Missbrauchsfälle spalten die Schweizer Bischöfe
publiziert: Dienstag, 23. Mrz 2010 / 16:47 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Mrz 2010 / 17:52 Uhr

Frauenfeld/Aadorf TG - Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA spricht sich Markus Büchel, Bischof von St. Gallen, für eine schwarze Liste von Kirchenleuten aus, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben.

Wer hat was gewusst im Bistum Chur?
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Diese will er jedoch auf den deutschen Sprachraum begrenzt wissen. Es dürfe nicht sein, dass ein verurteilter Schweizer Priester in Deutschland oder Österreich als Seelsorger arbeiten könne, sagte Büchel im Gespräch mit der SDA. In speziellen Fällen mit kindlichen Opfern solle die Kirche mutmassliche Täter auch anzeigen.

Damit widerspricht Büchel dem Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz. Norbert Brunner hatte sich öffentlich gegen eine schwarze Liste ausgesprochen. Vizepräsident Büchel will das Thema nun innerhalb der Bischofskonferenz aufs Tapet bringen.

Die momentane Situation sei eine Katastrophe, sagte der St. Galler Bischof. «Bei meiner ganzen Liebe zur Kirche - in erster Linie ist die Situation katastrophal für die Opfer.» Und er räumt ein, dass die Kirche Fehler gemacht hat: «Es darf nicht mehr sein, dass Fälle von sexuellem Missbrauch innerkirchlich geregelt werden.»

Transparenz ist nötig

Wie dringend nötig diese Transparenz innerhalb der katholischen Kirche ist, zeigt der Fall des Priesters in Schübelbach SZ: Bei dessen Anstellung 1992 habe man im Bistum Chur nichts von der Vorgeschichte des Geistlichen in Deutschland und Österreich gewusst, sagte Bistumssprecher Christoph Casetti.

Dies hatte der Medienverantwortliche des vorarlbergischen Klosters Mehrerau anders dargestellt: Der frühere Abt Kassian Lauterer habe 2006 den damaligen Churer Bischof Amédée Grab mündlich orientiert, sagte er gegenüber der Sendung «10vor10» von Schweizer Fernsehen SF.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA kann sich Grab jedoch nicht an eine solche Information erinnern. Er könne sie daher weder bestätigen noch dementieren. «Ich habe so etwas nicht präsent», sagte der ehemalige Churer Bischof.

Sendung im Schweizer Fernsehen:

In der Sendung «Club» diskutieren heute Abend  unter der Leitung von Röbi Koller Geistliche, ehemalige Internatsschüler und Psychotherapeuten über das Thema «Sexueller Missbrauch in der Kirche». Die Sendung wird um 22.30 auf SF1 ausgestrahlt.



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(tri/sda)

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