Chaos vor der Wahl
Milizionäre bedrohen Parlament in Libyen
publiziert: Mittwoch, 19. Feb 2014 / 09:54 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Feb 2014 / 22:50 Uhr
Unter Gaddafi hatte Libyen weder eine Verfassung noch ein Parlament gehabt.
Unter Gaddafi hatte Libyen weder eine Verfassung noch ein Parlament gehabt.

Tripolis - Kurz vor der Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung regiert in Libyen das Chaos. Milizen haben am Mittwoch versucht, das Übergangsparlament in Tripolis mit Gewalt aufzulösen. In zwei weiteren Städten wurden Attentate verübt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Vor der für Donnerstag geplanten Abstimmung drohten zwei ehemalige Revolutionsbrigaden aus der westlibyschen Stadt Sintan, das Übergangsparlament aufzulösen, falls die Abgeordneten nicht binnen fünf Stunden zurücktreten sollten. Lokale Medien meldeten allerdings, die Volksvertreter wollten sich nicht einschüchtern lassen.

Ministerpräsident Ali Seidan stellte sich schützend vor das Parlament, obwohl die Abgeordneten seit Wochen ein Misstrauensvotum gegen den Regierungschef vorbereiten. Seidan sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Lana, es sei ein Kompromiss zwischen den "Revolutionären" aus Sintan und dem Parlament gefunden worden.

Die Kämpfer seien bereit, den Abgeordneten weitere 72 Stunden Zeit zu geben. Damit wäre zumindest die für den Übergang zur Demokratie sehr wichtige Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung am Donnerstag gerettet.

Die Vereinten Nationen warnten eindringlich vor dem Einsatz von Gewalt. Die UNO-Unterstützungsmission (UNSMIL) erklärte, das Parlament dürfe die Macht nur an ein Gremium übergeben, das durch freie Wahlen legitimiert sei.

Bereits zweiter Umsturzversuch

Die Drohung der Kämpfer, die sich 2011 zum Kampf gegen die Truppen von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi zusammengeschlossen hatten, ist bereits der zweite Putschversuch binnen weniger Tage.

Am vergangenen Freitag hatte ein ehemaliger Militärkommandant erklärt, er wolle das Parlament auflösen und die Regierung von Ministerpräsident Ali Seidan entmachten. Der Putschversuch von General Chalifa Haftar geriet jedoch zur Lachnummer, weil der Ex-Militär ausser einer vorbereiteten Rede, die von einem arabischen TV-Sender ausgestrahlt wurde, dann doch nichts zustande brachte.

Die Sicherheitslage in Libyen ist sehr prekär, weil sich einige ehemalige Revolutionsbrigaden zwar formal dem Innenministerium oder dem Generalstab unterstellt haben - faktisch aber weiter tun, was sie wollen.

Am Mittwoch sprengten Unbekannte in Gaddafis Heimatstadt Sirte einen Kontrollpunkt der Küstenwache. Nach Informationen libyscher Medien entstand bloss Sachschaden. In Bengasi wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Al-Tadhamun ein Richter verletzt, als ein Sprengsatz unter seinem Auto detonierte.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tripolis - An der Wahl zur ... mehr lesen
Nur 497'663 Stimmen wurden abgegeben.(Symbolbild)
Tripolis - Von der anfänglichen Begeisterung der Libyer für die Demokratie ist nicht mehr viel übrig. Bei der Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung war der Andrang am Donnerstag gering. Die Wahl wurde von Störversuchen radikaler Islamisten überschattet. mehr lesen 
Tripolis - Das libysche Übergangsparlament hat in einer hitzigen Nachtsitzung beschlossen, die ursprünglich für Dezember geplanten Parlamentswahlen vorzuziehen. 150 der insgesamt 200 Parlamentarier stimmten dafür, bis spätestens Ende März ein entsprechendes Wahlgesetz vorzulegen. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs ... mehr lesen
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat unter Donald Trump antreten. «Ich wäre nicht die richtige Wahl für ihn», sagte Rubio dem Fernsehsender CNN am Sonntag. mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel -1°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern -2°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern -1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 1°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 0°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten