Missverständnisse um Gutachten im Familiendrama Escholzmatt
publiziert: Mittwoch, 31. Mrz 2004 / 17:29 Uhr

Luzern - Über den Todesschützen von Escholzmatt war im Rahmen des Verfahrens wegen Sexualdelikten ein umfassendes psychiatrisches Gutachten in Arbeit. Bei der Entlassung aus der Untersuchungshaft im November 2003 wurde jedoch nur ein kurzer Bericht erstellt.

Vor der Entlassung aus der U-Haft wird in der Regel ein kurzer Bericht durch die Gefängnispsychiatrie erstellt.
Vor der Entlassung aus der U-Haft wird in der Regel ein kurzer Bericht durch die Gefängnispsychiatrie erstellt.
Der 43-jährige Landwirt hatte am Montagabend seine von ihm getrennte Frau, seinen Bruder und dessen Gattin erschossen. Danach richtete er sich selbst. Der von ihm angeschossene Sozialvorsteher, befindet sich weiterhin in einem besorgniserregenden Zustand.

Das Psychiatriezentrum Luzern-Stadt hatte am Dienstagabend die Behörden korrigiert und erklärt, dass kein Gutachten über den späteren Todesschützen erstellt worden sei. Bei einer ambulanten Visite sei nur festgehalten worden, dass keine selbst- oder fremdschädigenden Handlungen zu erwarten seien.

Simon Kopp, Sprecher der Strafuntersuchungsbehörden, stand unterdessen dazu, dass am Dienstag gegenüber den Medien der Begriff Gutachten fälschlicherweise verwendet worden sei. In der Sache ändere sich damit aber nichts.

Laut Kopp ist es die Regel, dass vor der Entlassung aus der U-Haft auch ein kurzer Bericht durch die Gefängnispsychiatrie erstellt werde. Im fraglichen Fall habe es keinen Grund gegeben, den Mann länger in Haft zu halten.

Umfassende Gutachten werden gemäss Kopp bei schweren Delikten erstellt. Bis eine solche Expertise steht, dauert es mehrere Monate. Dabei geht es auch darum, die Menschen nicht länger als nötig in Untersuchungshaft zu halten.

Ins Rollen gebracht worden war die Strafuntersuchung im letzten Herbst durch die Anschuldigung der Gattin, ihr Mann habe sie bedroht und zwei Kinder missbraucht.

(pt/sda)

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