Militärjunta verweigert Hilfe ausländischer Organisationen
publiziert: Freitag, 9. Mai 2008 / 19:30 Uhr / aktualisiert: Samstag, 10. Mai 2008 / 11:03 Uhr

Genf/Rangun - Im Ringen um schnelle Hilfe für die Wirbelsturm-Opfer verhält sich Birmas Militärregierung weiterhin halsstarrig. Sie verweigerte die Einreise ausländischer Helfer und liess UNO-Hilfslieferungen beschlagnahmen, um sie selber zu verteilen.

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Das Welternährungsprogramm (WFP) will seine Hilfsflüge am Samstag aber wiederaufnehmen. Dies teilte die UNO-Organisation in Genf mit. Kurz zuvor hatte das WFP wegen der «nicht hinnehmbaren Beschränkungen» seiner Hilfslieferungen durch die burmesische Militärjunta ihre Luftbrücke unterbrochen.

Die Militärs hatten nach der Ankunft von zwei Hilfsflügen das Material beschlagnahmt. Die Lebensmittel wurden deswegen noch nicht aus den Flugzeugen ausgeladen.

Gespräche werden fortgeführt

Die Gespräche mit der Regierung über die Verteilung dieser Lebensmittel werden laut WFP fortgeführt. Zudem sollen am Samstag zwei weitere Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Birma geschickt werden.

Birma verweigert zudem weiter die Einreise ausländischer Helfer zur Verteilung von Hilfsgütern für die Opfer des Wirbelsturms. Die Junta stellt seit der Katastrophe die Geduld der internationalen Gemeinschaft mit ständig wechselnden Ankündigungen über die Öffnung des Landes für Hilfe und Helfer auf die Probe.

Sporadische Verteilung von Lebensmitteln

Das Militär verteilt zwar sporadisch Güter an die hundertausenden Notleidenden, ist aber überwiegend mit der Vorbereitung eines Verfassungsreferendums beschäftigt, das trotz der nationalen Katastrophe am Samstag durchgezogen werden soll.

Laut der UNO konnten zwei UNO-Experten nach Birma einreisen. Die Lage sei auch Tage nach dem Durchzug des Wirbelsturms unübersichtlich.

187 Millionen Soforthilfe

Weltweit wurden der UNO zufolge inzwischen Hilfen im Umfang von 57 Millionen Dollar bereitgestellt. Die UNO rief die Geberländer am Freitag auf, binnen sechs Monaten insgesamt 187 Millionen Dollar Soforthilfe für die Opfer des Zyklons bereitzustellen.

Die Wetterfront könnte die Situation in den Küstenregionen noch verschlimmern, da neue Regenfälle ein Abfliessen von Hochwasser verlangsamen oder gar eine Flutwelle auslösen könnten, teilte die UNO-Wetterorganisation (WMO) mit. Bis Ende der Woche schwere Niederschläge zu erwarten.

Der Wirbelsturm «Nargis» hatte am vergangenen Wochenende das verarmte und abgeschottete Land hart getroffen. Nach jüngsten Angaben der Miltärregierung wurden vermutlich bis zu 100'000 Menschen getötet. Gemäss UNO-Angaben verloren mindestens 1,5 Millionen Menschen ihr Zuhause.

(tri/sda)

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