Militär stürzt Regierung in Mauretanien
publiziert: Mittwoch, 6. Aug 2008 / 12:48 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Aug 2008 / 00:42 Uhr

Nouakchott - Im nordwestafrikanischen Mauretanien hat sich das Militär an die Macht geputscht und den seit April 2007 amtierenden Präsidenten Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi für abgesetzt erklärt.

Präsident Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi wurde ebenso wie Premier- und Innenminister verhaftet.
Präsident Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi wurde ebenso wie Premier- und Innenminister verhaftet.
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Der bisherige Kommandant der Präsidentengarde habe den Staatsstreich verübt, nachdem Präsident Sidi Ould Cheikh Abdallahi ihn absetzen wollte, teilte ein Sprecher des Staatschefs in der Hauptstadt Nouakchott mit.

Angehörige der Präsidentengarde hätten den Staatschef sowie Regierungschef Yahya Ould Ahmed Waghf «festgenommen» und die Telefonleitungen gekappt. Bei dem - allen Anschein nach - unblutigen Putsch wurde nach Augenzeugenberichten kein Schuss abgefeuert.

Die Putschisten bildeten einen Staatsrat, an dessen Spitze der Chef der Präsidialgarde, Mohamed Ould Abdelaziz, steht. Die neuen Machthaber bezeichneten Abdallahi in einer über den Fernsehsender Al-Arabija verbreiteten Erklärung als «früheren Präsidenten».

EU-Kommission besorgt

Nach dem Militärputsch stellte die Europäische Kommission die millionenschwere Hilfe für Mauretanien infrage. Die Brüsseler Behörde äusserte ihre tiefe Besorgnis über die Lage in dem Land. Die jüngsten Ereignisse gefährdeten die beispielhaften demokratischen Fortschritte des Landes, erklärte die Kommission.

Das seit 1960 von Frankreich unabhängige Mauretanien hat seither viele Staatstreiche und Putschversuche erlebt. Zuletzt hatte die Armee im August 2005 die Macht an sich gerissen und Präsident Maaouya Ould Sid'Ahmed Taya abgesetzt.

(bert/sda)

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