Minderjährige die grössten Online-Junkies
publiziert: Mittwoch, 11. Jun 2008 / 07:54 Uhr

New York - Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verbringen mehr Zeit auf Video-Plattformen im Internet als volljährige Nutzer. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des US-Marktforschungsinstituts Nielsen Online hervor.

Minderjährige verbringen ihre Online-Zeit vor allem auf Videoplattformen. (Archivbild)
Minderjährige verbringen ihre Online-Zeit vor allem auf Videoplattformen. (Archivbild)
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Demnach sahen Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren im April dieses Jahres im Durchschnitt 51 Videostreams pro Person. Das entspricht einer Gesamtverweildauer von 118 Minuten auf entsprechenden Online-Video-Portalen.

Bei Zwölf- bis 17-Jährigen waren es sogar 74 Streams und 132 Minuten. Volljährige Nutzer hingegen kamen im selben Zeitraum lediglich auf 44 Videostreams und 99 Minuten, in denen sie Online-Videos schauten.

Beliebteste Video-Destination der Minderjährigen sind dabei überraschenderweise nicht spezielle Kinderseiten, sondern YouTube. Rund 4,1 Mio. Zwei- bis Elfjährige und 8,9 Mio. Zwölf- bis 17-Jährige nutzten die Videoplattform allein im vergangenen Monat.

Interaktives Element

«Die heutige Jugend kennt keine Zeit mehr, in der man sich nicht im Internet bewegt. Die Annahme von Online-Video-Diensten ist deshalb bei dieser Altersgruppe viel stärker ausgeprägt», erklärt Michael Pond, Senior Media Analyst bei Nielsen Online.

Während Videos aus dem Internet bei Erwachsenen zunehmend vom Arbeitsplatz aus konsumiert würden, seien in dieser Hinsicht in den eigenen vier Wänden eindeutig die Kinder die grösste Nutzergruppe.

«Das Web liefert ihnen eine neue Plattform für ihre Interessen in punkto TV-Shows, Spielzeug, Filme und Musik und bietet Kindern zudem ein interaktives Element, das sie besonders schätzen», erläutert Pond.

Wichtiger Jugendschutz

Die Vormachtstellung von YouTube bei den minderjährigen Internetnutzern wirft aber auch die Frage auf, wie diese dort von den für sie oft ungeeigneten Inhalten geschützt werden können.

«Unser Ziel ist es zwar, das Angebot auf YouTube möglichst breit gefächert zu gestalten. Gleichzeitig ist es uns aber auch ein besonderes Anliegen, für ausreichenden Jugendschutz auf der Plattform zu sorgen», betont Kay Oberbeck, Sprecher von Google Nordeuropa.

Man müsse sich dabei allerdings vor Augen halten, dass aufgrund der enormen Menge an Videomaterial auf dem Portal eine Kontrolle kein einfaches Unterfangen sei.

«Wir haben alleine in Deutschland rund acht Mio. registrierte Nutzer, die Inhalte einstellen. Pro Minute werden zehn Stunden neues Videomaterial hochgeladen», schildert Oberbeck.

Klare Regeln

Nichtsdestotrotz gebe es mehrere Möglichkeiten, ungewollte Inhalte von YouTube fernzuhalten. «Zunächst einmal haben wir klare Regeln, was das Hochladen von Beiträgen betrifft, die in unseren Nutzungsbedingungen festgehalten sind. Wer selbst etwas einstellen will, muss sich mit einer gültigen E-Mail-Adresse registrieren und diesen Bedingungen zustimmen», stellt Oberbeck klar und verweist auf das generelle Verbot pornographischer Inhalte.

Der Grossteil der Nutzer halte sich auch an diese Vorschriften. «Um unsere Community noch zusätzlich zu schützen, setzen wir auch technische Hilfsmittel ein und beschäftigen eigene Teams, die Inhalte der Seite rund um die Uhr prüfen.

Hinzu kommt, dass Nutzer jederzeit die Möglichkeit haben, bedenkliche Beiträge bei uns zu melden», fasst Oberbeck zusammen.

(rr/pte)

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