Milliardenschlacht ums Weisse Haus bricht Rekorde
publiziert: Donnerstag, 30. Okt 2008 / 12:13 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Okt 2008 / 12:44 Uhr

Washington - Im Endspurt vor der US-Wahl am Dienstag ist die Materialschlacht in vollem Gange, ihr Schlachtfeld ist der Bildschirm. Höhepunkt war die halbstündige Obama-Show zur besten Sendezeit auf mehreren Kanälen.

«Ist dabei, die Präsidentschaft zu erkaufen»: Barack Obama in seinem TV-Spot.
«Ist dabei, die Präsidentschaft zu erkaufen»: Barack Obama in seinem TV-Spot.
11 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Barack Obama in seinem TV-Spot
Barack Obama und seine mediale Präsenz im US-Wahlkampf.
youtube.com

In Hollywood-Manier inszenierte sich der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama als Landesvater: Obama im Gespräch mit den Bürgern, Sternenbanner im Hintergrund, Bilder von goldenen Weizenfeldern, das alles unterlegt mit zarten Streicherklängen - es war eine emotionale, technisch perfekte Inszenierung.

Bis zu fünf Millionen Dollar dürfte der Dauer-Werbespot gekostet haben, mit dem Obama seine finanzielle Überlegenheit im Kampf ums Weisse Haus demonstrierte.

53 Tage Obama-Spots

Allein in den vergangenen drei Wochen liess Obama USA-weit 140'000 TV-Spots auf die Zuschauer niederprasseln. Aneinandergereiht würden die Filmchen 53 Tage dauern, errechnete die «New York Times».

Sein republikanischer Gegner John McCain kommt nicht mal auf die Hälfte, er kann finanziell nicht mithalten. Denn Barack Obama ist der König Midas des US-Wahlkampfs: Was er anfasst, wird zu Geld.

Mehr als 780 Millionen Dollar an Spenden hat Obama von seinen Anhängern gesammelt, nie hatte ein Kandidat mehr Geld zur Verfügung. McCain kommt nur auf 340 Millionen. Der Unterschied ist so gross, dass sich die Frage der politischen Fairness stellt.

Kritik entkräften

McCain blieb nicht viel anderes übrig, als sich über Obamas «watteweichen Wohlfühl-Film» lustig zu machen. Obama nutzte den teuren Streifen, um die Kritik der Republikaner an ihm zu entkräften und zweifelnde Wähler mit seiner Lebensgeschichte vertraut zu machen.

Diese erfuhren, dass Obama mit seinen Töchtern «Harry Potter» gelesen hat und sie jeden Abend anruft. In emotionalen Passagen berichtete er vom frühen Krebstod seiner Mutter.

Die Geschichten sollen jene widerlegen, die Obamas Verwurzelung in uramerikanischen Werten anzweifeln. Seine Botschaft richtete sich an die wirtschaftlich bedrängte Mittelschicht, viele einfache Leute kamen in dem Film zu Wort und berichteten von ihren Sorgen.

Gekaufte Präsidentschaft?

Die betont patriotische Präsentation steht im Widerspruch zu den jüngsten Attacken von McCain, der Obama als linken Experimentierer mit sozialistischen Neigungen hinstellt. Das Gute für Obama: McCain kann nicht mit gleicher Waffe zurückschlagen.

Die Republikaner wittern Wettbewerbsverzerrung. «Barack Obama ist auf dem Weg, sich die Präsidentschaft zu kaufen», kritisiert der Publizist Richard Baehr vom konservativen «American Thinker»: «Das ist kein fairer Kampf.» McCain hat das Problem, dass er staatliche Wahlkampffinanzierung annehmen musste - und damit bei den Ausgaben bestimmten Obergrenzen unterliegt, nämlich 84 Millionen Dollar in den letzten beide Monaten vor der Wahl.

Obama hat die staatlichen Beihilfen ausgeschlagen und finanziert sich nur durch freiwillige Zuwendungen seiner Anhänger. Er kann soviel ausgeben, wie er einnimmt. Und seine Einnahmen brechen alle Rekorde, allein im September waren es 150 Millionen Dollar.

Immer mehr

Die Kampagnenbudgets stiegen in den vergangenen Wahlen stetig an. 1992 zur Zeit von George Bush, Bill Clinton und Ross Perot waren es noch 192 Mio. Dollar für alle Kandidaten.

Bei der letzten Wahl 2004 waren es bereits 717 Mio. Dollar, diesmal werden die Kandidaten nach einer Schätzung des unabhängigen Washingtoner Center for Responsive Policies mehr als 1,3 Milliarden Dollar ausgeben.

(Peter Wütherich/afp)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 6 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Wahlforscher prognostizieren eine Rekord-Beteiligung von rund 135 Millionen Wählern.
Washington - Rekordbeteiligung an einer historischen Wahl: Mit einem nie dagewesenen Ansturm auf die Wahllokale haben die Wahlberechtigten in den USA ihren neuen Präsidenten gewählt. Als ... mehr lesen
Washington - Wer in der Schweiz ... mehr lesen
Es ist durchaus denkbar, dass die Wahlnacht zur Geduldsprobe wird: Demoskopen erwarten eine Rekord-Wahlbeteiligung.
Schweizer Firmen haben via ihre Angstellten am zweitmeisten Geld für den US-Wahlkampf ausgegeben.
Essen - Schweizer Firmen haben via ihre Angstellten am zweitmeisten Geld für den US-Wahlkampf ausgegeben. Nur die Beschäftigten britischer Unternehmen griffen ausserhalb der USA noch tiefer in ... mehr lesen 1
Chicago - Mehr Rechte für trächtige Schweine, ein Verbot der Homo-Ehe, ... mehr lesen
Die Wähler finden eine bunte Mischung an Abstimmungsfragen vor.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Nicht nur bei der Presse, sondern auch im Ausland beliebt: Barack Obama.
Bern - Kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA, rechnen 86 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mit einem Sieg Barack Obamas. 85 Prozent sehen im schwarzen Senator auch ihren ... mehr lesen
Washington - Mit einem deutlichen ... mehr lesen
Obama kann landesweit auf 51 Prozent der Wählerstimmen hoffen.
Washington - Die Präsidentschaftswahl in den USA am Dienstag wird den ... mehr lesen
John Kerry gilt als welterfahren und spricht als einer der wenigen US-Politiker fliessend französisch.
Barack Obama und Joe Biden nebst Gattinnen: Kein US-Präsident ohne Frau, Familie und Gott.
Washington - Noch kann jeder eine Million Dollar einstreichen. Alles, was US-Verleger Larry Flint dafür haben möchte, sind Belege für «gesetzwidrige sexuelle Beziehungen eines Abgeordneten, ... mehr lesen 6
Washington - David Axelrod ist der ... mehr lesen
Bereits vor zwei Jahren schwor Axelrod den jungen Kandidaten Obama auf zwei Wörter («Change» und «Hope») ein.
Wenn diese offensichtlich zustimmende, ...
... positive Welle ihn weiter hochträgt, dann könnte schon etwas geschehen, was der ganzen Welt gut tut und nicht nur den USA!

Ich hoffe es!
Wieso negativ auslegen?
Offenbar und offensichtlich ist es der Bevölkerung der USA ein Anliegen, dass eine Wende kommt. Darum spenden ja auch so viele Leute freiwillig für Obama. Und zwar so viel wie noch nie in der Geschichte der USA. Dafür gebührt ihm Respekt. Würde er das Geld nicht annehmen oder nicht ausgeben um das von den Spendern gewünschte Ziel zu erreichen wäre dies ein unglaublicher Affront.

Er kann also machen was er will, es wird ihm so oder so von einer Seite negativ ausgelegt werden. Hauptsache er gewinnt.
Genau dies hoffe ich nun nicht, dass ...
... es den (vermutlich) gleichen Kräften gelingt, wie bei Kennedy ..., diesen Obama auch kalt zu stellen.

Der Vergleich hinkt zwar vermutlich, weil Kennedy eine zu starke Hin-ziehungskraft ... zu schönen Frauen hatte, verspürte und vermutlich auch zu nahe an die Mafia geriet ... Vielleicht war ja dies sein Unheil ...

Obama könnte, so meine ich, wirklich mehr Charisma und politisches Gespür besitzen, als sein Vorgänger! Dass er nicht lberal denkt, sonder eher sozial-liberal, wie ich meine, das wäre eine wirkliche Möglichkeit für die USA, dem heutigen Armengeruch entfliehen zu können, der in allen Grossstädten in bestimmten Quartieren und auch Gegenden herauströmt !!

Da ist Amerika, die USA arm - mausarm - immer noch! Im krassen Gegensatz dazu einige Kilometer weiter oder sogar nur über die Strasse auf die andere Seite ins andere Quartier ... da ist Amerika reich, mondän, feudalistisch ... fast, wie bei uns ...

Vielleicht bringt es Obama und seine erwachte Demokratische Partei ja wirklich zuwege, dass die USA sozialer werden, dass sie ihre ARMEN, die sie wirklich in grosser Zahl haben, mindestens weniger armselig hinterlassen werden,wenn sie in 8 oder vielleicht sogar mehr Jahren, die Macht wieder an die Republikaner werden abgeben müssen ...
vielleicht meint er es auch ernst
...und die vielen Millionen Dollars wurden ihm gegeben von vielen, vielen Bürgern für seinen Wahlkampf. Ein schlechter Hund wäre er ja, wenn er es nicht bis auf den letzten Cent auch dafür ausgäbe, meinen Sie nicht? Palin hat bewiesen, daß sie nicht vertrauenswürdig ist, weil sie mit dem ihr anvertrauten Kapital nicht umgehen konnte. Das kann man Obama nicht vorwerfen.
Die Leute wissen schon was sie tun. Bevor sie den mafiösen Klüngel noch einmal wählen, nehmen sie lieber einen nicht ganz Weißen.
Obama verdient eine Chance, finde ich, weil er nicht dem establishment entstammt. Viel schlechter als es heute ist kann es nicht mehr werden und genau darin liegt seine Chance auf Unsterblichkeit, als der Mann, der Amerika aus der Krise führte. Ich befürchte aber, er wird nicht lange überleben, auch das kennt man ja.
Ob das Theater
nicht einmal aufhören sollte. Heute wird derjenige Präsident, der die grösste und beste Show bietet. Und die Miliarden, die da verpulvert werden, wären anderswo besser investiert. Nun gut, sie stammen fast ausschliesslich aus Spendengeldern, da haben sich also viele bereits vor der Wahl für Obama entschieden, sonst würden die das viele Geld nicht in diesen Mann investieren.
Ich bin überzeugt, dass er trotzdem der Richtige zum jetzigen Zeitpunkt ist. Die Wirtschaft, die Börse, und vieles andere im Leben ist Psychologie, er könnte es allein durch seine positive Einstellung zum Leben schon wieder richten. Also, hoffen wir, dass er die Wahl gewinnt. Allein schon der Gedanke Palin könnte Präsidentin der USA werden, kann einem Angst machen!
der Retter der USA?
Obama ist sicher das kleinere Uebel als McCain, und ich gehe davon aus, dass er der nächste US-Präsident wird.
Dennoch frage ich mich heute schon, wie lange es nach seiner Ernennung zum Präsidenten wohl dauern wird, bis sich viele US-Bürger wünschen werden, dass sie Hillary Clinton mehr Beachtung geschenkt hätten.

Obama wird nicht nur der erste nicht-weisse US-Präsident sein, sondern auch der, der am meisten Geld zur Erreichung dieses Ziels ausgegeben hat - ein fragwürdiger Erfolg.
Ich bezweifle, dass er sich nach seiner Wahl lange genug an alle seine Versprechen erinnern wird.
Wer - vor allem in der derzeitigen weltwirtschaftlichen Situation - so viel Geld ausgibt, um ein persönliches politisches Ziel zu erreichen, der wird seine persönlichen Interessen in so einem Amt nicht zuhinterst anstellen ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der Goalie absolvierte sein 119. Länderspiel.
Der Goalie absolvierte sein 119. Länderspiel.
EM-Testspiele  Der Weltklasse-Torhüter Petr Cech ist nunmehr Rekordinternationaler Tschechiens. Beim 6:0-Sieg im EM-Test gegen Malta absolvierte der Goalie von Arsenal sein 119. Länderspiel. mehr lesen 
Laufen und sprechen kann sie noch nicht  Tallahassee - Ein sechs Monate altes Mädchen hat nach den Angaben seiner Eltern im US-Staat Florida den Rekord als jüngste Wasserskifahrerin aufgestellt. Das berichtete unter anderem ... mehr lesen
Adeles dritte Platte «25» war 2015, das meistverkaufte Album der Welt.
130 Millionen Franken  London - Die britische Sängerin Adele ... mehr lesen  
Bande dessinée  Lyon - Mit einem zeichnerischen Kraftakt hat sich Lyon einen Weltrekord zurückgeholt: Am Samstag wurde in der französischen Stadt eine 1625 Meter lange Bildergeschichte vorgestellt - der längste Comic Strip der Welt. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 11°C 19°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 10°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 12°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 13°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten