Ganze Dörfer zerstört
Mindestens 29 Tote durch Zyklon auf Fidschi-Inseln
publiziert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 06:46 Uhr

Suva - Drei Tage nach dem Durchzug des Rekord-Zyklons «Winston» auf den Fidschi-Inseln wird das Ausmass der Katastrophe immer deutlicher: Mindestens 29 Menschen kamen nach Angaben der Behörden vom Dienstag ums Leben, der Tropensturm machte ganze Dörfer dem Erdboden gleich.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die Vereinten Nationen rechneten mit einem langen Wiederaufbau in dem Ferienparadies im Südpazifik. Während die zerstörten Kommunikationsverbindungen nach und nach wieder hergestellt wurden, stieg die Zahl der bestätigten Todesopfer auf mindestens 29 an. Die Behörden rechneten mit einem weiteren Anstieg der Opferzahl.

Die Regionaldirektorin der Hilfsorganisation Oxfam, Raijeli Nicole, sagte, die Bewohner der Fidschi-Inseln stellten sich auf weitere schlechte Nachrichten ein. «Angesichts der Stärke des Sturms und der Bilder, die wir gesehen haben, besteht die grosse Sorge, dass die Opferzahl heute stetig steigen wird und dass die Häuser und die Existenzgrundlagen hunderter Menschen vernichtet sein werden», sagte sie.

Luftaufnahmen zeigten Überschwemmungen, abgeknickte Palmen und entwurzelte Bäume sowie Häuser, von denen nur Kleinholz übrig war. Vom Wind abgetragene Dächer und Möbelstücke lagen verstreut herum.

Langer Weg des Wiederaufbaus

Die UNO-Koordinatorin für Fidschi, Osnat Lubrani, nannte die Bilder aus den Katastrophengebieten «herzzerreissend». Diese liessen «keinen Zweifel an der Grausamkeit dieses Zyklons», sagte sie. Angesichts des Ausmasses der Zerstörung sei es «klar, dass Fidschi einen langen Weg des Wiederaufbaus vor sich hat». «In einem Dorf auf der Insel Koro wurde jedes einzelne Haus und Gemeindegebäude zerstört», sagte Lubrani.

«Winston» war am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 325 Stundenkilometern auf der Hauptinsel Viti Levu auf Land getroffen. Der Zyklon war der stärkste Wirbelsturm, der jemals auf der Südhalbkugel registriert wurde und der erste Sturm der höchsten Kategorie fünf, der jemals die Fidschi-Inseln traf. Regierungschef Voreqe Bainimarama rief einen einmonatigen Katastrophenzustand aus.

Laut UNO-Koordinatorin Lubrani beantragte die Regierung internationale Unterstützung. Die UNO helfe dabei, die Hilfen zu koordinieren. Es sei bereits Hilfe auf dem Weg zur Inselgruppe Lomaiviti, die sich im Auge des Zyklons befand. Australien und Neuseeland entsandten Hilfsgüter und Transportflugzeuge. Nach Angaben der Behörden konnte auch nach drei Tagen noch nicht zu allen Inseln Kontakt aufgenommen werden.

Ausbreitung von Krankheiten verhindern

Nachdem sämtliche Flüge für zwei Tage gestrichen worden waren, nahm der Flughafen Nadi seinen Betrieb am Montag wieder auf. Ausländische Touristen kamen in Scharen, um die Inseln zu verlassen. Vor allem für Australier und Neuseeländer sind die 900'000 Einwohner zählenden Fidschi-Inseln ein beliebtes Ferienziel.

Der australische Tourist Jeremy Bree erlebte den Sturm in einem Hotel auf Viti Levu. «Es war unglaublich», berichtete er dem Sender ABC. «So ein Geräusch habe ich noch nie gehört, es war wie ein entsetzliches Jaulen.»

Wegen des Zyklons wurden alle Schulen für eine Woche geschlossen, viele von ihnen wurden zu Notunterkünften umgewandelt. Nach Angaben der Behörden vom Dienstag waren noch rund 8500 Menschen in Notunterkünften. Viele von ihnen würden dort auch für Monate bleiben müssen, weil sie alles verloren hätten.

Laut der Hilfsorganisation Care brauchen die Menschen Wasser, Grundnahrungsmittel und Medikamente. Als Nächstes gehe es darum, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, sagte Care-Mitarbeiterin Sarah Boxall. Aufgestautes Wasser begünstige die Ausbreitung von Dengue-Fieber, einer Krankheit, die «ein Problem in Fidschi war».

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Suva - Zwei Tage nach dem Durchzug des Rekord-Zyklons «Winston» auf den Fidschi-Inseln wird das Ausmass der ... mehr lesen
Wirbelsturm «Winston» im Südpazifik.
Suva - Auf den Fidschi-Inseln sind durch den mächtigen Zyklon «Winston» mindestens fünf Personen um Leben gekommen. Der ... mehr lesen
Suva - Vor den Fidschi-Inseln im Südpazifik tobt der gefährlichste bisher erfasste Zyklon, der dort je an Land gekommen ist. Die ersten ... mehr lesen
Sri Lanka wurde von den schwersten Unwettern ...
Erste Hilfsgüter aus Indien  Colombo - In den Überschwemmungsgebieten in Sri Lanka ist die internationale Hilfe für die Flutopfer angelaufen. In der Hauptstadt Colombo landete ein erstes Flugzeug mit Hilfsgütern aus Indien, wie das Aussenministerium am Samstag mitteilte. 
Schweres Gewitter  Dhaka - Mindestens 31 Menschen sind durch Blitzschläge während ungewöhnlich schwerer Unwetter über Bangladesch ums ...
Das Unwetter riss viele Menschen in den Tod. (Symbolbild)
Das Wetterphänomen brachte zusätzlich dichten Nebel mit sich.
Unwetter in der Schweiz  Fontenais - Ein heftiges Hagelwetter ist am Dienstagabend über dem jurassischen ...  
Titel Forum Teaser
Abgestürzter Bagger.
Unglücksfälle Bagger kippt Abhang hinunter Beim Abladen von einem Lastwagen ist gestern Abend in Trimmis ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Basel 9°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
St. Gallen 11°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Bern 8°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Luzern 12°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen vereinzelte Gewitter
Genf 9°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten