Militärjunta sperrt sich weiter gegen ausländische Helfer
publiziert: Freitag, 9. Mai 2008 / 07:18 Uhr / aktualisiert: Freitag, 9. Mai 2008 / 08:26 Uhr

Washington - Die internationale Hilfe gelangt weiterhin nur stockend zu den Hunderttausenden Opfern des Zyklons in Birma. Alle politischen Interventionen brachten das Regime bislang nicht dazu, das umfassende Hilfsangebot vorbehaltlos zu akzeptieren.

Der Zyklon «Nargis» hinterliess eine Spur der Zerstörung.
Der Zyklon «Nargis» hinterliess eine Spur der Zerstörung.
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Nach tagelangen Verzögerungen trafen zwar mittlerweile mehrere Tonnen Hilfsgüter der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes in Birma ein.

Hunderte von Logistiker und Katastrophenexperten, die für eine Verteilung des Materials nötig sind, sassen aber immer noch in den Nachbarländern ohne Visum fest.

Das Aussenministerium Birmas erklärte in einer staatlichen Zeitung, Birma sei nicht bereit für Such- und Hilfsmannschaften aus dem Ausland. Das Land akzeptiere nur finanzielle Hilfe oder Nothilfe.

Verfassungsreferendum hat Vorrang

Das Militär verteilt zwar sporadisch Güter an die hundertausenden Notleidenden, ist aber überwiegend mit der Vorbereitung eines Verfassungsreferendums beschäftigt, dass trotz der nationalen Katastrophe am Samstag durchgezogen werden soll.

Die US-Regierung und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon drängten das Regime dazu, das Land für Hilfslieferungen zu öffnen.

Weiterhin will die Militärjunta aber keine Hilfe der US-Streitkräfte akzeptieren.

Keine Versorgung aus der Luft

Für die Regierung in Washington kommt eine Versorgung aus der Luft ohne Zustimmung der Militärregierung derzeit nicht in Frage.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ohne Genehmigung der Regierung von Birma loslegen», sagte Verteidigungsminister Robert Gates am Donnerstag laut einem Bericht des Senders ABC.

Die Verweigerungshaltung der Militärmachthaber in Birma frustriert auch die Vereinten Nationen. UNO-Generalsekretär Ban sprach in einer Erklärung von einer «nationalen Tragödie».

Millionen Obdachlose

Der Wirbelsturm war am vergangenen Freitag vom Golf von Bengalen kommend am Delta des Irawadi-Flusses auf das südostasiatische Land getroffen und hatte auf seinem Weg nach Osten eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

Zehntausende Menschen sind nach der Wirbelsturm-Katastrophe tot oder werden vermisst, Millionen Obdachlose warten auf Essen, Medikamente und Unterkünfte.

(rr/sda)

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