Mit Satelliten dem Raubbau auf der Spur
publiziert: Donnerstag, 7. Jun 2007 / 22:23 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Jun 2007 / 22:47 Uhr

Washington - Satellitenbilder haben erstmals das volle Ausmass des Raubbaus an den zentralafrikanischen Wäldern zu erkennen gegeben. Der Urwald galt bislang als eines der unberührtesten und besterhaltenen Waldgebiete der Erde.

Etwa fünf Prozent des zentralafrikanischen Urwaldgebietes fiel den Holzfällern zum Opfer.
Etwa fünf Prozent des zentralafrikanischen Urwaldgebietes fiel den Holzfällern zum Opfer.
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Doch die Holzindustrie hat mit ihren Baumsägen tiefe Schneisen in die einst verschlossenen Wälder gezogen, wie Nadine Laporte und Kollegen vom Woods Hole Research Center in Falmouth (US-Bundesstaat Massachusetts) jetzt nachweisen.

Im Wissenschaftsjournal «Science» berichtet das Team, dass jede dritte jetzt benutzbare Strasse (38 Prozent) durch den Urwald einmal als Schneise von industriellen Holzfällern geschlagen worden war.

Erstmals Überblick

Die US-Forscher verschafften sich anhand von 300 Landsat-Satellitenaufnahmen einen Überblick über drei Jahrzehnte Raubbau an einem Urwaldgebiet von vier Millionen Quadratkilometern.

Prozentual am meisten zerfurcht sind dieser Auswertung nach die tropischen Wälder von Kamerun und Äquatorialguinea. Am schnellsten aber veränderte die Holzindustrie das Urwaldgebiet im Norden der Republik Kongo (Brazzaville), wo das Strassennetz durch Kahlschlag innerhalb eines Jahrzehnts um das Vierfache wuchs.

Auge auf das wertvollste Holz

Ausser in den Okoumé Wäldern von Gabun wählte die Industrie selektiv Baumbestände mit dem wertvollsten Holz wie afrikanischem Mahagoni, bedauerten die Autoren. Ihrer Schätzung nach fielen bisher etwa fünf Prozent des zentralafrikanischen Urwaldgebietes den Holzfällern zum Opfer.

Vor allem aber machten die neu geschlagenen Wege etwa ein Drittel dieses Urwalds für Wilddiebe und andere Eindringlinge zugänglich. Durch die Holzfäller-Siedlungen entstanden gleichzeitig neue Märkte, die die Nachfrage nach Wild und anderen Produkten aus dem Urwald weiter ankurbelten, heisst es in «Science».

(fest/sda)

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Die Aufnahmen wurden von Landsat 7 zwischen 1999 und 2001 realisiert.
 
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