Möllemann-Absturz: Unglückshergang weiterhin unklar
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2003 / 16:07 Uhr

Recklingerhausen - Der tödliche Fallschirmsprung des früheren FDP-Politikers Jürgen Möllemann ist gemäss Staatsanwaltschaft weder durch Fremdmanipulation noch durch technisches Versagen verursacht worden.

Jürgen Möllemann: Beim Absturz behielt er die X-Position bei.
Jürgen Möllemann: Beim Absturz behielt er die X-Position bei.
Die Frage Freitod oder Unglück bleibt dennoch offen, sagte der Oberstaatsanwalt Wolfgang Reinicke in Recklinghausen bei Vorlage des Ermittlungsergebnisses. Lediglich Fremdverschulden schliessen die Ermittler aus.

Möllemann habe in 1000 Meter Höhe seinen Hauptfallschirm abgeworfen. Ausserdem sei ein automatisches System ausgeschaltet worden, das den Ersatzfallschirm hätte öffnen können. Beides belege aber nicht eindeutig einen Selbstmord.

Sturz aus 1000 Metern Höhe

Möllemann war am 5. Juni nach einem Fallschirmabsprung über dem Landeplatz Marl-Loemühle aus rund 1000 Metern Höhe zu Tode gestürzt.

Reinicke zufolge ergaben die Ermittlungen, dass Möllemanns Hauptfallschirm sich zunächst in 1600 Meter Höhe problemlos entfaltet hatte.

Nach weiteren 600 Metern habe der 57-Jährige den Hauptschirm jedoch aus ungeklärten Gründen abgeworfen und in den Sekunden danach auch nicht versucht, den ebenfalls funktionstüchtigen Reserveschirm zu öffnen.

X-Positon beibehalten

Vielmehr sei er mit 180 bis 200 Kilometern pro Stunde auf den Boden zugerast und habe dabei bis zu seinem Aufschlag 23 Sekunden später die für Fallschirmspringer im freien Fall typische X-Position beibehalten.

Gegen den früheren FDP-Vize lief ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue, Steuerhinterziehung und Verstosses gegen das Parteiengesetz.

(bsk/sda)

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