Mindestens 35 Tote bei Gewalt in südafrikanischer Platinmine
publiziert: Freitag, 17. Aug 2012 / 10:25 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Aug 2012 / 12:04 Uhr
Die Streiks der Minenarbeiter konnten nicht unter Kontrolle gehalten werden.
Die Streiks der Minenarbeiter konnten nicht unter Kontrolle gehalten werden.

Johannesburg - Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und streikenden Arbeitern einer südafrikanischen Platinmine sind am Donnerstag mindestens 35 Menschen getötet worden. Zudem wurden zahlreiche Menschen verletzt worden.

9 Meldungen im Zusammenhang
Das sagte Polizeiminister Nathi Mthethwa im Radio. Die Polizei habe in «legitimer Selbstverteidigung» gehandelt, als sie das Feuer auf eine Gruppe von Arbeitern eröffnete, die sie mit Schusswaffen, Macheten oder Eisenstangen angegriffen hätten, hatte Polizeisprecher Dennis Adriao zuvor gesagt.

Die Arbeiter des Bergwerks Marikana nahe der nordwestlichen Stadt Rustenberg hätten ein Ultimatum der Betreiberfirma, der ihnen bei einer Fortsetzung des Streiks mit Entlassung drohte, zurückgewiesen und sich geweigert auseinanderzugehen, sagte Adriao.

Die Polizei habe darauf zunächst Wasserwerfer, Blendgranaten und Tränengas eingesetzt, um die Arbeiter zu vertreiben. Danach eskalierte die Situation.

«Marikana-Massaker»

In einem Bericht des privaten Senders e.tv waren Dutzende Schüsse aus automatischen Waffen zu hören, bis ein Beamter rief: «Feuer einstellen.» Auf den Aufnahmen waren blutüberströmte, regungslose Körper zu sehen. Örtliche Medien sprachen vom «Marikana-Massaker».

Der Polizeisprecher sagte, die Arbeiter hätten ebenfalls auf Beamten. «Wir waren in einer Situation, in der bis zu den Zähnen bewaffnete Leute andere angegriffen und getötet haben - sogar Polizisten», erklärte er. «Was soll die Polizei in einer solchen Lage tun, wenn sie sich bewaffneten Kriminellen gegenüber sieht, die Polizisten ermorden?»

Zuma ruft zur Vernunft auf

Präsident Jacob Zuma zeigte sich «bestürzt und schockiert über diese sinnlose Gewalt». Er sagte, in der Demokratie Südafrikas gebe es genug Raum, jeden Konflikt «durch Dialog zu lösen ohne Verstösse gegen das Gesetz oder Gewalt.»

Seit dem 10. August streiken rund 3000 Arbeiter der Mine, 70 Kilometer nordwestlich von Johannesburg. Minenbetreiber Lonmin, der weltweit drittgrösste Platinproduzent, bezeichnet den Streik als illegal.

Neue Gewerkschaft

Die Streikenden gehören einer neuen Gewerkschaft an, die gegen die Dominanz der mächtigen National Union of Mineworkers opponiert, die mit dem regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) verbündet ist. In den vergangenen Tagen waren bei Kämpfen zwischen den verfeindeten Arbeiterorganisationen bereits zehn Menschen getötet worden.

In Südafrika befinden sich etwa 80 Prozent der weltweit bekannten Platinreserven. Das Edelmetall wird unter anderem zur Herstellung von Katalysatoren, Laborgeräten und Schmuck verwendet. Der in London ansässige Lonmin-Konzern stellte in seinen Platinwerken die Produktion ein.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Johannesburg - Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen vor einem Bergwerk in Südafrika ist erneut ein Mensch ... mehr lesen
Wieder ein Toter bei Gewalt bei südafrikanischer Mine
Streik in Südafrika weitet sich auf weltgrösste Platinmine aus.
Johannesburg - Der Arbeitskampf südafrikanischer Bergleute hat sich ... mehr lesen
Johannesburg/Pretoria - Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in der südafrikanischen Platinmine Marikana hat die Staatsanwaltschaft ... mehr lesen
Jacob Zuma, Präsident Südafrika
Johannesburg - Rund 12'000 Arbeiter einer südafrikanischen Goldmine befinden sich im Streik. Der Ausstand in der Mine KDC in einem westlichen Vorort von Johannesburg habe am Mittwoch mit der Nachtschicht begonnen, teilte das Unternehmen Gold Fields am Freitag mit. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Marikana - Eine Woche nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen streikende Arbeiter der Platinmine von Marikana hat ... mehr lesen
Arbeiter von den Minen Marikana und Impala wurden getötet.
Marikana - Vier Tage nach dem Tod von 34 Minenarbeitern bei einem Polizeieinsatz in Südafrika hat das betroffene Platinbergwerk den Betrieb am Montag teilweise wieder aufgenommen. Allerdings wurde etwa 3000 im Streik befindlichen Arbeitern eine Frist von einem weiteren Tag gewährt, um zu ihrer Arbeit zurückzukehren. mehr lesen 
Marikana - Nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen streikende Arbeiter einer Platinmine in Südafrika hat der Betreiber die Angestellten aufgefordert, bis Montag ihre Arbeit wiederaufzunehmen. Andernfalls würden die Streikenden entlassen. mehr lesen 
Polizisten haben in Südafrika auf streikende Arbeiter geschossen. (Symbolbild)
Johannesburg - Die südafrikanische ... mehr lesen
Des russische Aussenminister Sergej Lawrow.
Des russische Aussenminister Sergej Lawrow.
Einigung in Genf  Genf - Die internationale Konferenz zur Ukraine-Krise in Genf hat sich auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Es soll schrittweise eine Deeskalation erreicht werden, wie der russische Aussenminister Sergej Lawrow vor den Medien sagte. 
Wladimir Putin verlangt einen «echten Dialog» mit der Bevölkerung.
Putin fordert Verhandlungslösung Genf - Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach dem Einsatz von ukrainischen Regierungstruppen in der krisengeschüttelten ... 2
Kiew meldet 3 Tote bei Angriff auf Soldaten Genf - Bei einem Angriff auf ukrainische Soldaten im Südosten des Landes sind ... 2
Kontrollverlust in der Ukraine Donezk/Brüssel - Der ukrainischen Übergangsregierung entgleitet die Kontrolle über den ... 9
Umstrittene Geheimdienstreform gebilligt  Ankara - Das türkische Parlament hat eine umstrittene Geheimdienstreform gebilligt, die die Befugnisse des nationalen ...
Ministerpräsident Erdogan setzt weiter umstrittene Gesetze um. (Archivbild)
Türkische Justizreform teilweise annulliert Istanbul - Die türkische Regierung von Recep Tayyip Erdogan hat mit ihrer ...
Türkisches Gericht verfügt Freischaltung von YouTube Istanbul - Nach dem Kurzbotschaftendienst Twitter soll in der Türkei ...
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 2196
    Ich habe... ...den Eindruck erhalten, dass sich die Ukrainer westlicher Ausprägung ... gestern 13:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    Eines... der Hauptprobleme ist, dass in der ukrainischen "Regierung" keine ... gestern 13:00
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    Sehr gut! Es gibt noch viel zu tun, nicht nur in ... gestern 12:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    In... Russland wird in absehbarer Zeit selber einiges aus dem Ruder laufen. ... gestern 11:25
  • keinschaf aus Henau 2196
    soso... Also, habe ich das jetzt richtig verstanden? 300 Zivilisten versuchen ... gestern 11:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    Mit... Boko Haram kann man weder reden noch verhandeln, dazu ist ihr Weltbild ... gestern 11:04
  • kubra aus Hawai 2846
    Oh. Jöhh ein keinSchaf mit Jöhh - Effect. Nice gestern 06:23
  • keinschaf aus Henau 2196
    Keine Ahnung, Kubra Ich nehme Sie doch nicht persönlich und habe gar nicht argumentiert. ... gestern 06:19
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -1°C 10°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel -1°C 12°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 1°C 12°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern -2°C 16°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 1°C 16°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 2°C 17°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 6°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten