
Davon kann Europa oder Amerika nur träumen: Der Automarkt blüht und gedeiht. Allerdings sitzen in Chinas Mega-Städten die stolzen Autofahrer mit ihren schicken Karossen heillos in monumentalen Verkehrsstaus fest. Durchschnitts-Geschwindigkeit während der Rush-hour knapp 15km/h.
Jetzt hat es nach den Pekinger und Schanghaier auch die Kantonesen erwischt. In der Provinzmetropole Kanton (Guangzhou) mit 16 Millionen Einwohnern wird die Neuzulassung von Autos auf 10'000 pro Monat begrenzt. Xian Weixiong, Direktor der Kantonesischen Verkehrs-Kommission, begründet das so: «Mit 2,4 Millionen Autos auf der Strasse gibt es riesige Verkehrsstaus am Morgen, Mittag und Abend - wir mussten etwas tun». Wer ein Auto kaufen will, muss zuerst eine Nummer haben. In Kanton werden so 5'000 Nummer mit einer Lotterie und 5'000 in einer Auktion verteilt. Eine Zulassung zu erhalten, ist also schwierig und teuer. Über 30'000 Kantonesen nämlich wollen sich jeden Monat einen Wagen zulegen. Mit andern Worten: die Nachfrage nach Autonnummern übersteigt bei weitem die Nachfrage. Die Folge nach dem klassischen kapitalistischen Lehrbuch: die Preise steigen. Und das gilt auch für die «sozialistische Marktwirtschaft chinesischer Prägung».
Und wie. Shanghai, die Finanz- und Wirtschaftsmetropole, macht es vor. Bereits 1994 begannen die rührigen Stadtväter sich Sorgen um den Verkehr zu machen. Sie bauten folglich das öffentliche Verkehrsnetz in Rekordtempo aus und limitierten die Neuzulassungen von Autos. In Auktionen - heute meist per Internet und Telefon - werden die Autonummern vergeben. Zu sagenhaften Preisen. Im Mai wurde ein neuer Rekord aufgestellt mit 64'367 Yuan, umgerechnet rund 10'000 Franken. Im Volksmund werden deshalb die Autonummern als das «teuerste Metall» in China bezeichnet. Trotzdem kommen so immer noch pro Monat achttausend neue Wagen auf die verstopften Shanghaier Strassen.
Wie überall in China gibt es auch beim Autonummern-Problem findige Köpfe, um Unmögliches möglich zu machen. Einige ergatterten sich ganz einfach Autonummern in Nachbarprovinzen, etwa in Jiangzu oder Zhejiang. Wiederum andere boten bei der Auktion mit und verdienten sich beim Weiterverkauf eine goldene Nase. Jetzt haben die Behörden ein Weiterverkaufsverbot für drei Jahre erlassen. Aber wie gesagt, China ist innovativ. Das juristische Schlupfloch fanden einige Kreative beim Occassionshandel, denn Zweitwagen sind von der dreijährigen Frist ausgenommen.
In Peking sind die Verhältnisse noch desperater. In der 20-Millionen-Megalopolis verkehren mittlerweile über fünf Millionen Autos. Die Stadtväter sind nicht zu beneiden. Noch kurz vor der Jahrhundertwende gab es erst etwas mehr als eine halbe Million Autos und neun Millionen Fahrräder. 2005 waren es bereits 2,5 Millionen Autos. Seit Beginn des Jahrhunderts wurden die öffentlichen Verkehrsmittel, vor allem die Untergrundbahn, in Rekordtempo ausgebaut. Hunderte von Kilometern von sechs- bis achtspurigen Ringstrassen wurden gebaut. Dennoch, die Staus zu Hauptverkehrszeiten wurden immer schlimmer.
Im letzten Jahr begann dann Peking, die Neuzulassungen pro Monat auf 20'000 Autos zu beschränken. Die Autonummern werden mit einer monatlichen Lotterie mit derzeit weit über einer halbe Million Teilnehmern vergeben. Aber auch in Peking können Kluge Nummernschildern in der Nachbarprovinz Hebei beschaffen. Die Schönen, Reichen, Berühmten wiederum lassen ihre Beziehungen - Guangxi - spielen. Auch Cash kann zuweilen mehr als viele Worte überzeugen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Städte den Vorreitern Peking, Shanghai und Kanton folgen werden. Hinter all den Massnahmen stehen zunächst ökonomische Beweggründe. Mit einer verstopften Infrastruktur, so das Argument, wird auch die Wirtschaft beeinträchtigt. Peking beispielsweise ist nach einer Untersuchung der UNO zusammen mit Mexiko City das schlimmste Pflaster für Pendler. Ein wichtiger Faktor spielt immer mehr auch Umweltschutz. «Ein grünes öffentliches Verkehrssystem» zum Beispiel will Kanton bis Ende dieses Jahrzehnts schaffen, d.h. mehr Elektro-Busse auf separaten Spuren, mehr U-Bahn-Linien.
Die Automobil-Industrie - auch in China ein Grundpfeiler der Volkswirtschaft - ist ob der Einschränkungen natürlich nicht glücklich. An zweistellige jährliche Wachstumsraten gewöhnt, müssen die heimischen wie die in China fertigenden ausländischen Produzenten etwas zurückbuchstabieren. Nach Zahlen der «Assoziation der Chinesischen Automobil-Herstellern» sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 9,6 Millionen Autos in China verkauft worden. Mehr als im Land der unbegrenzten Mobilität, den USA, aber eben «nur» 2,9 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Aufs Jahr berechnet hoffen die Hersteller in China noch auf ein «bescheidenes» Wachstum von fünf Prozentpunkten.
Weitere Einschränkungen von Auto-Zulassungen werden neben Peking, Shanghai und Kanton landesweit in den Grossstädten folgen. Doch das ist, nach Erkenntnissen von chinesischen Verkehrsforschern, nicht die Lösung. Yang Xiaoguang von der renommierten Shanghaier Tongji-Universität glaubt nicht, dass mit Einschränkungen langfristig das Problem gelöst werden kann. «Mit den Notfallmassnahmen», sagt Professor Yang, «kann nur das Symptom, nicht aber die Krankheit besiegt werden». Und fügt hinzu: «Die einzige Lösung liegt in der Entwicklung eines öffentlichen Verkehrssystems von höchster Qualität».
(Peter Achten/news.ch)
11:28
Schweiz Tourismus rechnet mit Aufschwung11:21
Islamisten greifen öffentliches Kiss-In mit Messern an10:56
Neymar zu Barça10:31
Detroit Red Wings verlieren in Chicago09:58
Gefälschtes Aspirin in Frankreich beschlagnahmt09:22
Weitere Festnahmen nach Mord an Soldaten in London09:01
Und wieder brennen Autos in Stockholm08:44
Tausende laufen letzte Kilometer des Boston-Marathons08:29
Schneider-Ammann bekundet Zuversichtlichkeit08:08
Bern: Strassenschlachten bis weit in die Nacht hinein- Letzte Meldungen
- Freie Stellen aus der Berufsgruppe NGO, NPO, Hilfswerke
- Senior Programme Manager, Economics & Finance
The World Economic Forum is an independent international organization committed to improving the... Weiter - Teamleiter(in) Atelier / Mitarbeiter(in) Atelier
Die FONDATION gad STIFTUNG ist eine gemeinnützige Stiftung mit Hauptsitz in Bern. Wir übernehmen... Weiter - Kaufmännische/r Sachbearbeiter/in (100%)
08.05.2013 Kaufmännische/r Sachbearbeiter/in (100%) Das Schweizerische Rote Kreuz SRKist die... Weiter - Collaborateur/-trice commercial-e spécialisé-e (100%)
08.05.2013 Collaborateur/-trice commercial-e spécialisé-e (100%) Forte de ses quelque 70 000... Weiter - eine/n Mitarbeiter/in im Bereich Fundraising (80%)
Innerhalb der Abteilung Communications & Marketing sind Sie verantwortlich für die Planung und... Weiter - Fachmitarbeiter/in Berufsbildungspolitik 100%
Ihre Aufgaben: Bildungspolitik: Sie gestalten die bildungspolitische Verbandsstrategie auf... Weiter - Branchenleiterin oder Branchenleiter im Sektor Dienstleistung (80 ? 100%)
Ihre Aufgaben Sie verstehen sich als Interessenvertretung von Arbeitnehmenden im... Weiter - Sachbearbeiter/in 70-80 %
06.05.2013 Sachbearbeiter/in 70-80 % Das Schweizerische Rote Kreuz SRKist die wichtigste humanitäre... Weiter - Collaborateur/-trice spécialisé-e 70-80%
06.05.2013 Collaborateur/-trice spécialisé-e 70-80% Forte de ses quelque 70 000 bénévoles et 500... Weiter - Sachbearbeiter/in Buchhaltung Arbeitslosenkasse (50% / vorzugsweise vormittags)
syndicom ist die führende Gewerkschaft in den Branchen Logistik, Telekommunikation/IT sowie Medien... Weiter - Über 20'000 weitere freie Stellen aus allen Berufsgruppen und Fachbereichen.

Internetpräsenz aufbauen?
www.kantonesischen.de www.prozentpunkten.ch www.nummernschilder.org www.xiaoguang.com www.vorjahrs.de www.durchschnitts.ch www.nachbarprovinzen.org www.wiederum.com www.neuzulassung.de www.behoerden.ch www.beruehmten.org
Registrieren Sie jetzt komfortabel attraktive Domainnamen!

- Schweiz Tourismus rechnet mit Aufschwung
- Schneider-Ammann bekundet Zuversichtlichkeit
- Zürcher Regierungsrat kontert Wegzugs-Drohung der Swiss
- Kuba bekommt luxuriöse Tourismusanlage mit Golfclub
- IWF-Chefin Lagarde entgeht Verfahren dank «Zwitterstatus»
- Chinas Ministerpräsident Li übt Kritik an EU im Solar-Streit
- Graphen-Elektronik aus dem Drucker rückt näher
- Weitere Wirtschaftsmeldungen
- Solar Impulse stellt neuen Streckenrekord auf
- Solar Impulse zu zweiter US-Etappe gestartet
- Solarboot bricht eigenen Rekord
- Telekomkonzerne rufen zum Stromsparen auf
- Markt für nachhaltige Anlagen legt um 15 Prozent zu
- Sonnenenergie-Forscher entdecken Quantenmechanik
- «Drop Air» integriert effektive Pflanze in Luftfilter
- Letzte Meldungen
- Einer der ersten Apple-Computer für halbe Million Euro versteigert
- Graphen-Elektronik aus dem Drucker rückt näher
- 3D-Drucker «Mataerial» arbeitet in der Vertikalen
- Kindle Fire HD bald in 170 Ländern erhältlich
- Facebook sind frauenfeindliche Inhalte egal
- Samsung verkauft Galaxy S4 binnen weniger Wochen zehn Millionen Mal
- Hightech-Gewehr hat «unglaubliche Zielgenauigkeit»
- Letzte Meldungen
- Seminare zum Thema Chinesisch-Sprachkurse
- Chinesisch Travel Express - (Kleingruppe)
- Chinesisch Anfänger/innen
- Chinesisch Anfänger/innen Niveau A1
- Chinesisch Anfänger/innen (Kleingruppe)
- Chinesisch Niveau A1 (Minigruppe)
- Chinesisch Privatunterricht
- Chinesisch Niveau C1 (Minigruppe)
- Chinesisch Niveau A1
- Chinesisch Anfänger/innen Niveau A1 (Kleingruppe)
- Chinesisch Niveau A2 (Kleingruppe)
- Weitere Seminare



































