Mindestens 19 Tote bei mehreren Terroranschlägen in Usbekistan
publiziert: Montag, 29. Mrz 2004 / 19:19 Uhr

Taschkent - In der an Afghanistan grenzenden Republik Usbekistan sind bei mehreren Terroranschlägen mindestens 19 Menschen getötet worden. Mindestens 26 Personen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Das teilte der Generalstaatsanwalt Raschid Kadyrow in der Hauptstadt Taschkent mit. Unter den Toten seien sechs Polizisten sowie ein Kind. In Taschkent und in der Provinzstadt Buchara waren mehrere Bomben explodiert.

Die islamisch geprägte Ex-Sowjetrepublik bekämpft seit Jahren militante Extremisten, die über enge Kontakte zu El Kaida und den Taliban verfügen sollen.

Am Morgen hatte sich in Taschkent eine Frau auf einem Markt in die Luft gesprengt, als sich ihr Polizisten näherten. Insgesamt kamen in der Hauptstadt zehn Menschen ums Leben.

Zudem soll mindestens ein Polizist bei einem Schusswechsel am Stadtrand von Taschkent getötet worden sein, nachdem in einem Auto mehrere Gürtel mit Sprengstoff entdeckt worden waren. Wie viele Anschläge in den beiden Städten insgesamt verübt wurden, blieb zunächst unklar.

Es handelt sich bei den Explosionen um die ersten Selbstmordanschläge in Usbekistan, aber nicht um die ersten Attentate, die höchstwahrscheinlich auf das Konto von islamischen Extremisten gehen: Vor fünf Jahren starben bei einem mutmasslich von politischen Extremisten verübten Bombenattentat in Taschkent 20 Menschen.

Die von den USA als internationale Terrororganisation eingestufte Islamische Bewegung Usbekistans will mit militärischer Gewalt einen islamischen Gottesstaat in Zentralasien errichten.

Die US-Botschaft in Taschkent warnte unterdessen vor weiteren Anschlägen. Islamische Extremisten könnten weitere terroristische Anschläge planen, teilte die US-Botschaft mit. Die Niederlassung der Botschaft im Zentrum Taschkents und die Visa-Abteilung seien geschlossen worden.

(bert/sda)

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