Militär übernimmt Macht auf den Fidschi-Inseln
publiziert: Dienstag, 5. Dez 2006 / 08:27 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Dez 2006 / 16:58 Uhr

Suva - Nach einem monatelangen Machtkampf hat die Armee auf den Fidschi-Inseln die Macht übernommen. Armeechef Voreqe Bainimarama erklärte vor den Medien, er habe Ministerpräsident Laisenia Qarase abgesetzt.

Ministerpräsident Laisenia Qarase wurde abgesetzt.
Ministerpräsident Laisenia Qarase wurde abgesetzt.
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«Das Militär hat die Regierung übernommen», sagte der Armeechef. Qarase sei korrupt und habe seinen eigenen «stillen Putsch» gegen das Volk vorbereitet. Es ist bereits der vierte Putsch innerhalb von 20 Jahren.

Als Übergangs-Ministerpräsidenten ernannte Bainimarama den pensionierten Arzt Jona Senilagakali. Er selbst werde übergangsweise die Funktion des Staatsoberhauptes übernehmen.

Die Machtausübung durch das Miltär werde nur vorübergehend sein, versprach Bainimarama. Dann solle es Wahlen geben. Er selbst wolle die Macht nächste Woche wieder abgeben und den Staatspräsidenten Ratu Josefa Iloilo wieder einsetzen.

Der Nachrichtenagentur Reuters sagte der entmachtete Regierungschef Qarase, er sei illegal seines Amtes enthoben worden. «Fidschi ist international zum Gegenstand des Gelächters geworden», klagte er in einem Telefonat, das er von zu Hause aus führte.

Vertreter der indischstämmigen Minderheit

Kurz nach dem Putsch drangen Soldaten in die Büros verschiedener Medienbetriebe ein und warnten die Journalisten, keine «gegen das Militär gerichtete Propaganda» zu verbreiten. Die wichtigste Zeitung des Landes, die «Fiji Times», stellte ihr Erscheinen ein.

Der Bankier Qarase war nach dem Sturz des ersten indischstämmigen Ministerpräsidenten durch einen Putsch von Ureinwohnern 2000 ins Amt gekommen und hatte dieses Frühjahr die Wahl gewonnen.

Bainimarama sieht sich als Vertreter der indischstämmigen Minderheit. Er wirft der nationalistischen FDL-Partei von Qarase vor, dass sie es mit der einseitigen Interessenvertretung für die indigene Bevölkerung zu weit treibe. Über 50 Prozent der Einwohner sind Melanesier, knapp 40 Prozent Indisch-Stämmige.

Grossbritannien suspendierte mit sofortiger Wirkung seine Militärhilfe für Fidschi. Zudem seien Gespräche mit den anderen Nationen des Commonwealths aufgenommen worden, Fidschis Mitgliedschaft in dem Staatenbund auszusetzen, sagte ein Sprecher der Regierung in London.

(smw/sda)

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