Mörgeli will Bundesbrief kaufen
publiziert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 17:29 Uhr

Bern - Eine Gruppe von Privatpersonen um den Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli will für eine Million Franken den Bundesbrief kaufen.

Christoph Mörgeli führt die Gruppe an. Selber beteiligt er sich nur mit einem kleinen Betrag.
Christoph Mörgeli führt die Gruppe an. Selber beteiligt er sich nur mit einem kleinen Betrag.
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Ihr Ziel ist, zu verhindern, dass das rund 700 Jahre alte Dokument im Juni in den USA ausgestellt wird.

Die Namen und die Zahl der Donatoren der geplanten Stiftung gab Christoph Mörgeli vor den Bundeshausmedien nicht bekannt. Er und seine Schwyzer Fraktions- und Nationalratskollegen Peter Föhn und Pirmin Schwander sagten, sie beteiligten sich mit einem «bescheidenen Beitrag».

«Grundpfeiler der Willensnation»

Das Trio bezeichnete den Bundesbrief als «Grundpfeiler der Willensnation». Die vorgesehene Versicherungssumme von einer Million Franken für den Transfer ins Ausland sei lächerlich tief. Es sei unbegreiflich, dass nicht eine Kopie des Bundesbriefes nach Philadelphia geschickt werde.

Das Dokument, aus dem die SVP und auch die von Pirmin Schwander präsentierte AUNS mit Vorliebe zitieren, sei auf der Reise unnötigen Risiken ausgesetzt. Dass die Schwyzer Regierung es ausleihen wolle, habe Empörung ausgelöst.

Mörgelis Kritik erstaunt

Der Schwyzer Staatsarchivar Kaspar Michel dagegen berichtete auf Anfrage von positiven Reaktionen. Unter Museen sei es Usanz, Originale auszuleihen. Dass gerade Mörgeli als Museumsdirektor dies kritisiere, erstaune.

Mörgelis Kaufgesuch - der Bundesbrief gehört dem Kanton - sei noch nicht eingetroffen, sagte Michel. Selbstverständlich werde der Regierungsrat den Brief prüfen und den drei Volksvertretern eine Antwort geben.

Die Präsentation des Bundesbriefes in Philadelphia ist Teil des Projekts Swiss roots. Dieses soll mit rund 120 Veranstaltungen in den USA und einer Website Amerikaner mit Schweizer Wurzeln ansprechen. Der Bundesbrief soll vom 10. bis 30. Juni im Amerikanischen Museum für Verfassungsgeschichte gezeigt werden.

(bsk/sda)

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