Kurzmeldungen sollen Börsenkurse prophezeien
Mit Twitter zum Börsenkönig
publiziert: Mittwoch, 18. Mai 2011 / 22:25 Uhr
Anhand von Tweets sollen die Börsenkurse vorausgesagt werden (Symbolbild).
Anhand von Tweets sollen die Börsenkurse vorausgesagt werden (Symbolbild).

London - Der allgemeine Hype um Social-Media-Portale im Internet macht auch vor dem Finanzsektor nicht Halt: Die britische Investmentgesellschaft Derwent Capital Markets hat nun eigenen Angaben zufolge den ersten Hedge Fonds Europas vorgestellt, der auf die Kommunikationsinhalte des Micro-Blogging-Dienstes Twitter zurückgreift, um einen besseren Einblick in die allgemeine Stimmungslage zu bestimmten Aktien zu bekommen.

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Die auf diese Weise gesammelten Daten sollen letztendlich wertvolle Informationen liefern, die für die Planung der weiteren Handelsstrategie des 25 Mio. Pfund (28,4 Mio. Euro) schweren Fonds von entscheidendem Interesse sind.

«Ein Grossteil der Investoren hat seit Jahren akzeptiert, dass die Finanzmärkte von Angst und Gier getrieben werden. Noch niemals zuvor haben wir allerdings die Technologie bzw. die Daten zur Verfügung gehabt, die es uns erlauben, menschliche Gefühle zu quantifizieren», erklärt der verantwortliche Fonds-Manager Paul Hawtin. Durch die Echtzeit-Analyse von Twitter-Meldungen solle ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen Stimmungslage auf den Finanzmärkten entstehen. «Das ist die vierte Dimension des Aktienhandels», so Hawtin.

Eine vielversprechende Quelle

«Social Media verändert nicht nur die Art, wie wir leben, sondern auch, wie wir investieren», stellt Fonds-Partner Dale Gabbert von der Rechtsanwaltskanzlei Reed Smith LLP fest. Dass sich in diesem Zusammenhang tatsächlich ein neuer Trend abzuzeichnen scheint, beweist das Beispiel der an der Technischen Universität München (TUM) entwickelten Web-Plattform «TweetTrader», die auf einen ähnlichen Ansatz setzt. Auch hier werden auf Basis von Twitter-Meldungen Prognosen zu bestimmten Aktienpapieren im Index S&P 500 abgegeben.

«Die Twitter-Analyse ist eine vielversprechende Quelle, wenn es darum geht, sich ein möglichst umfassendes Bild über die Stimmungslage zu verschaffen», gibt sich TUM-Wirtschaftswissenschaftler Timm Sprenger gegenüber pressetext überzeugt. Eine hundertprozentige Genauigkeit könne es bei Aktien-Prognosen zwar nicht geben. «Die Backtests von TweetTrader haben aber gute Ergebnisse geliefert», so Sprenger. Im ersten Halbjahr 2010 hätten Spekulanten anhand entsprechender Vorhersagen eine durchschnittliche Rendite von bis zu 15 Prozent erzielt.

Höherer Angst-Level lässt Dow Jones sinken

Um aus den rund 100.000 Twitter-Meldungen, die im Schnitt pro Tag auf der Internetplattform abgegeben werden, die relevantesten Informationen herauszufiltern, greift der neuartige Hedge Fonds auf ein spezielles System zur Stimmungsanalyse zurück. Dieses wurde ursprünglich schon im vergangenen Jahr von Johan Bollen, einem Computerwissenschaftler an der Indiana University Bloomington, vorgestellt. Schon damals konnte gezeigt werden, dass die allgemeine Stimmung auf Twitter tatsächlich direkt mit der Entwicklung von Aktienmärkten korreliert: Wurde ein höherer Angst-Level unter den User-Postings gemessen, verstärkte sich binnen weniger Tage auch die Abwärtstendenz des Dow-Jones-Index.

(dyn/pte)

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