Mirjam Ott: Nach der EM- auch eine WM-Medaille?
publiziert: Samstag, 19. Mrz 2005 / 11:07 Uhr

Knapp zwei Wochen nach dem Sieg an den Schweizer Olympia-Ausscheidungen in Bern stehen die Flimser Curlerinnen um Skip Mirjam Ott vor einem weiteren Höhepunkt: Heute beginnt die Frauen-WM in Paisley bei Glasgow.

Mirjam Ott hat in den letzten Wettkämpfen Selbstvertrauen gewonnen.
Mirjam Ott hat in den letzten Wettkämpfen Selbstvertrauen gewonnen.
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Mit ihrem Sieg an den Schweizer Meisterschaften im März 2004 haben Michèle Knobel, Brigitte Schori, Binia Beeli und Mirjam Ott die Tür zu wichtigen Wettkämpfen aufgestossen: zur EM im letzten Dezember, zu den "Olympic Trials" und zur WM. An der EM in Sofia gewannen sie Silber, in den Trials erreichten sie mit dem letzten Stein gegen ihre Rivalinnen vom CC Bern (Luzia Ebnöther) das am heissesten ersehnte Ziel, die Qualifikation für Torino 2006.

"Nach diesen Erfolgen haben wir ein gutes Selbstvertrauen. Wir steigen jedenfalls mit grosser Motivation in die WM", sagt Mirjam Ott. Das kann für sie den Nachteil wettmachen, dass erstmals drei anstrengende Turniere wie die SM-Finalrunde (dort belegten sie den 4. Rang), die Trials und die WM so dicht aufeinanderfolgen und wenig Zeit für eine eigentliche WM-Vorbereitung blieb. Nur Luzia Ebnöthers Team hat bisher in einer Saison für die Schweiz sowohl an Europameisterschaften als auch an Weltmeisterschaften Medaillen gewonnen (Saisons 1999/2000 und 2003/04).

An ihre bislang einzige WM-Teilnahme als Skip hat Mirjam Ott keine angenehmen Erinnerungen. 1997 war die damals 25-jährige Bernerin mit dem CC-Bern-Team dem Leistungsdruck an der Heim-WM in Bern nicht gewachsen und erreichte nur den 8. Platz, nachdem sie vier Monate vorher in Kopenhagen Europameisterin geworden war. Mittlerweile ist sie zu einer Curlerin herangereift, die auf konstant hohem Niveau spielen kann. Das hat sie beispielsweise an den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City bewiesen, wo sie als Nummer 3 in Ebnöthers Team Silber gewann.

Als erste Anwärterinnen auf WM-Gold sind die Flimserinnen freilich nicht nach Schottland gereist. In der Favoritenrolle sind die Schwedinnen um Skip Anette Norberg, die zuletzt vier EM-Titel aneinanderreihten, sowie die von Jennifer Jones angeführten Kanadierinnen aus Winnipeg. Gegen sie werden die Flimserinnen gleich im ersten Vorrundenspiel am Samstagmittag antreten.

Zwölf statt zehn Teams

Auf Initiative und Drängen des dominierenden Curlinglandes Kanada werden erstmals seit 1988 für Männer und Frauen wieder separate Weltmeisterschaften ausgetragen; die Männer-WM findet vom 2. bis zum 10. April in Victoria bei Vancouver statt. Einer der wenigen Vorteile der Aufteilung besteht darin, dass mehr Nationen mitmachen können: Bei den Frauen wie bei den Männern wurde das Kontingent von zehn auf zwölf Teams angehoben. Je einen Platz mehr erhielten Europa sowie Asien/Australien/Ozeanien. So wird nun erstmals an einer WM auch ein Frauenteam aus China antreten.

Während sich eine Curling-WM in Kanada dank Sponsorengeldern und TV-Rechten bestens vermarkten lässt, beklagten europäische Veranstalter in den letzten Jahren nicht selten Verlustgeschäfte. Die Aufsplittung hat das Problem noch verschärft. Um keine finanziellen Risiken einzugehen, verzichteten die Schotten auf eine aufwändige Organisation in einem grossen Stadion in Glasgow. Vielmehr verlegten sie den Anlass in eine normale Curlinghalle ausserhalb Glasgows mit vier Rinks und einer geringen Zuschauerkapazität.

Eine wesentliche Änderung betrifft auch den Modus. Zum ersten Mal seit der Einführung der Frauen-WM im Jahr 1979 werden keine klassischen Halbfinals (Erster gegen Vierter, Zweiter gegen Dritter) ausgetragen, sondern so genannte Page-System-Partien, wie sie seit langem in der kanadischen Meisterschaft und seit 2000 mit Erfolg auch in der Schweizer Meisterschaft angewendet werden. Dabei spielen nach der Vorrunde der Erste gegen den Zweiten im oberen Tableau und der Dritte gegen den Vierten im unteren Tableau.

Der Sieger des oberen Tableaus zieht direkt in den Final ein, der Verlierer bekommt gegen den Sieger des unteren Tableaus im eine weitere Chance. Der Verlierer des unteren Tableaus scheidet aus und wird im 4. Rang klassiert. Mit diesem Modus werden gute Leistungen in der Vorrunde belohnt. Wer die "Round Robin" in den ersten zwei Rängen abschliesst, hat eine Medaille auf sicher.

Teilnehmer
Schweiz (Flims/Michèle Knobel, Brigitte Schori, Binia Beeli, Skip Mirjam Ott, Ersatz Valeria Spälty), China (Wang Bingyu), Dänemark (Madeleine Dupont), Finnland (Kirsi Nykänen), Italien (Diana Gaspari), Japan (Ayumi Onodera), Kanada (Jennifer Jones), Norwegen (Dordi Nordby), Russland (Olga Scharkowa), Schottland (Kelly Wood), Schweden (Anette Norberg), USA (Cassie Johnson).

Programm
Vorrunde (Round Robin). Samstag, 19. März. 11.00: 1. Runde mit Schweiz - Kanada. 16.00: 2. Runde mit Schweiz - Finnland. 21.00: 3. Runde (Schweiz spielfrei). -- Sonntag, 10.30: 4. Runde mit Schweiz - China. 15.00: 5. Runde mit Schweiz - USA. 20.00: 6. Runde (Schweiz spielfrei). -- Montag, 10.30: 7. Runde (Schweiz spielfrei). 15.00: 8. Runde mit Schweiz - Dänemark. 20.00: 9. Runde mit Schweiz - Italien. -- Dienstag, 10.30: 10. Runde mit Schweiz - Norwegen. 15.00: 11. Runde (Schweiz spielfrei). 20.00: 12. Runde mit Schweiz - Russland. -- Mittwoch, 10.30: 13. Runde mit Schweiz - Japan. 15.00: 14. Runde (Schweiz spielfrei). 20.00: 15. Runde mit Schweiz - Schottland. -- Donnerstag, 10.30: 16. Runde (Schweiz spielfrei). 15.00: 17. Runde mit Schweiz - Schweden. -- Freitag: eventuelle Tiebreaks. -- Samstag, 10.30: Page-System-Spiel Erster gegen Zweiter. 15.00: Page-System-Spiel Dritter gegen Vierter. 20.00: Halbfinal. -- Sonntag, 26. März, 16.30: Final.

Modus
Die zwölf Teams tragen zuerst eine "Round Robin" aus (jeder gegen jeden). Danach kommen die ersten vier in die "Page-System"-Spiele: Der Erste spielt gegen den Zweiten und der Dritte gegen den Vierten. Der Sieger des Duells Erster gegen Zweiter gelangt direkt in den Final. Der Verlierer ermittelt in einem Halbfinal gegen den Sieger des Duells Dritter gegen Vierter den zweiten Finalisten.

Die Weltmeister seit 1988
1988 in Glasgow/Scho: Deutschland/Andrea Schöpp (6.) 1989 in Milwaukee/USA: Kanada/Heather Houston (5.) 1990 in Västeras/Sd: Norwegen/Dordi Nordby (7.) 1991 in Winnipeg/Ka: Norwegen/Dordi Nordby (7.) 1992 in Garmisch/De: Schweden/Elisabet Gustafson (3.) 1993 in Genf: Kanada/Sandra Schmirler (6.) 1994 in Oberstdorf/De: Kanada/Sandra Schmirler (6.) 1995 in Brandon/Ka: Schweden/Elisabet Gustafson (5.) 1996 in Hamilton/Ka: Kanada/Marilyn Bodogh (7.) 1997 in Bern: Kanada/Sandra Schmirler (8.) 1998 in Kamloops/Ka: Schweden/Elisabet Gustafson (6.) 1999 in Saint-John/Ka: Schweden/Elisabet Gustafson (5.) 2000 in Glasgow/Scho: Kanada/Kelley Law (2.) 2001 in Lausanne: Kanada/Colleen Jones (10.) 2002 in Bismarck/USA: Schottland/Jackie Lockhart (5.) 2003 in Winnipeg/Ka: USA/Debbie McCormick (5.) 2004 in Gävle/Sd: Kanada/Colleen Jones (3.)

(In Klammern Platzierungen der Schweizer Teams)

Bisherige Schweizer Weltmeisterteams
1979 in Perth/Scho: Basel Albeina (Gaby Casanova) 1983 in Moose Jaw/Ka: Bern Egghölzli (Erika Müller)

(Peter Lerch/Si)

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