Mögliche Ursache für Vogelgrippe entdeckt
publiziert: Freitag, 27. Jan 2006 / 10:07 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Jan 2006 / 10:44 Uhr

Washington - US-Wissenschafter haben in der genetischen Struktur der Vogelgrippe- Viren eine Besonderheit entdeckt.

Der H5N1-Virus hat eine molekulare Besonderheit, die in menschlichen Grippeviren fehlt.
Der H5N1-Virus hat eine molekulare Besonderheit, die in menschlichen Grippeviren fehlt.
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Diese könnte nach Ansicht der Forscher dafür verantwortlich sein, dass die Krankheit für den Menschen so gefährlich ist. Wissenschaftler um den Epidemiologen John Obenauer entdeckten in allen analysierten Vogelgrippe-Virenstämmen eine molekulare Besonderheit, die in menschlichen Grippeviren fehlt. Diese ermöglicht es dem Virus, die Funktion bestimmter Proteine im menschlichen Körper zu beeinflussen.

Die Forscher fanden die genetische Besonderheit sowohl in der seit 2003 kursierenden Variante des H5N1-Virus, die in Asien und der Türkei bereits über 80 Menschen den Tod brachte, als auch im Stamm, der im Jahr 1918 die tödliche Pandemie der so genannten Spanischen Grippe auslöste.

Genome aus früheren Jahrzehnten

In den Viren aus den Grippe-Epidemien der Jahre 1957 und 1968 wurde das Charakteristikum nicht gefunden. Während dieser Epidemien starben weniger Menschen.

Die Forscher untersuchten an der Universität des US-Bundesstaates Tennessee über 2000 Gene von Vogelgrippe-Viren und 169 Genome von Virenstämmen, die vor drei Jahrzehnten Wildvögeln entnommen wurden. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie in der am Freitag erscheinenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins «Science».

Mutation befürchtet

Derzeit versuchen Experten in aller Welt, die Evolution des Virus´ zu verstehen. Sie befürchten, dass das besonders agressive H5N1- Virus mutieren und dann auch von Mensch zu Mensch übertragbar werden könnte.

Inzwischen meldete Indonesien einen 15. Todesfall durch die Vogelgrippe. Tests wiesen nach Klinikangaben den Erregertyp H5N1 bei einem 22 Jahre alten Geflügelverkäufer nach. Dieser sei am Donnerstag gestorben. Die Ergebnisse müssen noch von der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt werden.

(ht/sda)

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