Mit aufgefüllten Batterien zum ersten Sieg
publiziert: Mittwoch, 10. Sep 2008 / 00:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Sep 2008 / 00:11 Uhr

Das wenig glückhafte 2:2 in Israel ist analysiert und verarbeitet. Jetzt muss heute Abend (20.30 Uhr) im Zürcher Letzigrund gegen Aussenseiter Luxemburg mit aufgefüllten Batterien der erste Sieg in der WM-Ausscheidung her.

Trainer Ottmar Hitzfeld: «Der Angriff wird verstärkt».
Trainer Ottmar Hitzfeld: «Der Angriff wird verstärkt».
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Nationalcoach Ottmar Hitzfeld ist sich der Bedeutung seines ersten Ernstkampfes vor Schweizer Publikum bewusst: «Wir starten gegen Luxemburg als klarer Favorit und können nur mit drei Punkten zufrieden sein. Diese wollen wir mit einem überzeugenden Sieg erringen, um uns in eine gute Ausgangslage für das nächste Heimspiel im Oktober gegen Lettland zu bringen.»

Bis und mit Montag beschäftigte sich die Schweizer Mannschaft mit Regenieren nach dem kräfteraubenden Spiel in Tel Aviv. Hitzfeld zeigte den Spielern gestern zudem Video-Analysen und wies sie auf die defensiven Fehler hin.

«Es gibt einiges zu verbessern, vor allem im spielerischen Bereich; gerade gegen Luxemburg, das mit zehn Spielern hinten steht und letzten Samstag auch nach dem 0:3 gegen Griechenland nur auf Toreverhindern aus war.»

Offensive wird verstärkt

Der Schweizer Coach hat sich bereits überlegt, wie er das Abwehr-Bollwerk der Gäste knacken will: «Der Angriff wird verstärkt, wir werden sicher mehr Offensiv- als Defensivleute auf dem Platz haben.»

Benjamin Huggel dürfte damit als zweiter Sechser neben Gökhan Inler aus dem Team fallen und einem zweiten Stürmer neben Blaise Nkufo Platz machen müssen. Dieser zweite Stürmer ist Alex Frei, der nach dreimonatiger Verletzungspause in die Mannschaft zurückkehrt und auch wieder die Captainbinde von Ludovic Magnin übernehmen wird.

«Alex spielt von Beginn weg, wenn alles normal verläuft. Die Frage nach seiner Form kann ich zwar noch nicht abschliessend beantworten, obwohl wir ihn immer beobachtet haben. Er hat jedoch mein volles Vertrauen, und ich erhoffe mir von ihm wichtige Impulse im Angriff», sagt Hitzfeld, der Frei lieber von Beginn weg einsetzt, als ihn erst im Verlauf der Partie zu bringen, «das handhabe ich immer so, wenn einer ins Team zurückkommt.»

Vier Tore gegen Luxemburg

Für einen Einsatz Freis von Beginn weg spricht auch die Vergangenheit: Am 28. März 2001 spielte er in seinem zweiten Länderspiel für die Schweiz erstmals von Beginn weg und war schon nach neun Minuten erfolgreich. Der Gegner damals: Luxemburg!

Frei traf beim damaligen 5:0-Heimsieg noch zwei weitere Male und bewies seine Treffsicherheit dann auch im Rückspiel gegen die Luxemburger. Mit seinem frühen Tor in der 12. Minute ebnete er den Weg zum 3:0-Auswärtssieg, der allerdings nicht mehr für eine Reise an die WM 2002 in Japan und Südkorea ausreichte.

Chance für Stocker?

Änderungen zeichnen sich auch im Mittelfeld ab, in dem Hitzfeld wohl auf eine Raute mit Inler als defensivem und Hakan Yakin als offensivem Pfeiler setzt. Tranquillo Barnetta könnte von der linken auf die rechte Seite wechseln und dort den leicht angeschlagenen Valon Behrami ersetzen.

Für Barnetta dürfte Valentin Stocker über die linke Seite Druck machen. Der junge Basler Shooting-Star wurde gestern von Hitzfeld ausdrücklich gelobt und gehörte auch zu jenen fünf Spielern, die den Medien für Interviews zur Verfügung standen. Normalerweise ist das ein untrügliches Zeichen, dass diese dann auch in der Startformation figurieren.

Nef oder Lichtsteiner?

Das einzige Fragezeichen stellt sich in der Abwehr. Erhält Stephan Lichtsteiner nach seiner durchzogenen Leistung in Israel und dem schweren Stellungsfehler vor dem 2:2-Ausgleich eine weitere Bewährungschance oder einen Denkzettel in Form einer Pause verpasst?

Für den Lazio-Verteidiger könnte Alain Nef zu seinem zweiten Einsatz in der Nationalmannschaft gelangen. Der grossgewachsene und kopfballstarke Abwehrspieler von Udinese ist auch eine gute Waffe bei stehenden Bällen, falls sich die Luxemburger Abwehr nicht mit spielerischen Mitteln knacken lässt.

Frage des Respekts

Die Schweiz steigt als klarer Favorit ins Spiel und es scheint sich einzig die Frage nach der Höhe des Sieges zu stellen. Eine klassische Situation, um den Gegner zu unterschätzen? Hitzfeld glaubt das nicht: «Das befürchte ich nicht, nein. Es ist auch eine Frage des Respekts dem Gegner gegenüber. Mein Team besitzt einen aussergewöhnlich starken Charakter. Das habe ich noch selten bei einer Mannschaft erlebt.»

8 Siege in 9 Spielen

Die Schweiz traf bereits in vier WM-Ausscheidungen auf Luxemburg und behielt in den acht Begegnungen stets die Oberhand. Trotz diesen Erfolgen reichte es danach nur einmal zur WM-Teilnahme: 1950 in Brasilien, als man für die Qualifikation jedoch nur die beiden Partien gegen Luxemburg (5:2 und 3:2) überstehen musste.

1973 genügten zwei 1:0-Erfolge ebensowenig für eine WM-Teilnahme wie 1988/89 (4:1 und 2:1) und 2001 (5:0 und 3:0). Das einzige Unentschieden (1:1) gegen die Schweiz errangen die Luxemburger im März 1996 in einem Testspiel vor lediglich 1937 Zuschauern in Luxemburg.

16'800 im Vorverkauf

Für die heutige Partie in Zürich sind bereits 16'800 Tickets verkauft. Die Chance für eine neue Zuschauer-Bestmarke (bisher 18'000 im September 1973 in Luzern) gegen die Luxemburger ist gross. Das Image der neuen Mannschaft von Startrainer Hitzfeld hat trotz dem unnötigen Punktverlust in Israel noch keinen Kratzer abbekommen. Ein Straucheln gegen Luxemburg würde ihr aber nicht mehr verziehen.

Die voraussichtlichen Startformationen:

Schweiz: Benaglio (Wolfsburg); Nef (Udinese), Djourou (Arsenal), Grichting (Auxerre), Magnin (Stuttgart); Barnetta (Leverkusen), Inler (Udinese), Yakin (Al-Gharafa), Stocker (Basel); Nkufo (Twente Enschede), Frei (Dortmund).

Luxemburg: Joubert (Dudelange); Mutsch (Aarau), Hoffmann (Ettelbrück), Strasser (Metz), Kintziger (Differdange); Leweck (Ettelbrück), Payal (Dudelange), Peters (Jeunesse Esch), Bettmer (SC Freiburg), Lombardelli (Jeunesse Esch); Kitenge (Fola Esch).

(René Baumann, Feusisberg/Si)

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