Dafür brauche es genügend Ressourcen und entsprechende Strukturen.

Die Schule brauche Unterstützung von Fachpersonen, die sich um die Sozialisierung der Kinder und Jugendlichen kümmerten. Manche Flüchtlingskinder gingen noch nie zur Schule, andere haben traumatische Erlebnisse hinter sich und die wenigsten kennen die hiesige Kultur und die geltenden Regeln.

Gerade junge Lehrkräfte könnten von der Situation überfordert sein, hält LEBE im Positionspapier fest. Dazu komme, dass es sinnvolle Klassengrössen brauche, denn in grossen Klassenverbänden seien solche Integrationsvorhaben zum Scheitern verurteilt. Entsprechend müssten Ressourcen bereitgestellt werden, fordert der bernische Lehrerverband.

Unterstützung auf nationaler Ebene

Beat Zemp, Präsident des Lehrerdachverbands LCH, unterstützt die Position des Berner Verbandes vorbehaltlos, wie er auf Anfrage mitteilte.

Der LCH sei daran, zusammen mit der Westschweizer Lehrergewerkschaft SER eine gesamtschweizerische Position zu den Flüchtlingskindern zu erarbeiten. Dabei orientiere man sich an der Stellungnahme aus den 90er Jahren, in der sich die Erziehungsdirektorenkonferenz zur Einschulung aller Flüchtlingskinder aus dem Balkan bekannte.

Das Problem mit den jetzigen Migrationsströmen sei aber, dass vermehrt unbegleitete Teenager darunter seien, warnt Zemp. Diese seien viel schwieriger einzuschulen als Kinder in Flüchtlingsfamilien. Möglicherweise brauche es dafür separate Einschulungsklassen.

Gängige Praxis

Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver war am Samstag wegen Ferienabwesenheit nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Bisher handhabte es der Kanton Bern so, dass die Erziehungsdirektion bei Bedarf zusätzliche Lektionen für die Förderung von Sprache und Integration zur Verfügung stellt.

Für die Einschulung von Flüchtlingskindern sind die Gemeinden zuständig. Deutschunterricht als erste Integrationsmassnahme vor der Eingliederung von Flüchtlingskindern in die Regelklassen sei bereits seit vier bis fünf Jahren gängige Praxis, heisst es bei der Erziehungsdirektion.

Flüchtlingskinder haben in der Schweiz unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus das Recht und die Pflicht, die Volksschule zu besuchen.

Im Kanton Bern erfolgt die Einschulung von Kindern aus dem Asylbereich laut einem Merkblatt der Erziehungsdirektion in einen lokalen oder regionalen Intensivkurs Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder direkt in eine Regelklasse mit Unterstützung durch DaZ.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Reta Caspar In der aktuellen Flüchtlingsdebatte ... mehr lesen 20
Moschee in Deutschland (Garmisch Partenkirchen): Wirklich der beste Ort für Integration, Herr de Maizière?
1500 Personen sollen in der Schweiz Schutz finden.
Bern - Der Bundesrat ist im Moment ... mehr lesen
Bern - Jedes Jahr stellen mehrere ... mehr lesen 1
Die Ausbildungsmöglichkeiten hängen stark von den kantonalen Regeln ab. (Symbolbild)
Steuerzahler
"Entsprechend müssten Ressourcen bereitgestellt werden, fordert der bernische Lehrerverband.
Unterstützung auf nationaler Ebene"
No, no, no, auch diese Ressourcen stellt der Steuerzahler bereit und sonst gar niemand.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter strengen Auflagen wieder öffnen. In einem ersten Lockerungsschritt sind an einem Tisch maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern erlaubt.
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter ...
Publinews Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen  Bern - Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. April 2020 entschieden, die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus weiter zu lockern. Ab Montag, 11. Mai 2020, können Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken wieder öffnen, in den Primar- und Sekundarschulen darf der Unterricht wieder vor Ort stattfinden und im Breiten- und Spitzensport sind wieder Trainings möglich. Das Fahrplanangebot im öffentlichen Verkehr wird deutlich erhöht. Für die Maturitätsprüfungen können dieses Jahr die Erfahrungsnoten im Zeugnis stehen, über schriftliche Prüfungen für die gymnasiale Maturität entscheiden die Kantone. Die Lockerungen werden durch Schutzkonzepte begleitet. Das Abstandhalten und die Hygienemassnahmen müssen nach wie vor eingehalten werden. Parallel zu diesen Öffnungsschritten werden die Einreisebeschränkungen gelockert. Ab dem 11. Mai soll zudem in allen Kantonen die flächendeckende Rückverfolgung ... mehr lesen  
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung von Schulkindern spricht, denken wohl die wenigsten Menschen an einen Schulthek. Der ... mehr lesen  
Einschulung.
Ein Sprachaufenthalt ist in jedem Alter denkbar. In jungen Jahren festigt ein Sprachaufenthalt die in der Schule erworbenen Sprach- und Landeskenntnisse. Im Erwachsenenalter ist eine Spezialisierung, beispielsweise auf Business-Themen, denkbar.
Publinews Zugegeben, einen «Sprachkurs» zu besuchen, das klingt in erster Linie nach pauken, pauken, pauken. Nur die wenigsten Schüler, Absolventen, ... mehr lesen  
Englisch ist inzwischen zu einer bedeutenden Weltsprache avanciert. In der Gegenwart dominieren nicht nur die ... mehr lesen  
Durch eine Reise in ein englischsprachiges Land lassen sich die eigenen Sprachkenntnisse unter Garantie verbessern.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 11°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 11°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Bern 10°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 13°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Genf 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Lugano 20°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten