Molotow-Cocktail nach Islam-Satire
publiziert: Mittwoch, 2. Nov 2011 / 10:36 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Nov 2011 / 15:50 Uhr

Paris - Unbekannte haben am Mittwoch einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume des französischen Wochenblattes «Charlie Hebdo» verübt. Die Satire-Zeitschrift brachte am gleichen Tag ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien heraus.

Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
6 Meldungen im Zusammenhang
Aus diesem Anlass hatte die Zeitschrift scherzhaft den Propheten Mohammed zu ihrem «Chefredaktor» ernannt und sich in «Scharia Hebdo» («Charia Hebdo») umbenannt. Auf der Titelseite war eine Mohammed-Karikatur zu sehen mit der Äusserung: «Hundert Peitschenhiebe, wenn Sie sich nicht totlachen.»

Nach ersten Erkenntnissen hatten zwei oder drei Unbekannte ein Fenster zertrümmert und einen Brandsatz in die im Parterre gelegenen Redaktionsräume geworfen. Nach Angaben der Polizei löste der Brandsatz in der Nacht gegen ein Uhr ein Feuer aus. Verletzt wurde niemand.

Der Anschlag richtete aber beträchtlichen Schaden an. «Alles ist zerstört», sagte der Kolumnist Patrick Pelloux. Ebenso wie der Chefredaktor mit dem Künstlernamen Charb sah Pelloux eine direkte Verbindung zwischen dem Anschlag und der neuesten Ausgabe.

Drohungen im Vorfeld

Der Chefredaktor der Satire-Zeitschrift hatte im Fernsehsender BFM-TV bestätigt, Drohmails erhalten zu haben. Über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook habe die Redaktion bereits im Vorfeld Drohnachrichten und Beleidigungen erhalten.

Zugleich betonte der Chefredaktor aber, dass niemand das Scharia-Sonderheft vor dem Brandanschlag gelesen haben konnte, da es erst Stunden später an die Kioske kam. Lediglich die Titelseite war am Vorabend online im Internet sichtbar.

Am Morgen hatten Unbekannte vorübergehend auch den Internetauftritt der Zeitung manipuliert. Statt der Titelseite der Ausgabe war dort einige Stunden lang ein Bild der Moschee im saudiarabischen Pilgerort Mekka zu sehen. Dabei stand: «Es gibt keinen Gott ausser Allah.»

Welle der Solidarität

Französische Politiker vom linken wie dem rechten Spektrum verurteilten den Brand als Anschlag gegen das demokratische Grundrecht der Meinungsfreiheit. Premierminister François Fillon forderte, die Tat schnell aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen.

Innenminister Claude Guéant sprach bei einem Besuch vor Ort von einem gezielten Anschlag, dessen Urheberschaft noch offen sei. Allerdings gebe es zahlreiche Drohungen aus dem radikal-islamischen Umfeld.

Auch der Vorsitzende des muslimischen Dachverbandes CFCM, Mohammed Moussaoui, verurteilte die Brandstiftung. Die Titelseite des Blattes sei weniger «gewaltsam» ausgefallen, als die 2006 veröffentlichten Karikaturen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Dschalalabad - Am Tag der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im französischen Satire-Blatt «Charlie Hebdo» haben Hacker ... mehr lesen
Charlie Hebdo macht immer wieder mit provokanten Frontseiten von sich reden.
Die Frauenrechte sind gemäss Übergangsregierung für alle Parteien unantastbar.
Tunis - Rund 200 tunesische Frauen haben nach dem Wahlsieg der islamistischen Ennahda-Partei in der Hauptstadt Tunis für den Erhalt ... mehr lesen
Tunis - Die islamistische Ennahdha-Partei hat mit riesigem Abstand die ersten freien Wahlen in Tunesien gewonnen. In Sidi Bouzid, ... mehr lesen
Endergebnis in Tunesien.
 
Die Prozess zum umstrittenen Abdruck von Mohammed-Karikaturen in der ... mehr lesen
Bern - In Frankreich ist der Prozess um den umstrittenen Abdruck von Mohammed-Karikaturen mit einem Freispruch ... mehr lesen
Die dänische Zeitung «Jyllands Posten» brachte den «Karikaturen-Streit» ins Rollen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Frankreichs Präsident Jacques Chirac verurteilte die Karikaturen in »Charlis Hebdo« scharf.
Paris/London - Das französische Satireblatt «Charlie Hebdo» hat die zwölf Mohammed- Karikaturen aus der dänischen ... mehr lesen
Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
Sicherheitstechnik Alarmanlagen Dienstleistungen Ausrüstung und Schulungen
Der Taxifahrer-Verband in Madrid FPTM hatte vor wenigen Wochen die Regionalregierung aufgefordert, «wirkungsvolle Massnahmen» gegen Uber zu ergreifen. (Symbolbild)
Der Taxifahrer-Verband in Madrid FPTM hatte ...
Attacke auf Uber-Mitarbeiter  Madrid - Wegen Verfolgung und Bedrohung eines Mitarbeiters des Fahrtdienst-Vermittlers Uber sind fünf Taxifahrer in Spanien festgenommen worden. Die Männer hätten in Madrid in der Nacht zum Samstag das Fahrzeug des Opfers mit ihren jeweiligen Taxis verfolgt. 
Solche Mitfahrerinnen sind höchstwahrscheinlich die Ausnahme.
Gericht hebt Verfügung gegen Taxi-Konkurrenten Uber auf Frankfurt am Main - Der Taxi-Konkurrent Uber hat in Deutschland einen Etappensieg errungen: Das Landgericht ...
USA  Cleveland - Polizisten in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio haben einen 12-Jährigen erschossen, ...  
Die beiden Polizisten wurden beurlaubt und Untersuchungen eingeleitet. (Symbolbild)
Zahlreiche Grupee, wie anderem Amnesty International, machen den Golfstaaten schwere Vorwürfe. (Symbolbild)
Herbe Vorwürfe  Kuwait-Stadt - Unbezahlte Löhne, eingezogene Reisepässe, ...  
Titel Forum Teaser
  • Menschenrechte aus Bern 115
    schönste frau Ich würde sagen, dass es nicht nur die Muslem Frau ist, wir haben ... gestern 17:31
  • Zimmila aus Fulenbach 1
    Kopftuch Ich schaue jede Frau die ein Kopftuch trägt als unterdrückt, oder ... gestern 15:04
  • Mashiach aus Basel 47
    Schon wieder ein frontmotoriges Gefährt, schrottgefahren! Quote: -gab Gegensteuer,- Bei einem Untersteurer? Das hilft praktisch ... gestern 05:05
  • saemischreibt aus Erlenbach 1
    Samichlaus Samichlaus und Schmutzli arbeiten das ganze Jahr. Nur wo, ist und ... Mi, 19.11.14 08:45
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2585
    Diese... "negative stereotype Figuren" existieren nur in den Köpfen der Leute, ... So, 16.11.14 12:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2585
    Diese... "negative stereotype Figuren" existieren nur in den Köpfen der Leute, ... Do, 13.11.14 11:18
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Traurig, traurig Stell dir vor, es gibt Krieg und keiner geht hin.... Stell dir vor, da ... Di, 11.11.14 10:24
  • jorian aus Dulliken 1521
    Blalblabla An die Redaktion: Warum kann ich das Geschreibsel von Heinrich Frei ... So, 09.11.14 05:27
Nach dem Schneefall werden nun wegen der hohen Temperaturen Überschwemmungen befürchtet. (Symbolbild)
Unglücksfälle Flutwarnung im US-Nordosten New York - Nach Rekordschneefällen im Nordosten der USA fürchten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 7°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 2°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 5°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 3°C 10°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 4°C 9°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 7°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten